BM-Lesertest: Der mobile Kompressor SysMaster

Druck für unterwegs

Die BM-Tester waren wieder fleißig und neugierig, haben mit Druckluft aus dem Systainer genagelt, geölt, lackiert und versiegelt. Wie kamen Sie mit dem mobilen Kompressor von Schneider Airsystems klar? BM-Redakteurin Natalie Ruppricht

Sechs Wochen lang haben 20 BM-Leser den SysMaster SYM 150–8–6 WXOF von Schneider Airsystems auf Herz und Nieren geprüft. Er kam vor allem in Verbindung mit dem im Test-Set enthaltenen Stauchkopfnagler SNG-SK 50 SYS zum Einsatz: zur Befestigung von Glas-, Profil- und Sockelleisten, bei der Montage von Wand- und Deckenverkleidungen sowie einer Saunakabine, zur Herstellung von Holzkisten, zum Verbinden von Brandschutzplatten oder auch zur Fixierung als Hilfe beim Verleimen. An den 10 m langen Druckluftschlauch haben alle Tester aber auch mal eine Ausblaspistole angeschlossen und selbst kleinere Lackierarbeiten durchgeführt. Daneben hat der SysMaster einen Dachpappnagler, ein Schleifgerät, eine Kartuschenpistole und eine Kantenfräse betrieben. Sämtliche Werkzeuge und Einsatzgebiete finden Sie auch in der Tabelle am Ende des Beitrags. Alles in allem wurde das Set, welches zudem noch ein Rollbrett enthielt, mit der Note 1,8 bewertet.

