Meisterstück in Weißlack und Rüster

Trennende Lichtfuge

Einen interessanten Trick nutzte Andreas Lutz um sein Meisterstück filigraner erscheinen zu lassen: Er stellte beide Seiten seines Hängeschrankes um 5° nach innen schräg ein, sodass der Korpus optisch weniger tief erscheint. Zusätzlich beschränkt er sich bei seinem 1500 x 700 x 350 mm großen Hängeschrank aus Weißlack und Rüster auf nur wenige Materialien.

Ein durch ein LED-Band (Loox) hinterleuchtetes und mit Rüsterfurnier beschichtetes Glasband trennt die beiden deckend weiß lackierten (RAL 9010) Korpusteile. Der rechte, größere Teil wird durch eine großflächige, auf Gehrung angeschlagene (Herzig) Tür verschlossen. Die Zuhaltung erfolgt über verdeckt eingebaute Magnete und als Griff dient eine flache Einfräsung an der Türkante zur Lichtfuge hin. Der im Inneren in Rüster furnierte und matt lackierte Korpus nimmt drei fingergezinkte, auf mechanischen Unterbodenauszügen (Blum Movento 760H) geführte Schubkästen auf. Als Griff dient hier eine horizontal verlaufende Gratnut. Zwei höhenverstellbare Fachböden darüber bieten Stauraum. Über einen im Korpus angebrachten Schalter lässt sich die LED-Beleuchtung bedienen.

Den linken, schmäleren Korpusteil verschließen unten und oben zwei schlanke, ebenfalls auf Gehrung angeschlagene Türen – auch hier gliedern höhenverstellbare Fachböden den Innenraum. Für die beiden dazwischenliegenden Schubkästen hat sich der Meisterschüler eine spezielle Führung ausgedacht: Da die konischen Auszüge zur schrägen Korpusseite hin nicht geführt werden können, ist ein selbstgefertigter Vollauszug aus Holz und Corian seitlich, der andere als Unterflurführung unter dem Boden angebracht. (hf)

Das Stück entstand an der
Meisterschule Gunzenhausen.

BM-Fotos: Frank Herrmann, Leinfelden