Thema: Jobfit, Ausgabe: 8/2011, Seite: 77 bis 79
Im ersten Jahr ihrer zweijährigen Gestaltungsausbildung üben die Studierenden an der Fachakademie für Raum- und Objektdesign in Cham, anhand von überschaubaren Kleinmöbeln und Objekten, die Methodik und Prinzipien des Entwurfs ein. So werden sie auf die Lösung komplexerer Gestaltungsaufgaben vorbereitet.

Die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis ist das grundsätzliche didaktische Anliegen der Berufsbildung an der Fachakademie für Raum- und Objektdesign im Bayerischen Cham. Im 1. Studienjahr entwickeln die Studierenden, in etwa 90 Stunden, Kleinmöbel und Objekte für den privaten sowie gewerblichen Bereich. Sie orientieren sich dabei am Kundenwunsch, analysieren den Markt, beobachten Trendentwicklungen, führen Beratungsgespräche und berücksichtigen die Fertigungsmöglichkeiten sowie die Kosten eines Produktes. Während dieses Prozesses analysieren und definieren sie das Produkt und legen die technischen sowie qualitativen Anforderungen fest. Dabei entwickeln sie, unter Beachtung gestalterischer, funktionaler und produktionsbedingter Vorgaben, konstruktive Lösungen.

In einer Unterrichtseinheit fertigen die Studierenden entwurfs- und konstruktionsbegleitend Modelle und Prototypen von Objekten. Dafür erstellen sie Fertigungs- und Teilezeichnungen und kalkulieren die Material- sowie die Herstellungskosten. In diesem Prozeß werden Lösungsvarianten erarbeitet und optimiert sowie die Entwürfe auf Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit geprüft.

Die Schüler stellen, auf der Basis dieser Fertigungszeichnungen, die von ihnen entworfenen Produkte und Möbel als Prototypen im Maßstab 1:1 her. Dabei verfeinern sie durch regelmäßige Teambesprechungen ständig ihre Fertigungstechniken und Arbeitsmethodik, sie vergleichen und bewerten die Ergebnisse und die von ihnen gewählte Methodik untereinander.

Überschaubare Aufgaben

„Entwerfen und bauen Sie ein sinnvolles, praktisches Kleinmöbel zum Aufbewahren kleinteiliger Produkte“, so die Aufgabenstellung des vorgestellten Projektes. Dabei entwickelten die sieben beteiligten Studenten und eine Studentin ganz verschiedene Lösungen zum Thema. Wobei vorwiegend wandelbare und zerlegbare Kleinmöbel für den Wohnraum und den Flurbereich entstanden.

Unter dem Leitsatz „Eine überzeugende Lösung spricht nicht nur die Sinne an“, wurde besonderer Wert auf die Aspekte Leichtigkeit, Stabilität, Größe, Material, Beweglichkeit, Inhalt und Handhabung des zu entwerfenden Gegenstandes gelegt. Dabei wurde die Einbeziehung von Falt-, Steck- oder andere Verbindungen positiv bewertet. Es sollte ein sinnvolles Objekt, das überraschende und doch „selbstverständliche“ Denkansätze birgt und das auf das aktuelle Ausbildungsniveau abgestimmt ist, entworfen und gestaltet werden. Das Ergebnis sollte dabei benutzbar , praktisch und vielseitig im Einsatz sein, den Nutzer animieren, anregen und zum „Be“-nutzen einladen.

Denkbar war auch, dass erst zwei Exponate im Verbund das gewünschte Möbel ergeben. Als Grund- und Flächenmaterial sollten vorwiegend Holz und Holzwerkstoffe zum Einsatz kommen und um weitere Materialien sinnvoll ergänzt werden. Gefordert war die Erstellung eines Modells im Maßstab 1:1, dessen Oberflächenbehandlung dem späteren Einsatz angemessen sein sollte. Besonderes Augenmerk lag dabei auf dem möglichst sparsamen Einsatz von Material, wobei das Objekt dennoch dem vorgegebenen Belastungs- und Anwendungsfall standhalten musste. Weiterhin waren die Aspekte Sicherheit, Sauberkeit, Hygiene, Haltbarkeit, Ökologie und Ökonomie in besonderer Weise zu berücksichtigen.

