Bundesgestaltungswettbewerb – Die Gute Form 2017

Auf der Siegertreppe

Auch in diesem Jahr ging die Gewinnerschale nach Bayern – nein, nicht an den FC Bayern München, sondern an Stephan Guldner aus Freising. Er setzte sich gegen ein starkes Feld von 20 Mitbewerbern durch und errang mit seiner fein dimensionierten Kommode in Esche den 1. Platz im Gestaltungswettbewerb.

„Ein klassisches und dennoch modern gestaltetes Gesellenstück, das sich auf wenige Materialien reduziert. Es überzeugt durch seine feine Dimensionierung, die grafische Linienführung und die überlegte Furnierauswahl.“ Mit diesen lobenden Worten verlieh die Jury den 1. Preis im diesjährigen Bundesgestaltungswettbewerb Die Gute Form 2017 an Stephan Guldner aus Freising in Bayern. Seine Kommode aus Esche, Metall und Linoleum erscheint zunächst übersichtlich und schlicht. Doch spätestens, wenn man die Türen öffnen will, steht man mitunter etwas ratlos davor. Dahinter steckt ein pfiffiger Öffnungsmechanismus: Denn das an sich flächenbündige, dunkle Schubkastenvorderstück gibt eingedrückt die Griffmulden der beiden Türen frei. Zusätzlich zur Ehrung erhielt Stephan Guldner ein Preisgeld von 1500 Euro sowie eine Handmaschine der Firma Festool.

Der zweite Platz geht an einen wahren Kaffeeliebhaber. Fabian Kaluza aus Nordrhein-Westfalen wollte mit einer Kaffeebar seine Espressomaschine gebührend in Szene setzen. Und das ist ihm mehr als gelungen, entschied die Jury. Als „sakral-anmutend“ lobte sie sein wandhängendes Gesellenstück, das geschlossen eine vertikale Frontgestaltung aufweist. Kaluza darf sich über 1000 Euro und eine Festool-Handmaschine freuen.

Ebenfalls auf dem Siegertreppchen landet Silke Schumacher aus Baden-Württemberg mit ihrer Garderobe aus Satin-Nussbaum. Die Jury überzeugte insbesondere die filigran und jugendlich wirkende Rahmenkonstruktion mit dem schwebend anmutenden Schubladenelement. Schumacher erhält 500 Euro Preisgeld und als Drittplatzierte eine weitere Festool-Handmaschine.

Sonderpreise und Belobigungen

„Durch den konsequenten Einsatz klassischer Holzverbindungen und eine gelungene Holzauswahl“, so die Jury, verdient sich Felix Riehm (Rheinland-Pfalz) mit seinem Gesellenstück X-55 den Sonderpreis „Massivholz“ und 500 Euro Preisgeld.

Georg Willig aus Nordrhein-Westfalen erhielt den erstmals ausgeschriebenen Preis für die beste Oberfläche. Die Jury urteilte: „Der frei aus der Oberfläche herausgeformte Griff an den Auszügen in Verbindung mit dem Soft-Touch-Lack bereitet haptischen Genuss. Erst die richtige Auswahl des Lacks führt zum überzeugenden Ergebnis.“ Georg Willig darf sich über das von Hauptsponsor Remmers gestiftete Preisgeld von 500 Euro freuen.Gleich zweimal ausgezeichnet wurde indes Jannik Arnold aus Hessen. Er erhielt neben dem mit einem Preisgeld von 500 Euro (gestiftet vom Mitausrichter OPO Oeschger) ausgestatteten Sonderpreis Beschlag auch eine Belobigung für sein Sideboard Purist. Die Jury lobte sein „fein dimensioniertes Sideboard, das durch seine drei verschiedenen Öffnungsmechanismen überrascht. Das feinjährige Lärchenholz (des Schubkastens) bildet einen wohlwollenden Kontrast zu den monochromen Außenflächen.“

Eine weitere Belobigung errang der wandhängende Sekretär Space-Saver-Desk von Robin Jonny Zadrazil aus Schleswig-Holstein. „Der wandhängende Schreibsekretär im Retro-Look überzeugt durch seine elegante Anmutung – sowohl im Äußeren als auch im Inneren“, so die Begründung der Jury.Auch Sebastian Zech aus Bayern konnte sich über eine Belobigung für seinen Schreibtisch Desk Linea freuen. „Die kompakte Konstruktion aus dünner Platte und flachem Korpus wird von einem filigran dimensionierten Fußgestell getragen – eine gelungene Kombination“, fand die Jury.

Magische Anziehungskraft

Groß war die Menschentraube, die sich während der fünf Messetage kontinuierlich um „Die magische Bar“ von Tobias Boll sammelte. Solche Beliebtheit macht sich bezahlt. So geht der mit 250 Euro dotierte Publikumspreis in diesem Jahr nach Sachsen-Anhalt.

Dankeschön an alle Beteiligten

Mit einer herzlichen Gratulation an Preisträger und Teilnehmer, aber auch einem herzlichen Dank an die jeweiligen Ausbildungsbetriebe stellte TSD-Präsident Konrad Steininger einmal mehr die Bedeutung der Talentschau heraus. Beide Seiten seien für das gesamte Gewerk Vorbilder in Engagement und Leidenschaft, bekundete er.

Ebenso dankte er den Partnern von Tischler Schreiner Deutschland, die derlei Wettbewerbe überhaupt erst ermöglichen: allen voran Hauptsponsor Remmers, Mitausrichter OPO Oeschger und Werkzeughersteller Festool sowie die Fachzeitschrift BM.

Der nächste Bundesgestaltungswettbewerb „Die Gute Form“ findet 2018 auf der Internationalen Handwerksmesse in München statt. (hf/Quelle TSD) I

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