Massivholzküche aus der Schreinerei Pfister

Küchen(t)räume

Reduzierte geometrische Grundformen, kantiger Edelstahl und lebhaft gezeichnetes Massivholz: So zeigt sich die zur diesjährigen Living Kitchen brandneu entwickelte Küche Archi-tur, die Jürgen und Uwe Pfister auch für Kollegen fertigen.

BM-Redakteur Heinz Fink

Wie ein Brückenteil schiebt sich der flache Spülenkorpus zwischen das würfelförmige Volumen der Spülmaschine und trägt gleichzeitig die darauf aufliegende, frei drehbare Theke. Gegenüberliegend tragen ein schlanker, quaderförmiger Auszugskorpus und ein großer, zylindrischer Unterschrank eine kräftig dimensionierte Arbeitsplatte aus der sich am Stirnende eine kreisförmige Tischplatte herausdrehen lässt. Locker und luftig arrangiert, gleich spielerisch aufeinander gelegten Riesenbausteinen, so wirkt der aktuelle Entwurf aus der Möbelwerkstatt Pfister mit dem Titel Archi-tur – einem Wortspiel aus Architektur und Natur, der erstmalig zur Living Kitchen 2017 in Köln präsentiert wurde.

Geometrie trifft Natur

Seit über 30 Jahren entwerfen und fertigen Jürgen und Uwe Pfister in ihrer Werkstatt in Angelbachtal im Rhein-Neckar-Kreis Möbel und Küchen aus Massivholz. Eine Spezialität sind dabei Küchen mit runden Fronten, welche sie auch im Auftrag für Kollegen fertigen und an ausgesuchte Küchenstudios in ganz Deutschland liefern (siehe BM 10/13, S. 40 ff.).

Diese Kompetenz fürs Runde und Ausgefallene kommt auch beim neuen Modell Archi-Tur zum Tragen. Denn die großzügige Kochinsel wird am einen Ende von einem zylindrischen Korpus mit einem Durchmesser von knapp 1 m getragen. Die formverleimte Front aus verkerntem, amerikanischem Ahorn bildet zwei Drehtüren und vier Schubkastenvorderstücke. Die Schubladen können wie auch die Türen mittels Tip-on-Beschlägen (Blum) grifflos geöffnet werden. Über die gesamte Korpushöhe laufende LED-Streifen werden beim Öffnen der Schubkästen und Türen automatisch eingeschaltet und beleuchten so den Korpusinhalt. Aus der kräftig dimensionierten Arbeitsplatte lässt sich bei Bedarf eine runde, in Edelstahl eingefasste Tischplatte ausschwenken.

Im Bereich des Kochfeldes wird die hölzerne Arbeitsplatte durch eine strapazierfähige aus Keramik (Rosskopf + Partner) ergänzt, in die ein Induktionskochfeld (Neff) flächenbündig integriert ist. Am geraden Ende wird die Arbeitsplatte durch einen schmalen, hohen Korpus getragen, der beidseitig in Auszügen Platz für Kochbesteck, Gewürze und Flaschen bietet. Ein flacher, zurückspringender Auszugskorpus unter der Platte nimmt Töpfe und eine integrierte Küchenwaage auf.

Lockeres Arrangement

Sowohl die Spüle als auch die Hülle des Geschirrspülers und die 10 mm starke Wange der Theke aus Edelstahl sind Sonderanfertigungen einer befreundeten Edelstahl-Manufaktur – exakt kantig verarbeitet, verschweißt und sauber verputzt. Auch im Spülenbereich und als Nischenrückwand dient hier Keramik als strapazierfähige Oberfläche. Ein durchdachtes Detail: Aus dem Spülenkorpus lässt sich ein keramikbelegtes Schneidebrett mit integrierter Abfallschale herausziehen und erweitert so die Arbeitsfläche.

Analog zur Kochinsel bietet ein flacher, zurückgesetzter Auszugskorpus Platz zur Aufnahme von Kochtöpfen, Geschirr und einem automatisch zu öffnenden Mülltrennsystem. Ein niedriger Oberschrank mit lackierten Glasschiebetüren (Eku) bringt einen zusätzlichen Farbtupfer in das lockere Arrangement aus verschieden geformten Korpusse. Ein halbhoher Hochschrank nimmt den Backofen, einen Dampfgarer (Neff) sowie darunter zwei hohe, mit Edelstahl belegte Auszüge auf. Die lose auf der Spüle aufliegende, massive Arbeitsplatte lässt sich frei drehbar in jeder Stellung positionieren.

Nach gut einjähriger Entwicklungszeit und einem erfolgreichen Messeauftritt zur Living Kitchen während der ImmCologne 2017 können Jürgen und Uwe Pfister zufrieden in die Zukunft blicken. Denn die in Köln ausgestellte Küche wurde noch während der Messe verkauft und ist bereits ausgeliefert – viele weitere Anfragen sind schon in Bearbeitung.

www.pfister-moebelwerkstatt.de