Dabei sollte der Entwurf innovativ in der Funktion, bei der Materialauswahl und bei der Herstellung sein. Das Ergebnis musste sowohl die Kreativität des Studierenden in der Formgestaltung und bei der konstruktiven und der handwerklichen Umsetzung zeigen, ökologisch und ökonomisch sauber herzustellen und möglichst variabel einsetzbar sein. Die Kriterien Innovation, Funktion , sowie Form, Proportionen, Details, Materialkomposition , aber auch der Gesamteindruck der handwerklichen Ausführung gingen zu gleichen Teilen in die Bewertung der Arbeiten ein.

Hohe Vorgaben und Standards für Studierende im ersten Semester! Dennoch, die acht Chamer Fachschüler haben sich der Aufgabe gestellt und mit Gestaltungsfreude und Einsatz interessante und vielseitige Lösungen entwickelt. ■

Fachakademie für Raum- und Objektgestaltung Cham

93413 Cham

www.fachakademie-cham.de

Jan Freudiger entwickelte mit seiner Garderobe „gewachsen“ ein sehr ästhetisches und poetisch anmutendes Möbelobjekt. Schmale, geschwungene HPL-Streifen werden durch ein schwarzes Band zusammengehalten und sind dennoch schnell zerlegbar. „Für drinnen, für draußen, für nass, für trocken. HPL ist das egal“, so der StudentJan Freudiger entwickelte mit seiner Garderobe „gewachsen“ ein sehr ästhetisches und poetisch anmutendes Möbelobjekt. Schmale, geschwungene HPL-Streifen werden durch ein schwarzes Band zusammengehalten und sind dennoch schnell zerlegbar. „Für drinnen, für draußen, für nass, für trocken. HPL ist das egal“, so der Student
Jan Freudiger entwickelte mit seiner Garderobe „gewachsen“ ein sehr ästhetisches und poetisch anmutendes Möbelobjekt. Schmale, geschwungene HPL-Streifen werden durch ein schwarzes Band zusammengehalten und sind dennoch schnell zerlegbar. „Für drinnen, für draußen, für nass, für trocken. HPL ist das egal“, so der Student
Florian Gruber entwarf mit seinem Regal „LEHN“ ein junges und frisches Möbel: Stellwand anlehnen, Fachböden einstecken – fertig! Mit seinem Regal bringt er klare Linien mit einer einfachen Steckverbindung in EinklangFlorian Gruber entwarf mit seinem Regal „LEHN“ ein junges und frisches Möbel: Stellwand anlehnen, Fachböden einstecken – fertig! Mit seinem Regal bringt er klare Linien mit einer einfachen Steckverbindung in Einklang
Florian Gruber entwarf mit seinem Regal „LEHN“ ein junges und frisches Möbel: Stellwand anlehnen, Fachböden einstecken – fertig! Mit seinem Regal bringt er klare Linien mit einer einfachen Steckverbindung in Einklang
Bert Frühauf entwickelte mit seinem Wandobjekt „Die GardeRobe“, einer schmalen Leiste mit Löchern und Zapfen, eine sinnfällige Lösung zum Aufhängen von KleidungsstückenBert Frühauf entwickelte mit seinem Wandobjekt „Die GardeRobe“, einer schmalen Leiste mit Löchern und Zapfen, eine sinnfällige Lösung zum Aufhängen von Kleidungsstücken
Bert Frühauf entwickelte mit seinem Wandobjekt „Die GardeRobe“, einer schmalen Leiste mit Löchern und Zapfen, eine sinnfällige Lösung zum Aufhängen von Kleidungsstücken
„Zack!“ Diesen dynamischen Namen gab Konstantin Kloster seinem zerlegbaren Kleinmöbel: Ein aufgeklapptes Gestell nimmt die schräg angeordneten Einlegeböden auf und diese steifen es so aus. Das Zusammenspiel von Spannung und Schwerkraft gibt dem Schuhregal Stabilität„Zack!“ Diesen dynamischen Namen gab Konstantin Kloster seinem zerlegbaren Kleinmöbel: Ein aufgeklapptes Gestell nimmt die schräg angeordneten Einlegeböden auf und diese steifen es so aus. Das Zusammenspiel von Spannung und Schwerkraft gibt dem Schuhregal Stabilität
„Zack!“ Diesen dynamischen Namen gab Konstantin Kloster seinem zerlegbaren Kleinmöbel: Ein aufgeklapptes Gestell nimmt die schräg angeordneten Einlegeböden auf und diese steifen es so aus. Das Zusammenspiel von Spannung und Schwerkraft gibt dem Schuhregal Stabilität
