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Diese Lichterkette mag eine stimmungsvolle Beleuchtung für die Gartenparty sein, aber sicher nichts für die Werkstatt. Worauf Arbeitgeber in Sachen Licht achten müssen, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Foto: Ronstik, 123rf
Die fünf wichtigsten Anforderungen an die Beleuchtung am Arbeitsplatz

Es werde (gutes) Licht

Wenn Sie sich bei der Arbeit müde und schlapp fühlen oder häufig Kopfschmerzen haben, kann das an der Beleuchtung liegen. Optimale Lichtverhältnisse verringern die Fehlerquote, tragen zur Unfallvermeidung bei und können noch dazu die Motivation Ihrer Mitarbeiter steigern. Hier erfahren Sie, wie eine moderne Beleuchtungsanlage beschaffen sein muss.

Arbeitgeber sind nach §3 und 5 des Arbeitsschutzgesetzes verpflichtet, den Arbeitsplatz so einzurichten, dass Mitarbeiter keine gesundheitlichen Schäden davontragen. Dazu zählt auch eine den Arbeitsbedingungen angepasste Beleuchtung.

Die Auswahl hängt vom Arbeitsumfeld ab: Im Büro bestehen andere Anforderungen als in der Werkstatt. Einige Grundbedingungen müssen aber an jedem Arbeitsplatz erfüllt sein. Darauf sollten Sie achten:

Optimale Beleuchtungsstärke

Die Beleuchtungsstärke orientiert sich an der Arbeitsaufgabe. Ist Präzision gefragt, wird eine höhere Beleuchtungsstärke benötigt als bei grober Arbeit. Für Bildschirmarbeitsplätze sind 500 Lux vorgeschrieben, für die Ablage und zum Kopieren 300 Lux. An der Hobelbank, beim Leimen und Zusammenbau müssen es ebenfalls 300 Lux sein, an Holzbearbeitungsmaschien – z. B. Abrichten, Fugen, Schneiden, Sägen und Fräsen – 500 Lux. Für’s Schleifen und Lackieren sowie für die Furnierauswahl sind 750 Lux vorgeschrieben, in der Qualitätskontrolle sogar 1000 Lux. Auch das Alter der Mitarbeiter spielt eine Rolle. In unvorteilhaft ausgeleuchteten Räumen können ältere Menschen Distanzen, Konturen und Kontraste weniger gut wahrnehmen. Ein 50-Jähriger benötigt rund 50 Prozent mehr Licht als sein 25-jähriger Kollege, um denselben Helligkeitseindruck zu erhalten.

Gleichmäßige Flächenbeleuchtung

Durch eine gleichmäßige Allgemeinbeleuchtung wird zusätzliches Licht am Arbeitsplatz oft entbehrlich – außer, wenn bei einzelnen Prozessen eine hohe Genauigkeit gefragt ist. In Hallen sollte die Allgemeinbeleuchtung der Verkehrszohnen bei 200 Lux liegen, unterstützt von einer individuellen Arbeitsplatzbeleuchtung. Gemessen wird jeweils in der Nutzebene bei 0,85 m über dem Boden. Dazu ist eine Vielzahl an Leuchten zu installieren, die nicht zu weit voneinander entfernt liegen dürfen. Ein konstant ruhiges Licht ohne Flackern entlastet die Augen und beugt Ermüdungserscheinungen vor. Hochwertige LED-Leuchten machen das Licht sofort nach dem Einschalten zu 100 % verfügbar.

Schattenwirkung einberechnen

Das Erkennen eines Gegenstandes und seiner Beschaffenheit wird zwar durch die Schattenwirkung unterstützt. Stellen, die überhaupt kein direktes Licht erhalten – sogenannte Schlagschatten –, sind jedoch grundsätzlich zu vermeiden. Leuchten mit großer Leuchtfläche, die durch die Reflexion des Lichts an hellen Decken und Wänden unterstützt werden, helfen, Schlagschatten zu vermeiden.

Vermeidung von Blendwirkung

Leuchten oder Flächen, die eine zu hohe Leuchtdichte aufweisen, erzeugen Direktblendung. Die indirekte Reflexblendung dagegen entsteht durch Spiegelung auf glänzenden Oberflächen. Blendwirkungen können zu Augenirritationen, Ermüdung und Leistungsabfall bis hin zur messbaren Verschlechterung des Auges führen. Abhilfe schaffen optimal ausgerichtete Leuchten und Lichtschutzvorrichtungen wie Jalousien oder Lamellenstores. Die Blickrichtung sollte während der Arbeit idealerweise parallel zur Fensterfront und zu den Leuchtreihen verlaufen.

Lichtfarbe – Farbwiedergabe

Da unsere Augen in Bezug auf die Farbbewertung an das Sonnenlicht angepasst sind, gilt es, die spektrale Komposition des Tageslichts durch künstliche Beleuchtung nachzuahmen. Das Arbeitslicht darf Sicherheitsfarben und Farbkodierungen nicht verfälschen. Die Qualität der Farbwiedergabe von Lichtwellen wird mit dem Farbwiedergabeindex CRI („Color Rendering Index“) bestimmt. Der Mindestwert für einen Bildschirmarbeitsplatz sowie die meisten anderen Arbeitsplätze liegt bei 80. Hochwertige LED-Leuchten erreichen oft annähernd den Maximalwert von 100. Der CRI des gelblichen Lichts von Natrium-Dampflampen liegt meist nur bei einem Wert von unter 30. (nr/Quellen: Deutsche Lichtmiete; Wir sind Heller)


BM-Buch- und Web-Tipps

Kompaktes Lichtwissen

Das eBook „Lichtwissen kompakt“ ist ein informativer Leitfaden rund um das Thema Beleuchtung in Industrie, Handel und Gewerbe. Auf insgesamt 40 Seiten wird erklärt, worauf bei einer Umrüstung der Beleuchtung auf LED zu achten ist. Die Broschüre beschreibt die Wirkung des Lichts auf den Menschen, erklärt Grundbegriffe der Lichttechnik sowie andere wichtige Kenngrößen (Lichtstrom, -stärke, -ausbeute, -dichte, Beleuchtungsstärke, elektrische Leistung, Lebensdauer, Lichtstromrückgang, Lichtfarbe und Farbtemperatur, Anlaufzeit, Dimmbarkeit, …). Sie geht außerdem auf Kennzeichnungen, Richtlinien und DIN-Normen ein.

www.deutsche-lichtmiete.de

Die Firma „Wir sind Heller“ (WSH GmbH) beschäftigt sich auf ihren Internetseiten intensiv mit der Hallenbeleuchtung nach DIN EN 12464-1 sowie mit der Arbeitsstättenrichtlinie ASR A3.4. Dort finden Sie von der Beleuchtungsstärke bis hin zur Blendung alle Werte, die für ein optimales Arbeitsumfeld eingehalten werden müssen – übersichtlich nach Branchen.

www.wirsindheller.de