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Wenn es um neue Maschinen, Werkzeuge oder neue Abläufe geht: Binden Sie Ihre Mitarbeiter rechtzeitig in die Entscheidungsprozesse ein.
Beziehen Sie Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse ein

Fragen Sie vorher

Wenn neue Maschinen, Werkzeuge oder ein Fahrzeug gekauft werden sollen: Fragen Sie vorher Ihre Mitarbeiter. Denn die sind es ja, die täglich damit arbeiten und somit genau wissen, was für sie und den Betrieb wichtig ist.

I Welcher Chef wünscht sich nicht, dass seine Mitarbeiter selbstständig handeln, Entscheidungen im Sinne der Firma treffen und sich an getroffene Vereinbarungen halten? Die Praxis sieht leider oft anders aus. „Habe ich schon tausendmal gesagt, aber es passiert ja nichts“ oder „Geht mich nichts an“ sind Sätze, die in vielen Firmen zum Alltag gehören. Woher aber kommt dieser Frust und wie schaffe ich es, dass meine Mitarbeiter im Sinne des Unternehmern handeln?
Wichtig ist es, seine Mitarbeiter rechtzeitig in Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen – sei es bei der Anschaffung neuer Maschinen und Werkzeuge, Software oder Fahrzeugen oder auch bei internen Ablaufprozessen. Es sind ja gerade die Mitarbeiter, die täglich damit arbeiten und somit genau wissen, was für sie und den Betrieb wichtig ist. Dieses Wissen gilt es zu sammeln und zu nutzen. Sie als Chef übernehmen hier mehr die Rolle des Moderators, der von seinen Mitarbeitern die Pro- und Contra-Argumente sammelt, zusammenfasst und gemeinsam mit dem Team zu einer für alle optimalen Entscheidung kommt. Das führt dazu, dass sich die Mitarbeiter wertgeschätzt und in den Entscheidungsprozess einbezogen fühlen. Sie haben ihre und die Argumente der Kollegen mitbekommen und können somit auch besser nachvollziehen, warum man sich z.B. für genau diese Maschine entschieden hat. Das führt zu einer deutlichen höheren Akzeptanz.
Zudem nutzen Sie die Ideen und das Fachwissen mehrerer Personen, was in Summe immer zu einem besseren Ergebnis führt. Natürlich brauchen Sie nicht wegen jedem Schraubendreher alle Mitarbeiter zu befragen, aber manche Entscheidungen könnten Sie auch gleich an die Mitarbeiter delegieren.
Es gibt viele Themen und Möglichkeiten, bei denen die Mitarbeiter mit einbezogen werden können. Oftmals ist es auch nur die einfache Frage: „Wie würdest du das machen?“ oder „Was ist deine Meinung dazu?“ Entscheidungsprozesse können aber auch strukturiert durch regelmäßige Treffen und den gemeinsamen Austausch gefördert werden. I

Der Autor
Schreinermeister Matthias Brack ist Geschäftsführer der Brack Wintergarten GmbH und Anwendungsspezialist für die Methode KVP (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess) im Handwerk.

Der Entscheidungsmotor

Mitarbeiterstammtisch

Eine Möglichkeit, die Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen, ist ein regelmäßig stattfindender Mitarbeiterstammtisch. Hier werden anstehende Neuanschaffungen, Verbesserungsvorschläge, Firmenstrategien etc. vorgestellt und mit der Mannschaft diskutiert. Sinnvoll ist es, pro Stammtisch ein Thema abzuarbeiten, die Ergebnisse festzuhalten und für alle zugänglich zu dokumentieren. Während des Stammtisches können die Mitarbeiter oder der Chef Vorschläge für Themen zum nächsten Treffen machen und somit auch eigenen Ideen und Vorschläge mit einbringen.
Sollte es spezielle Aufgaben geben, für die es der Vorbereitung oder Informationsbeschaffung bedarf, ist es sinnvoll, wenn die Gruppe einen oder mehrere beauftragt, bis zum nächsten Treffen alle notwendigen Daten zu besorgen, damit dort eine fundierte Entscheidung getroffen werden kann. Auch kann eine kleinere Gruppe oder einzelne Mitarbeiter mit der Ausarbeitung eines Vorschlages beauftragt werden.