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Wenn Handwerker und Architekten harmonieren

Gemeinsame Projekte ausgezeichnet
Wenn Handwerker und Architekten harmonieren

Gemeinsame Vorzeigeprojekte von Handwerkern und (Innen-)Architekten sind am Donnerstag, 13. März, auf der Internationalen Handwerksmesse (IHM) in München ausgezeichnet worden. Die Jury verlieh die Preise im Wettbewerb „geplant+ausgeführt“ für den Bau eines Wohnhauses auf schwierigem Gelände im bayerischen Irsham, einer Aussegnungshalle in Theinselberg (ebenfalls Bayern), sowie einer Bar in Innsbruck. Den Publikumspreis, ausgelobt von der Deutschen Handwerkszeitung, erhielt das Atelierhaus „Schwarz auf Weiß“ in der Oberpfalz.

1. Preis
Ein Grundstück, leicht abschüssig, lang und schmal, umgeben von Bauernhäusern und altem Baumbestand – keine einfache Voraussetzung für die Errichtung eines Wohnhauses. Das Ergebnis jedoch ist beeindruckend und erhielt den ersten Preis. „Der schmale, eingeschossige Flachdachbau zeichnet sich durch eine lebendige, klar strukturierte Fassade aus“, so die Jury. Sie besteht aus unbehandelten Schwarzstahlplatten, die in Breite, Stärke und Oberflächenqualität variieren, durchsetzt von Lärche-Dreischichtplatten. Witterungsbedingte, materialgerechte Alterung und Oberflächenveränderungen durch Roststellen seien von Anfang an einkalkuliert und erwünscht gewesen. In kurzer Zeit entwickelte die schwarz glänzende Fassade eine rotbraunen Patina mit interessanten Strukturen. Innenhöfe und Fassadenöffnungen sowie eine Terrasse erlauben Durch- und Weitblicke auf Felder und Wiesen. „Die schlanken Innenräume gewinnen dadurch Offenheit sowie eine wohltuende, lichte Atmosphäre“. Das außergewöhnliche Gebäude wurde erschaffen von der Zimmerei Holzbau A. Höngberger (Vilshofen/Sandbach), der Veit Fröhler Bau GmbH (Hauzenberg), der Ratzer GmbH (Passau) und den Koeberl Doeringer Architekten (Passau).
2. Preis
Auf dem zweiten Platz landeten die Holzhauswerkstatt Riedle & Bader Holzbau (Baisweil), die Oskar Hoffmann Bau- und Möbelschreinerei (Oy), die Höller + Wanner GbR (Wiggensbach) sowie die F64 Architekten (Kempten). Sie planten eine neue Aussegnungshalle und ein Gemeindehaus für die Kirche St. Afra in Theinselberg. Der Jury gefiel unter anderem die Freistellung der Kirche, die im Kern aus dem 12. Jahrhundert stammt. Die beiden Neubauten wurden am unteren, östlichen Ende des Friedhofes errichtet. Sie blieben im Vergleich zur Kirche zwar untergeordnete Objekte, so die Jury, entwickelten aber dennoch eine ausgewogene Einheit untereinander und einen spannungsvollen Zusammenklang mit dem Kirchenbau.
3. Preis
Eine Herausforderung für Planer und Handwerker war auch die Erlkönig-Bar in Innsbruck. Denn die Qualität der Räume, Gewölbeformationen, Wandstrukturen und Fußbodeneigenheiten sollte wahrnehmbar werden. Die Tischlerei Holzer (Schwaz, Österreich), Mark Wohndesign (Wattens, Österreich) und ATP sphere GmbH (Innsbruck, Österreich) setzten auf edle Materialen und Oberflächen, auf literarische Zitate an den Wänden sowie auf ein besonderes Lichtkonzept. Dafür wurden sie mit dem dritten Platz belohnt. Die Jury lobte die individuellen Ausbauelemente aus Nussholz sowie die lederbezogenen Barhocker, die an Pferdesattel erinnern. Das Beleuchtungskonzept wirke tagsüber klassisch unaufdringlich, schaffe aber bei Dunkelheit eine nahezu sakral anmutende Atmosphäre.
Der Publikumspreis
An das Atelierhaus „Schwarz auf Weiß“ von der French Connection GmbH (Wenzenbach) und den Fabi Architekten (Regensburg, München) ging der diesjährige Publikumspreis. Das Haus besteht aus einem schwarzen Baukörper, der gedreht auf einem weißen Flachdachgebäude liegt. Während oben Raum zum Arbeiten, Essen, Feiern und Entspannen entstand, dient der untere Bereich als Ruhe- und Schlafbereich.
Insgesamt waren 30 Privathäuser, gewerbliche und kommunale Gebäude aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nominiert. Diese wurden auf einer Sonderausstellung auf der IHM vorgestellt. An den Arbeiten waren Tischler und Schreiner, aber auch Zimmerer, Maler, Metallbauer, Spengler und zahlreiche andere Gewerke beteiligt. Der Wettbewerb „geplant+ausgeführt“ wird unterstützt von der Bayerischen Architektenkammer, dem Bund Deutscher Innenarchitekten (BDIA), dem Zentralverband des Deutschen Handwerks und dem Bayerischen Handwerkstag. (nr)
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