BM-Serie „Ideen von Kollegen“

Daten unterwegs

Seit zwei Jahren hat Stefan Kornmeier eine kleine interne Cloud. Damit kann er Daten auch von unterwegs abrufen. Ganz unkompliziert. BM-Redakteurin Regina Adamczak

I „Visionär denken und handeln“, hat sich Stefan Kornmeier auf die Fahne geschrieben. Als Chef eines Innenausbau-Unternehmens im badischen Zell am Harmersbach ist er für jeden Verbesserungsvorschlag zu haben. Den Tipp mit der internen Cloud bekam er von einem Bekannten, der bei IBM arbeitet (siehe Kasten). Das Geheimnis hinter der Cloud ist ein sogenanntes Network-Attached-Storage-System, kurz: NAS-System. Dabei speichert man Daten nicht auf einer lokalen Festplatte, sondern auf einem Netzwerkspeicher und hat sie immer dort im Zugriff, wo man sie gerade braucht – auch von unterwegs.

Es gibt unterschiedliche Anbieter von NAS-Systemen. „Wir arbeiten mit einem System der Firma Synology, das funktioniert sehr gut.“ Die zugehörige App „DS file“ ist kostenlos und ermöglicht den einfachen Zugriff auf Dateien und Ordner, die im Netzwerkspeicher liegen. Dazu braucht man dann neben Smartphone bzw. Tablet ein halbwegs schnelles Netz oder WLAN. Dass er die technischen Voraussetzungen für eine interne Cloud schon seit Längerem hatte, war Stefan Kornmeier gar nicht klar. „Unsere Netzwerkarchitektur war schon vorher so angelegt, dass unser Netzwerkadministrator eigentlich fast nur noch die App auf unsere Mobilgeräte spielen und mit dem DMS-Zugang (Disk Station Manager) IP-Adresse und Zugangsberechtigungen für die mobilen Endgeräte einrichten musste.
Weil die Datenmengen immer größer wurden, war der Datenserver des Unternehmen schon 2012 an seine Grenzen gekommen. Die Cloud kam deshalb wie gerufen. Sie fasst eine Datenmenge von knapp 13 Terrabyte. „Wir nutzen sie für Projektdaten aller Art. Programme kann man dort allerdings nicht speichern.“
Auch wenn das Thema Datensicherheit zur Zeit in aller Munde ist, hält Kornmeier das Problem für überschaubar: „Klar, könnte heutzutage alles irgendwie gehackt werden. Aber diesem Risiko sind ja auch Ministerien oder das Handy der Kanzlerin ausgesetzt.“ Für sicherer als die großen Public Clouds von Apple oder Microsoft, Dropbox oder Google Drive hält er seine kleine Cloud allemal. Und sensible Daten befinden sich darin sowieso nicht. I

Mobil und doch immer informiert: Wenn Stefan Kornmeier unterwegs ist, nutzt er die Daten seiner internen Cloud.
Fotos: Stefan Kornmeier

Sehr komfortabel

Auf den Punkt gebracht

Stefan Kornmeier möchte seine kleine Cloud nicht mehr missen: „Die großen, international aufgestellten Unternehmen arbeiten schon lange mit internen Clouds, aber auch für kleinere Unternehmen wie uns ist das eine komfortable Sache“, davon ist der Schreinermeister überzeugt. „Allerdings scheint es im Handwerk noch kaum verbreitet. Ich kenne keinen Kollegen, der so etwas nutzt. Dabei ist es total praktisch. Wenn mich ein Kunde unterwegs anruft und etwas wissen möchte, kann ich sofort nachschauen und ihn zeitnah informieren. Dann ist der Kunde glücklich und ich habe es aus dem Kopf. Auch wenn es auf der Baustelle Unklarheiten gibt, kann ich sofort in die Pläne schauen. Ich nutze die Cloud häufig und auch meine Projektleiter sind mit Smartphone und Tablet ausgestattet, um jederzeit Zugriff auf die Cloud zu haben.“