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Auf dem Prüfstand

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Auf dem Prüfstand

Auf dem Prüfstand
Hält der Meistertitel was er verspricht? Ist er nur noch ein Relikt aus der Zeit der Zünfte? Ist er nur noch ein gemäß der Handwerksordnung vorgeschriebenes, notwendiges Zertifikat für die Führung eines Betriebes? Brauchen wir überhaupt noch den Meistertitel? Und wenn ja, müssten dann die Qualitätsanforderungen zur Erlangung der Meisterschaft den heutigen Marktgegebenheiten angepasst, d. h. die Meisterprüfungsordnung novelliert werden? Fragen und Meinungen, die heute mehr denn je allerorten im Deutschen Handwerk diskutiert werden. Auch im Tischler- und Schreinerhandwerk wird seit langem gefordert, dem Großen Befähigungsnachweis als Bestätigung beruflicher Qualifikation einen höheren Stellenwert zu geben. Dies mit der Konsequenz, die Qualifizierungsanforderungen an die Meisterprüfung den Strukturveränderungen anzupassen. So befasst sich seit März diesen Jahres eine Arbeitsgruppe des Bundesverbandes HKH mit der Anpassung an die vorhandenen Forderungen und hat erste Ergebnisse zur Diskussion vorgelegt (Seite 52 ff). Dabei handelt es sich um die Modifizierung des Entwurfs über die „Zukünftige Struktur der Meisterprüfungsverordnung in Deutschland“, die vom Bundesministerium für Wirtschaft als Verordnungsgeber und den Sozialpartnern verabschiedet wurde. Das Papier sieht zwar vor, dass die bisherigen vier Teile der Meisterprüfung erhalten bleiben, jedoch sollen die Tätigkeiten, Fertig-keiten und Kenntnisse als ganzheitliche Qualifikationen formuliert und dementsprechend abgeprüft werden.

Die praktische Meisterprüfung soll zwar bestehen bleiben, setzt sich aber jetzt aus drei Elementen zusammen:
• einer Projektarbeit (so heißt zukünftig die Meisterprüfungsarbeit, also das traditionelle Meisterstück!)
• ein darauf bezogenes Fachgespräch
• eine Situationsaufgabe (die bisherige Arbeitsprobe).
Die Projektarbeit soll einem Kundenauftrag entsprechen, wird also nicht mehr das „geliebte“ Meisterstück sein können. In diesem Zusammenhang stelle ich mir vor, wie ich meinem Besuch zuhause erkläre, dass dieser Schreibtisch, meine „Projektarbeit“ ist! Nein, ich stelle es mir lieber nicht vor! Was nicht heißen soll, dass ich gegen eine Novellierung der Meisterprüfungsverordnung bin, im Gegenteil! Die Neuorientierung ist dringender denn je!
Und so ist die Aussage in dem vorgelegten Entwurf über das „Meister-prüfungsberufsbild“ nur zu begrüßen. Danach soll der Meisterprüfungsaspirant nachweisen, dass er befähigt ist, nicht nur einen Handwerksbetrieb selbstständig führen zu können, sondern, dass er auch in den Bereichen Technik, Betriebswirtschaft, Personalführung und -entwicklung Leitungsaufgaben wahrnehmen, die Ausbildung durchführen und seine berufliche Handlungskompetenz selbstständig an neue Bedarfslagen in diesen Bereichen anpassen und umsetzen kann. Auf einen Nenner gebracht: er muss stärker als bisher unternehmerisch denken und handeln, sich auf fachlicher und gestalterischer Ebene ebenso qualifizieren, wie in der Betriebs- und Personalführung, wobei das Marketing einen besonderen Stellenwert haben wird.
Bestätigt werden diese Anforderungen auch in unserer kleinen Umfrage zum Thema Novellierung der Meister-prüfungsverordnung (Seite 54).
Nur wenn wir es schaffen, den Meisterbrief als Qualifizierungs- und Qualifikationsinstrument zu stärken, werden Meister und Meisterinnen weiterhin die Elite des Handwerks sein.
Wege zur Meisterschaft – und nicht nur diese – zeigt die vorliegende BM-Sonderausgabe BM-EXTRA Karriere 2000 auf. Mit zahlreichen Beiträgen zur beruflichen Erstaus-bildung und Weiterbildung im holz- und kunststoffverarbeitenden Handwerk soll sie ins Bewusstsein rücken, dass lebenslanges Lernen zu den begehrten Karrieresprüngen verhilft, denn Wissen und Können sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche berufliche Zukunft.
In diesem Sinne
herzlichst
Ihr Peter Nagel
BM-Chefredakteur
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