Überzeugt hat vor allem der Systemgedanke: „Die Unterbringung im Systainer macht den SysMaster eigentlich unschlagbar“, so Tester Martin Schneider. Die Möglichkeit, ihn mit Rollbrett und weiteren Systainern zu koppeln, erhielt die Bestnote 1,3. Größter Kritikpunkt ist der Preis: Das für unsere Tester zusammengestellte Set kostet regulär 647,70 Euro netto. Dafür haben sie eine 3,2 vergeben. Zudem sind sich alle einig, dass der Schlauch einen festen Platz im Systainer haben sollte. Noch besser wäre eine Vorrichtung zum Aufwickeln.
Gewicht und Größe: Urteil je nach Einsatz
Einzelne Produkteigenschaften wurden sehr unterschiedlich bewertet – es mag an den Erwartungen gelegen haben. So beschreibt der Hersteller seinen Kompressor als leicht und kompakt. Ohne Zubehör wiegt er 13 kg, die Außenmaße betragen B 296 x T 396 x H 316 mm. Größe und Gewicht erhielten im Schnitt eine 2,2. Viele hätten sich den SysMaster leichter vorgestellt, finden ihn durch sein Format aber dennoch handlich. Hannes Ell vergibt jedoch eine 5 und Wolfgang Schultz, der in der Denkmalpflege oft mit engen Treppen und kleinen Räumen konfrontiert ist, gibt an: „Der SysMaster ist zu schwer für Arbeiten in oberen Stockwerken oder Gerüstlagen.“ Einen größeren Behälter wünscht sich hingegen Gerald Schröter. Jürgen Meier schrieb vor dem Test: „Das Gewicht und der Lärm unseres Montagekompressors stellen eine große Belastung dar. Daher würden wir gerne ein leiseres, kompaktes und vor allem leichteres Modell testen.“ Für Gewicht und Größe des SysMaster vergibt er eine 1, für die Lautstärke eine 2.
Wie laut ist leise?
Das Betriebsgeräusch ist ebenfalls ein kontroverses Thema. Der Hersteller gibt eine Schallleistung von 90 dB(A) an, die Tester benoten mit 2,4. Friedrich Hager, der bisher mit einem anderen Kompressor von Schneider arbeitete, äußerte die Hoffnung: „Vielleicht läuft er leiser?“ Er übernimmt das Test-Set, bewertet jedoch die Lautstärke wie auch Stefan Kennerknecht mit einer 4. Wolfgang Glöckner hingegen schreibt: „Durch den Einbau in den Systainer reduziert sich die Lautstärke um einiges.“ Michael Schmid hat ein Modell, das deutlich leiser sei. „Die Lautstärke ist jedoch nicht negativ, wenn man bedenkt, wie schnell der SysMaster den Druck aufbaut.“ (Schnitt: 2,4)
Kein Leistungswunder, aber Überraschungen
Kommen wir zu den Leistungsdaten. Wir wollten von unseren Testern wissen, wie zufrieden sie mit dem Behältervolumen von 6 Litern und der Füllleistung von 70 l/min waren. Martin Schneider bringt es auf den Punkt: „Bei dieser Kompressorgröße darf man keine Wunder erwarten!“ Für einen Montagekompressor sei die Leistung völlig ausreichend. Auch Michael Schmid ist zufrieden: „Man kann ohne Verzögerung arbeiten.“
Systembedingt ist der Kompressor für die luftintensive Farbspritzpistole eigentlich nicht vorgesehen, einige Tester haben es trotzdem versucht. Kleine Lackierarbeiten mit der Airbrushpistole hat der SysMaster mehrfach zufriedenstellend bewältigt. Klaus Maier hat kleine Nussbaum-Kästchen mit Wachsharz geölt. „Es wird mit wenig Druck aufgetragen, daher kommt der Kompressor gut mit.“ Einen Dachpappnagler hat Torsten Schulz angeschlossen („Ladezyklen etwas zu häufig, aber Ergebnis zufriedenstellend“). Oliver Grote konnte sein druckluftbetriebenes Schleifgerät erfolgreich einsetzen, Falk Schilb war mit dem Ergebnis der Kantenfräse zufrieden und auch für die Kartuschenpistole reichte der Druck.
Während bei Friedrich Hager der Kompressor sehr oft anspringt, beispielsweise schon nach zehn 40-mm-Nägeln, schreibt Klaus Maier: „Der SysMaster läuft nicht so oft wie andere Fabrikate. Der Behälter ist dicht und hält den Druck auch über Tage.“ Wolfgang Glöckner ergänzt: „Der Kompressor ist sehr leistungsstark, der Druck war immer in kürzester Zeit zur Verfügung.“
Bedienung: Lob und Verbesserungswünsche
Michael Schmid schwört auf Systainer. Deshalb hatte er sich schon lange vor dem Test einen eigenen „SysMaster“ gebaut. Seinen Kompressor musste er jedoch im Betrieb immer aus der Kiste heraus nehmen. Beim Modell von Schneider sind die Bedienelemente (Druckminderer, Schnellkupplung und Kondensatablass sowie zwei Manometer für Behälter- und Arbeitsdruck) außen angebracht, aber leicht zurückversetzt, was allgemein gut ankommt. „So kann man keine Bauteile abreißen oder damit versehentlich Beschädigungen an fremdem Eigentum verursachen“, urteilt Wolfgang Glöckner. Die Kühlung funktioniert reibungslos über die seitlichen Öffnungen. Einzig der Ein- und Ausschalter wirkt etwas billig und ist Uwe Ruppricht zu zierlich. Wolfgang Schultz bemängelt, dass sich das Anschlusskabel leicht herausziehen lässt – hierfür schlägt Jürgen Berens ein aufrollbares Anschlusskabel wie bei einem Staubsauger vor. Der Kondensatablass ist laut Georg Hohenreiter schwer zu öffnen und für den Schlauchanschluss wurde ein Entlüftungsventil oder eine gummierte Schnellkupplung vorgeschlagen.
