BM-Serie rund um Gestaltung und Möbelentwurf

Möbelbau und Innenausbau: Grundlagen, Ideen und Tipps fürs Gestalten und Entwerfen

Grundsätze der Gestaltung

Wer im Möbelbau, im Innenausbau oder allgemein in der Gestaltung tätig ist, stellt sich immer wieder die Frage: Was ist ästhetisch? Was ist schön?

Das Entwerfen und Gestalten gehört zu den ureigensten Tätigkeiten im Tischler- und Schreinerhandwerk. Schon in der Lehrzeit werden die angehenden Tischler und Schreiner mit den Gesetzmäßigkeiten der Gestaltung vertraut gemacht. Beim Entwurf und der Gestaltung ihres Gesellenstückes, später bei der Meisterprüfung und im täglichen Arbeitsleben, werden sie dann von dem Gelernten profitieren. Hier zusätzlich Hilfestellung zu geben und das Formempfinden zu sensibilisieren, soll dieser Gestaltungskurs dienen. Er befasst sich zunächst mit allgemeinen Grundlagen (Flächen und Dimensionen, Korpus, Raum, Licht und Farbe sowie Textur) und geht dann über zur Möbelgestaltung (Funktion, Nutzer, Ergonomie und Wechselwirkungen). Zum Schluss gehen wir auf einzelne Möbel ein, z. B. die Höhe oder Breite eines Tisches, die Dimensionen eines Sideboards, die Gestaltung eines Bettes. Weitere behandelte Möbel sind Kommoden und Kleiderschränke. Viel Spaß!

868441Grundlagen der Gestaltung, Teil 1: So wirken Flächen und Dimensionen

Ob beim Entwurf und der Gestaltung des Gesellenstückes, des Meisterstückes oder jeglicher Tischler- und Schreinerarbeiten – immer ist ein Gespür für Dimensionen und ein sensibles Formempfinden gefragt.

Grundlagen der Gestaltung, Teil 2: Der Korpus

Körper werden durch Flächen begrenzt, die in der Regel rechtwinklig sind und von außen betrachtet werden. Für die einzelnen Ansichtsflächen gilt deshalb das, was über das Rechteck und Quadrat ausgeführt wurde.Die Proportionen der Flächen des Körpers sind in der Draufsicht, zum Beispiel bei Tischen, besonders aber in der Vorderfront gemäß der harmonischen Gesetze zu gestalten.

Raum_GGGrundlagen der Gestaltung, Teil 3: Der Raum

Räume sind von innen betrachtete dreidimensionale Flächengebilde, wobei die Wirkung der raum-umschließenden Flächen und deren Beziehungen zueinander in Bezug auf die Raumgestaltung besonders beachtet werden müssen. Die Form der einzelnen den Raum umschließenden Flächen sowie deren Dimensionen sind zunächst entscheidend für die Wirkung des Raumes.
So wirken Räume …


Farbe_GGGrundlagen der Gestaltung, Teil 4: Licht und Farbe

Licht und Farbe dringen über die Augen in unser Bewusstsein ein. Sie regen die Sinne an und beeinflussen die Stimmung, stärker und intensiver noch als es die Form in harmonischer Gliederung und Proportion vermochte.
Hier geht’s zu den Gestaltungsgrundlagen für Licht und Farbe

 


Holz: Ein warm anmutendes Material. Je nach Holzart wie Farbigkeit, Maserung und Astigkeit oder auch Holzeinschnitt ist es mehr oder weniger strukturiert bzw. lebendig. Der für Auge und Hand gleichermaßen sympathische Werkstoff eignet sich ideal für den Einsatz im Möbel- und Innenausbau vom Landhausstil bis zum modernsten Look. Holz ist kombinierbar mit Metallen, Glas, Stein, Kunststoff und Textilien. Häufig ist er wärmender, lebendiger Kontrast zu den künstlichen, nüchternen und kühlen Materialien. Bei der Gestaltung muss nicht nur die Behandlung der Oberflächen, ob matt oder hochglänzend, berücksichtigt werden, ganz entscheidend ist auch die Holzart. Nadelhölzer wie Kiefer oder Lärche haben einen naturhaften bis rustikalen Charakter und verlangen gröbere Textilien mit intensiven Farben. Kirschbaum auch Mahagoni haben feine, meist geschlossene blanke Oberflächen und können mit feinen, schlichten oder zurückhaltend gemusterten Stoffen kombiniert werden.Grundlagen der Gestaltung, Teil 5: die Textur

Von den verwendeten Materialien und Werkstoffen gehen ebenso wie vom Licht und der Farbe eine für die Sinne eigene Wirkung aus. Zum Beispiel verbinden sich mit Metall Kühle und Nüchternheit, mit Holz Wärme und Lebendigkeit. Verantwortlich sind hierfür in der Regel die Textur, die Farbe und die Oberflächentemperatur des Materials.
Materialien und Werkstoffe: Erfahrt mehr über ihre Textur

 


 

Grundsätze für den Möbelentwurf und Möbelbau

Um ein gutes Möbel zu entwerfen, benötigt man mehr als nur die genannten allgemeinen Regeln der guten Form. Auch die Funktion und die Konstruktion müssen mit der Gestaltung bei gutem Design eine Einheit bilden.
Formeln für gutes Design gibt es nicht. Trotzdem ist man immer wieder bemüht, Regeln für die Beurteilung guten Designs aufzustellen. 1950 veröffentlichte das Museum of Modern Art in New York die von Edgar Kaufmann verfassten 12 Regeln des modernen Designs.

