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Hölzer und Kombinationen für das Holzfenster der Zukunft

Neue Materialien im 2. Holzartenseminar
Hölzer und Kombinationen für das Holzfenster der Zukunft

Die Teilnehmer des 2. Holzarten-seminars zeigten sich höchst beeindruckt von der unglaublich umfangreichen Holzartenbibliothek am Thünen-Kompetenzzentrum Holzherkünfte – in der Mitte Rudi Walz und Heinz Blumenstein von Mitveranstalter Bundesverband ProHolzfenster e.V. (Foto: ProHolzfenster)
Neue Holzarten, die der Markt für den Fensterbau anbietet, waren Thema des zweiten Holzartenseminars des Bundesverbands ProHolzfenster im September in Hamburg. Zusammen mit dem Institut für Betriebs- und Arbeitstechnik im Tischlerhandwerk (iBAT) und dem Thünen-Kompetenzzentrum Holzherkünfte Hamburg diskutierten Fachreferenten mit 20 Teilnehmern, darunter Fensterbauer, Planer und Holzhändler.

Diplom-Holzwirt Eike Gehrts ging in seinem Vortrag insbesondere auf die Anforderungen an das Holz im Fensterbau ein. Neben zahlreichen Informationen zu neuen deutschen und europäischen Normen und Richtlinien kamen vor allem die Dauerhaftigkeitsklassen der Holzarten zur Sprache. Arten wie Bintangor, Sapelli, Merawan oder Kasai wurden vorgestellt. Laut Gehrts sei der bauliche Holzschutz wichtiger als der chemische Holzschutz. Momentan ist der Montage-Leitfaden des VFF in Überarbeitung, dadurch will man bei Rechtsunsicherheiten Klarheit schaffen.
Eine der beliebtesten Holzarten ist das Rote Meranti aus dem Raum Indo-Malaysia. Hierzu findet 2013 und 2014 eine große Testreihe statt, welche die Dauerhaftigkeit der verschiedenen Meranti-Arten prüft. Eine Neuklassifizierung hält Gehrts für nötig, da beispielsweise in der Praxis bei Meranti 450+ so gut wie keine Fäulnisschäden aufträten: „Die Situation hat sich in den letzten Jahren erheblich verbessert.“ Eine bessere Sortierung nach Farbe und Rohdichte ermögliche hohe Qualitäten. Gehrts empfiehlt bei Tropenholz auch die Verwendung weiterer Sorten mit gleichen Eigenschaften und bei vorhandenem Nachhaltigkeitszertifikat.
Anfang 2014 wird ein neues Merkblatt „Holzarten für den Fensterbau“ erscheinen, die Mitglieder des GD Holz haben schon heute exklusiven Zugriff auf die Merkblattreihe der einzelnen Hölzer.
Neue lamellierte Holzkanteln sollen 2014 in einem Anwendungsleitfaden zum Holzarten-Merkblatt ergänzt werden. Auch für die modifizierten Hölzer und deren Kantel-Produkte ist für 2014 eine Aufnahme ins Merkblatt geplant. Das Augenmerk liegt dabei auf genau definierten modifizierten Holzprodukten und nicht auf unterschiedlichen Modifizierungsverfahren. Generell sieht Gehrts bei der Kombination verschiedener Holzarten in einer Kantel, darunter ggf. auch modifizierte Hölzer, interessante Entwicklungsmöglichkeiten hin zum „Holzfenster der Zukunft“.
Dr. Gerald Koch vom Thünen-Kompetenzzentrum Holzherkünfte in Hamburg berichtete über die vielen Fortschritte in der Holzartenerkennung und die Testverfahren für Kantel-Produkte. Mit seinen Kollegen ist er momentan auch für die Überprüfung der in die EU eingeführten Hölzer zuständig. Durch die neue EU-Holzhandelsverordnung EUTR wird die Holzartendeklarierung des Lieferanten im Labor überprüft bzw. der angegebene Einschlagsort verifiziert. Hierfür ist, neben jahrelanger Erfahrung, auch eine gut sortierte Holzartenbibliothek für Referenzanalysen nötig. In Deutschland verfügt nur das Thünen-Kompetenzzentrum Holzherkünfte über ausreichend Know-how für die anspruchsvollen Tests. Die Teilnehmer selbst konnten mit einer Lupe verschiedene Holzproben analysieren und so erste Einblicke in den Laboralltag der Forschungseinrichtung erhalten. Eine hochinteressante Führung durch die beeindruckende Holzartenbibliothek des Instituts rundete die Veranstaltung ab. Wertvoll war auch der Hinweis auf die vom Thünen-Institut entwickelte Holzartendatenbank „macroHOLZdata“, die aus Bundesmitteln finanziert wird und Daten sowie Bewertungen aller bekannten und relevanten Holzarten der Welt enthält.
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