Tischler NRW trafen sich in Bochum

Mehr als 950 Teilnehmer beim Treffpunkt Tischler

Digitalisierung, drohender Fachkräftemangel, Normen und Richtlinien auf EU-Ebene und vieles mehr: Um erfolgreich und für die Zukunft gewappnet zu sein, wird es auch für Tischlerbetriebe immer wichtiger, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. Eine gute Gelegenheit dazu bietet im zweijährigen Rhythmus der Treffpunkt Tischler im Bochumer RuhrCongress. Über 950 Teilnehmer – darunter rund 450 Auszubildende – nutzten in diesem Jahr die Gelegenheit, sich beim Treffpunkt Anregungen für den betrieblichen Alltag zu holen. „Mehr noch als in den vergangenen Jahren haben wir das Programm auf die gesamte Mannschaft in den Betrieben ausgerichtet. Auf dem Marktplatz, bei den Sonderschauen und in den Workshops möchten wir informieren und inspirieren“, sagt Dr. Johann Quatmann, Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Tischler NRW.

Die Unternehmenskultur muss stimmen

Ein Unternehmen läuft – ähnlich wie ein Fußballspiel – nur dann erfolgreich, wenn die Unternehmens- bzw. die Spielkultur stimmt. Der ehemalige Bundesligaschiedsrichter Lutz Wagner zeigte in seinem Impulsvortrag zum Start des Treffpunktes auf, wie Gerechtigkeit und Fairplay im Unternehmen gelebt und entsprechende Entscheidungen getroffen werden können. Nach fast 20 Jahren als Bundesligaschiedsrichter auf höchstem Niveau gibt der heute 53-Jährige als verantwortlicher Koordinator für die Schiedsrichterausbildung beim Deutschen Fußball-Bund und als Coach der Bundesligaschiedsrichter sein Wissen genauso weiter wie als Trainer für Führungskräfte in der freien Wirtschaft und als Regelberater der Medienanstalten.

Berufliche Weiterbildung als Baustein für den Erfolg

In den kommenden Jahren wird der drohende Fachkräftemangel auch Auswirkungen auf das Tischlerhandwerk haben. Laut einer aktuellen Umfrage des Fachverbandes Tischler NRW rechnet die Hälfte der Betriebsinhaber im Tischlerhandwerk damit, in den nächsten Jahren Probleme bei der Rekrutierung des Personalbedarfs zu bekommen. Eine Möglichkeit, diese Lücke aufzufangen besteht darin, die Qualifizierung der aktuellen MitarbeiterInnen deutlich zu verbessern. „Berufliche Weiterbildung wird im Tischlerhandwerk in den nächsten Jahren ein wesentlicher Baustein für den unternehmerischen Erfolg sein und an Bedeutung weiter zunehmen“, sagt Rainer Söntgerath, Vorsitzender des Fachverbandes Tischler NRW. Das Karriereforum am Samstag zeigte Möglichkeiten der Weiterbildung und die beruflichen Wege nach der Gesellenprüfung auf.

Mitmachen bei den Workshops

Der Marktplatz im Großen Saal bildete erneut das Herzstück des Treffpunktes. Auf rund 3000 Quadratmetern präsentierten sich rund 60 Zulieferunternehmen – von Maschinen- und Werkzeugherstellern über Holzhändler bis hin zu EDV-Anbietern. Zwei Sonderschauen boten den Teilnehmern zudem vertiefende Einblicke in unterschiedliche Themen: Im Foyer drehte sich alles Gesundheit und Arbeitssicherheit im Betrieb. Die Sonderschau „Handmaschinen“ zeigte praktische Helfer für die Werkstatt und Montage in Aktion. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die Workshops. Von Lasertechnologie und 3D-Druck über wirksame Öffentlichkeitsarbeit bis hin zu Ladungssicherung, Büroorganisation und Mitarbeitermotivation: Insgesamt 16 unterschiedliche Themen wurden an den beiden Tagen aufbereitet, präsentiert und diskutiert.

Wertvolle Hinweise für Azubis

Wie sehen gelungene Gesellenstücke aus? Kann Design benotet werden? Im Gestaltungsforum erhielten die Auszubildenden wertvolle Hinweise für die Vorbereitung auf ihre Abschlussprüfung. „Individuelles und kreatives Design ist eines der Hauptmerkmale des Tischlerhandwerks – und einer der Pluspunkte, mit dem unser Berufsstand punkten kann“, so Söntgerath. „Daher ist es wichtig, diesem Thema bereits in der Ausbildung einen hohen Stellenwert zu geben und das Potenzial der Auszubildenden in diesem Bereich zu fördern.“ Mit rund 450 Teilnehmern war das Gestaltungsforum nach der Auftaktveranstaltung die bestbesuchte Veranstaltung innerhalb des Treffpunktes.

Gemeinsam erfolgreich

Beim Treffpunkt Tischler steht nicht nur der Austausch von Informationen und das Sammeln von Ideen, sondern vor allem der Gemeinschaftsgedanke der gesamten Branche im Vordergrund. „Wir müssen uns als Tischler noch viel mehr vernetzen und intensiver zusammenarbeiten. Wenn wir die Stärken eines jeden einzelnen Betriebs nutzen, können wir gemeinsam erfolgreich sein“, sagt Wolfgang Hoffmann, Obermeister der Tischler-Innung Ruhr. „Das gilt auf Innungsebene genauso wie auf Landes- und Bundesebene. Der Treffpunkt Tischler ist eine hervorragende Gelegenheit, um mit Betrieben aus anderen Regionen und mit anderen Schwerpunkten ins Gespräch zu kommen.“ (bs)