Meisterstück in Nussbaum, Ahorn und HPL

Stabil und leicht

Gleich dem Prinzip eines überkreuzten Sägebocks werden die schlicht gestalteten Funktionskorpusse von Thomas Eschers Meisterprüfungsprojekt – einem Schreibtisch in Nussbaum und schwarzem HPL – getragen. Die überblatteten und in halber Materialstärke seitlich in die Korpusse eingelassenen Stollen geben dem 1500 x 900 x 1110 mm (BxTxH) großen Schreibmöbel Stabilität und lassen es dennoch leicht wirken.

Der untere, flache Korpus besteht aus 24-mm-Multiplex als Trägermaterial und ist mit mattschwarzem HPL belegt. Umlaufend auf Gehrung gearbeitet, dient er als großzügige Arbeitsfläche und nimmt im Inneren drei auf Holzvollauszügen geführte Schubkästen aus Ahorn auf, die als Stauraum für diverse Zeichenutensilien wie z. B. Stifte, Marker, Lineale, Taschenrechner etc. genutzt werden können. Die in Nusssbaum furnierten Vorderstücke schlagen ebenfalls umlaufend auf Gehrung ein und können über verdeckte Einfräsungen im unteren Boden grifflos geöffnet werden. Eine in die Fläche eingelassene, aufklappbare Steckdosenleiste (Fa. Evoline) dient der Stromversorgung – die Kabelführung erfolgt über verdeckt in die Stollen eingearbeitete Nuten sowie im Bereich hinter den Schubkästen des Schreibtischkorpus.
Der zweite, obere Korpus gleicht dem unteren von Aufbau und Konstruktion her, wird jedoch von drei nach unten öffnenden Klappen verschlossen. Die Klappen sind an speziellen, schwarz beschichteten Gehrungsbändern (Fa. Manz) angeschlagen und werden durch vom Meisterschüler selbst entwickelte Klappenhalter auf Basis einer in die Seiten eingelassenen Gleitschiene abgestoppt. Die Zuhaltung erfolgt über verdeckt unter den Anleimern positionierte Magnete. Im Inneren der Fächer können die üblichen Büroutensilien wie z. B. Locher, Tacker etc. für den täglichen Bedarf untergebracht werden. In den unteren Boden ist eine auf die Schreibfläche abstrahlende LED-Leiste (Häfele) integriert, die über das Steckdosenmodul in der Tischfläche angesteuert wird. Die Höhe des oberen Korpus ist so gewählt, dass man – bei frei im Raum aufgestelltem Schreibtisch – von der Rückseite im Stehen arbeiten kann. Alle Holzoberflächen sind mit Hartöl behandelt. (hf)
Das Stück entstand an der Friedrich-Weinbrenner-Schule Freiburg.
BM-Fotos: Frank Herrmann, Leinfelden