„Enotheka“, so betitelte Mirko Lobe sein modular aufgebautes Weinregal. Auf der Basis eines einfachen Grundelementes, können Regale in variablen Größen und Formen ohne Werkzeug aufgebaut und nahtlos erweitert werden„Enotheka“, so betitelte Mirko Lobe sein modular aufgebautes Weinregal. Auf der Basis eines einfachen Grundelementes, können Regale in variablen Größen und Formen ohne Werkzeug aufgebaut und nahtlos erweitert werden
„Enotheka“, so betitelte Mirko Lobe sein modular aufgebautes Weinregal. Auf der Basis eines einfachen Grundelementes, können Regale in variablen Größen und Formen ohne Werkzeug aufgebaut und nahtlos erweitert werden
Benedikt Lampel´s Möbelobjekt „Kubi“ soll zum Spielen anregen. Einfache, nach zwei Seiten offene Würfelmodule lassen sich über eine puzzle- artige Verbindung verketten. Clever gelöst: So wächst Kubi vom Hocker zum Tisch, zum Regal oder zur BankBenedikt Lampel´s Möbelobjekt „Kubi“ soll zum Spielen anregen. Einfache, nach zwei Seiten offene Würfelmodule lassen sich über eine puzzle- artige Verbindung verketten. Clever gelöst: So wächst Kubi vom Hocker zum Tisch, zum Regal oder zur Bank
Benedikt Lampel´s Möbelobjekt „Kubi“ soll zum Spielen anregen. Einfache, nach zwei Seiten offene Würfelmodule lassen sich über eine puzzle- artige Verbindung verketten. Clever gelöst: So wächst Kubi vom Hocker zum Tisch, zum Regal oder zur Bank
Assoziationen an ein Indianerzelt weckt Jochen Klozbücher´s Entwurf „Tipi“. Leicht, mobil, dynamisch. Die zu einem Zelt zusammengefügten Aluminiumstäbe, werden von dem in der Mitte hängenden Stoffzelt gehalten, welches zusätz- lichen Stauraum bietet. Durch das Entfernen der Kugel kann die Garde- robe kompakt zusammengelegt werdenAssoziationen an ein Indianerzelt weckt Jochen Klozbücher´s Entwurf „Tipi“. Leicht, mobil, dynamisch. Die zu einem Zelt zusammengefügten Aluminiumstäbe, werden von dem in der Mitte hängenden Stoffzelt gehalten, welches zusätz- lichen Stauraum bietet. Durch das Entfernen der Kugel kann die Garde- robe kompakt zusammengelegt werden
Assoziationen an ein Indianerzelt weckt Jochen Klozbücher´s Entwurf „Tipi“. Leicht, mobil, dynamisch. Die zu einem Zelt zusammengefügten Aluminiumstäbe, werden von dem in der Mitte hängenden Stoffzelt gehalten, welches zusätz- lichen Stauraum bietet. Durch das Entfernen der Kugel kann die Garde- robe kompakt zusammengelegt werden
„Piazza – passt sich deinem Leben an!“, so der griffige Slogan, mit dem Miriam Rödenbeck ihren Entwurf charakterisiert. Eine zentrale, quadratische Säule hat wechselseitig Bohrungen. In diese eingesteckte Rundstäbe tragen verschiedene Funktionselemente. Mit wenigen Handgriffen und kleinen Accessoires verändert die Säule so ihren Einsatzbereich und dient als Sekretär, als Garderobe oder als Weinregal und Ruhepunkt für gemüt- liche Stunden„Piazza – passt sich deinem Leben an!“, so der griffige Slogan, mit dem Miriam Rödenbeck ihren Entwurf charakterisiert. Eine zentrale, quadratische Säule hat wechselseitig Bohrungen. In diese eingesteckte Rundstäbe tragen verschiedene Funktionselemente. Mit wenigen Handgriffen und kleinen Accessoires verändert die Säule so ihren Einsatzbereich und dient als Sekretär, als Garderobe oder als Weinregal und Ruhepunkt für gemüt- liche Stunden
„Piazza – passt sich deinem Leben an!“, so der griffige Slogan, mit dem Miriam Rödenbeck ihren Entwurf charakterisiert. Eine zentrale, quadratische Säule hat wechselseitig Bohrungen. In diese eingesteckte Rundstäbe tragen verschiedene Funktionselemente. Mit wenigen Handgriffen und kleinen Accessoires verändert die Säule so ihren Einsatzbereich und dient als Sekretär, als Garderobe oder als Weinregal und Ruhepunkt für gemüt- liche Stunden
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