Präziser Nagler, kaum Kritik
Wolfgang Glöckners erster Eindruck vom Stauchkopfnagler: „Sehr viel Plastik, das eventuell leicht brechen kann.“ Später räumt er ein: „Durch sein geringes Gewicht ist der Nagler in allen Lagen sehr gut zu handhaben und auch über Kopf auf Dauer nicht zu schwer. Ich konnte ihn ohne Probleme über längere Zeit und in kurzen Intervallen benutzen und hatte nie Probleme, dass Nägel nicht richtig eingeschossen wurden. Selbst bei einem Versuch in Hartholz waren alle sauber versenkt. Ein Nagelstau ist bisher nie eingetreten. Das Nachladen ist problemlos.“
Michael Schmid ergänzt: „Der Nagler ist sauber verarbeitet, hat keine scharfen Kanten, liegt extrem gut in der Hand und ist für seine Größe extrem leicht.“ Besonders gut gefallen haben zudem die präzise Einstellung der Eintreibtiefe und der geringe Rückschlag. Teilweise hinterlässt er jedoch schwarze Abriebspuren und verursacht relativ große Einschusslöcher. Stefan Kennerknecht: „Die Nase ist zu klobig.“ Sebastian Bartsch wünscht sich eine weichere Kunststoffkappe.
Jürgen Berens bemängelt, dass der Schlitten beim Schließen oft an den Nägeln hängen bleibt: „Der Verschluss könnte etwas leichter gehen.“ Die seitliche Öffnung fällt Friedrich Hager positiv auf. Bei anderen Naglern sei es viel schwieriger, festhängende Nägel zu entfernen. Einziges Manko für ihn: „Leider ist das kein Kombigerät, das sich auch für Klammern eignet.“
Letztes Nagler-Kriterium: die Unterbringung im Systainer. Dazu Falk Schilb, der eine 3 vergibt: „Der Systainer bietet Platz für die Nägel. Allerdings wäre eine Fachlösung wünschenswert.“ Und Thomas Rickert schreibt: „Viel Schaumstoff, wenig Platz für weiteres Zubehör.“
So kommt die Luft zum Werkzeug
Schneider hat außerdem einen 10 m langen Druckluftschlauch zur Verfügung gestellt. Die Länge findet Sebastian Bartsch nicht notwendig. „Fünf Meter hätten völlig ausgereicht. Dann lässt sich der Schlauch auch im Kompressorgehäuse verstauen. Die geringere Schlauchlänge gleicht das Rollbrett aus.“ Für Michael Schmid hingegen ist die Schlauchlänge optimal für die Baustelle. „Vielleicht wäre ein flexibler Spiralschlauch aber besser gewesen.“ Und Wolfgang Glöckner lobt: „Der Druckluftschlauch ist sehr robust, dabei aber dennoch sehr flexibel. Bisher habe ich keine Beschädigung feststellen können, obwohl des Öfteren jemand auf den Schlauch gestiegen ist.“
So kommt das Werkzeug überall hin
Das Rollbrett ist für viele Tester das Sahnehäubchen:
  • Klaus Maier: „Es ist sehr praktisch bei größeren Räumen.“
  • Sebastian Bartsch: „Befestigung und Leichtgängigkeit der Rollen sind hervorragend.“
  • Martin Schneider: „Man kann es mit anderen Systainern zu einer richtigen Workstation zusammenbauen. Dann ist der SysMaster ein kompakter Montagehelfer.“
  • Falk Schilb: „Andere Modelle, die seitlich zwei große Räder haben, kippen beim Transport im Auto schnell um. Durch das Zusammenkoppeln mit dem Rollbrett ist der SysMaster gut zu transportieren.“
Oliver Grote findet, das Rollbrett könnte stabiler sein. Ihm wird das Gefährt zu schwer und unhandlich, wenn man Kompressor, Rollbrett und Systainer koppelt. Er schlägt zudem profilierte und breitere Rollen vor, damit man den Werkzeugturm auch auf Parkettboden sicher bewegen kann.
Fazit
Am Ende haben 17 Tester das Druckluft-Set übernommen, 19 würden es an Kollegen weiterempfehlen. Ausschlaggebende Kaufargumente sind das kompakte Gehäuse und die Qualität. Gelobt wurden aber auch Mobilität und Handlichkeit. Thomas Rickert: „Man kann fast alles mit einer Hand mitnehmen.“ Mit einem Augenzwinkern merkt Jürgen Meier an: „Man muss auf dem Bau gut auf den SysMaster aufpassen – er ist sonst schnell weggerollt.“

Schneider Druckluft GmbH
72770 Reutlingen
www.schneider-airsystems.de

Das Urteil der Tester …
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