Abb. 1: Maße von Gläsern, Bestecken, Geschirr und Flaschen

Möbelbau, Teil 1: Die Funktion des Möbels

Vor jedem Entwurf ist die Funktion des Möbels zu bestimmen. Soll es zum Beispiel ein Möbel zum Schreiben, Essen, Schlafen, Sitzen, Arbeiten, Kochen oder ein Möbel zur Unterbringung von Gegenständen sein? Wichtig ist, dass das Möbel einwandfrei funktioniert, dass es seine Aufgabe gut erfüllt und, dass es gebrauchstauglich ist.

Abb. 63: Platzbedarf für einen Essplatz mit einseitigem Bewegungsraum

Möbelbau, Teil 2: Der Nutzer des Möbels

Beim Entwurf eines Möbels sind auch die physischen Gegebenheiten der Benutzer zu berücksichtigen. Im engeren Sinne ist es die Anpassung der Möbel an die Maße des Menschen. Es sind seine Reichweiten und Greifbereiche, sein optimaler Sehabstand, seine richtige Arbeits- und Sitzhöhe zu berücksichtigen, um unnötige Belastung und Ermüdung zu vermeiden oder einfach nur ein komfortableres Wohlbefinden zu erreichen.

1137651Möbelbau, Teil 3: Ergonomische Anpassung von Einbauten

Auch beim Entwurf von Einbauten sind bestimmte Maßverhältnisse zu berücksichtigen. Insbesondere müssen der Platzbedarf, die Griffhöhen sowie die Greif- und Sehbereiche in die Planungsarbeit einfließen. Werden diese Vorgaben erfüllt, kann man mit Fug und Recht von einer Ergonomischen Anpassung sprechen.

1227801

Möbelbau, Teil 4: Wechselwirkungen

Ein guter Entwurf zeichnet sich durch eigene Ideen aus. Er ist geprägt durch die Handschrift des Entwerfers. Dabei sind die Konstruktionen wie Tür- und Klappenanschläge, Schubkastenführungen durch die Beschläge schon vorgegeben. Man muss diese deshalb in der Regel nicht erst neu erfinden, sondern kann sich aus dem breiten Angebot der Beschlagshersteller bedienen.

1328671

Möbelbau, Teil 5: Möbelarten

 Die Bezeichnungen der Möbel sind zum Teil genormt oder im deutschen Sprachgebrauch festgelegt. So werden Möbel zum einen nach dem Einsatzbereich und der Funktion, zum anderen nach der Ausführung und des verwendeten Werkstoffs gemäß DIN 68871 und 68880 in verschiedene Arten eingeteilt.

Klicke auf das Bild, um weitere Gestaltungsgrundsätzen für den Möbelbau kennenzulernen:

1331161

Das Sideboard

Die Kommode

Abb. 137 Schmale Pfeilerschränkchen. Beispiele mit Schubkästen und Türen. Oben könnte man sich die Schubkästen mit Maserfurnieren furniert, unten vielleicht mit Leder bezogen vorstellen. Die Türen im unteren Beispiel sind kreisförmig gebogen (Zeichnungen: Wolfgang Nutsch)

Das Säulenmöbel

1379891

Der Wohnzimmerschrank

 

 

 

 

 

 


 

Flotte Entwurfsskizzen, die zur Ideenfindung angefertigt wurden. Für ein kreatives Gestalten ist die freihändige Zeichnung sehr wichtig. Ideen können durch sie schneller dargestellt und festgehalten werden. Eine Verbesserung oder Verfeinerung des Entwurfs lässt sich an Hand von Skizzen rascher durchführen. Sie sind die Grundlage für genauere Zeichnungen am Lineal oder auf dem Computer

Schreibmöbel I

153323

Schreibmöbel II

Abb. 202: Die Maße am Schreibpult sind sehr von den Körpermaßen des am Schreibpult schreibenden Menschen abhängig. Die Pulthöhe vorn entspricht der Ellbogenhöhe beim Schreiben im Stehen. Sie kann 1050 bis 1200 mm betragen. Die Schreibfläche ist 10° bis 15° schräg. Aus der Schräge der Schreibfläche und der Tiefe des Pultes ergibt sich die hintere Höhe. Beim lässigen Stehen an einem Schreibpult muss ausreichend Freiraum für Fuß und Bein vorhanden sein. Wichtig ist auch eine gute Standsicherheit des Schreibpultes

Schreibmöbel III

1601671

Betten

 

 

 

 

 

 


 

1643821

Kleiderschränke I

1289561

Kleiderschränke II

1677421

Türanschläge

1677451

Platzierung der Griffe und Knöpfe

 

 

 

 

 

 

 


 

Abb. 225: Aus den Elementen „Gerade“, „Kreislinie“, „Ovallinie“ und „Ellipsenlinie“ entwickelte Profile

Profile für Möbel

Abb. 230: So wahllos sollten diese kleinen Bilder nicht auf der Wandfläche verteilt werden. Das rechte Bild hängt außerdem viel zu hoch

Gestalten mit Bildern