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Greencard fürs Handwerk?

Arbeitsmarkt und Ausbildungsplätze
Greencard fürs Handwerk?

Nach Einführung der Greencard für die IT-Branche erheben sich in vielen anderen Branchen Klagen über fehlende Fachkräfte. Forderungen nach einer Ausweitung der Greencard – auch auf traditionelle Bereiche – werden gestellt. Eine Studie der Dresdner Bank ergibt, dass jeder fünfte Mittelständler offene Stellen aufgrund des Fachkräftemangels nicht besetzen kann.

In Deutschland leiden knapp 43 Prozent der Handwerksbetriebe unter einem Fachkräftemangel – in Westdeutschland ist es jeder zweite Handwerksbetrieb, dem Fachkräfte fehlen, in Ostdeutschland sind es dagegen nur 25,6 Prozent. Wie wichtig Fachkräfte für den Mittelstand sind, zeigt die erwähnte Studie: 79 Prozent der neugeschaffenen Arbeitsplätze im Mittelstand wurden mit qualifizierten Arbeitskräften besetzt, die eine abgeschlossene Lehre vorweisen konnten. In Großkonzernen lag der Anteil im letzten Jahr nur bei 57 Prozent. In der Diskussion um die Greencard wird auch auf den in den kommenden Jahren sich massiv verändernden Ausbildungsmarkt hingewiesen. Aufgrund der demografischen Entwicklungen wird schon ab 2006 die Zahl der Bewerber deutlich zurückgehen.

Handwerk für Ausbildung
Die Umfrageergebnisse zeigen deutlich, dass das Handwerk sich bemüht, den Fachkräftemangel vor allem durch Aus- und Fortbildung zu beheben. Dies wird von den Befragten als wichtigstes Instrument im Kampf gegen Fachkräftemangel genannt (68,4 Prozent). Mit einem guten Betriebsklima wollen 60,7 Prozent ihre Mitarbeiter motivieren und so die angestellten Fachkräfte an sich binden. Neben den beiden erstgenannten Möglichkeiten spielt auch die Fortbildung der Handwerker eine wichtige Rolle – auch vor traditionellen Berufen macht die technische Entwicklung nicht halt. Dieses Mittel setzen rund 51 Prozent der Handwerksbetriebe ein, um Mitarbeiter zu qualifizieren. Die Gelegenheit, Mitarbeiter durch höhere Gehälter oder Prämienzahlungen zu halten oder neue anzuwerben, spielt dagegen im Handwerk eine nur untergeordnete Rolle.
Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt befindet sich im Wandel. Herrschte in den vergangenen Jahren Lehrstellenmangel, so kommen nun positive Signale aus den Betrieben und Berufsschulen. Rein rechnerisch, so das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln, kam im Jahr 2000 auf jeden Bewerber eine Lehrstelle. Während in Westdeutschland zu Beginn des Ausbildungsjahres noch mehr Lehrstellen als Bewerber verzeichnet wurden, bleibt die Lage im Osten ungleich schwieriger – hier mangelt es weiterhin an freien Lehrstellen.
Lehrstellen im Osten schwieriger
Jeder dritte Lehrvertrag wird im Handwerk geschlossen. Die schlechte konjunkturelle Lage des Handwerkes, insbesondere beim Bau, ist auch bei den Lehrstellen nicht ohne Wirkung geblieben – in Westdeutschland wurden 3,4 Prozent weniger Ausbildungsverträge als 1999 unterschrieben, in Ostdeutschland sank die Zahl um 11,4 Prozent.
Von den befragten Unternehmen gaben 62,1 Prozent an, regelmäßig Auszubildende einzustellen. Während der Anteil ausbildungswilliger Betriebe in Westdeutschland bei 64,7 Prozent liegt, planen in Ostdeutschland nur 55,5 Prozent die Vergabe von Lehrstellen. Jeder zehnte Handwerker will in diesem Jahr das Angebot an Lehrstellen erhöhen. Demgegenüber werden 8,1 Prozent der Unternehmen weniger Auszubildende einstellen als im Jahr 2000, 6,7 Prozent in Westdeutschland und 12,2 Prozent in Ostdeutschland. Fast zwei Drittel der Unternehmen werden die Zahl der Ausbildungsplätze nicht verändern.
Kompetenz der Hauptschule steigern
Erfreulich ist, dass über 60 Prozent des Handwerks keine Probleme bei der Besetzung der Lehrstellen haben. Größtes Hindernis für den Abschluss eines Ausbildungsvertrages ist nach Aussage des Handwerks die mangelnde Qualifikation des Bewerbers (32,6 Prozent). Der Großteil der Berufsstarter im Handwerk kommt von der Hauptschule – im Bezirk der Handwerkskammer Düsseldorf hat jeder zweite Lehrling einen Hauptschulabschluss. o
(Quelle: Creditreform)
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