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Berufsbild Holztechniker: Die Universalisten

Berufsbild „Holztechniker/in“
Berufsbild Holztechniker: Die Universalisten

Vielseitig und praxisnah in der Ausbildung, bieten sich für Holztechniker/innen im Anschluss an das Studium vielfältige berufliche Möglichkeiten. Die Mischung aus theoretischem Grundwissen und praktischer Erfahrung sowie die technischen, gestalterischen und betriebswirtschaftlichen Kenntnisse und Fähigkeiten versetzen Holztechniker/innen in die Lage, unterschiedlichste Aufgaben ganzheitlich und fachkompetent zu lösen.

Von seiner dominierenden Stellung im täglichen Leben hat das Holz über Jahrtausende hinweg bis in unsere Zeit nichts eingebüßt. In Ländern mit ausgeprägter Holzindustrie ist man seit langem bemüht, die Kenntnisse vom Holz zu vertiefen und damit die im Holz liegenden technischen Möglichkeiten zu erschließen. Diese Bemühungen haben in den letzten beiden Jahrzehnten zu einer geradezu revolutionären Entwicklung von Maschinen und Ausrüstungen für die Bearbeitung von Holz und Holzwerkstoffen geführt.

Die Planung, den rationellen Einsatz, die Bedienung und Wartung solcher Betriebsanlagen sowie die Einführung verfeinerter Verarbeitungsmethoden bei optimaler Nutzung des Rohstoffes Holz gehören zu den vielfältigen Betätigungsfeldern von Holztechniker/innen.
Für den Beruf des Holztechnikers förderlich ist die Neigung zu planender, organisatorischer Tätigkeit, eine Vorliebe für die Arbeit mit natürlichen Materialien sowie ein Interesse an fachbezogenen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen (Physik, Chemie, Mathematik).
Für die Berufsausbildung und Berufsausübung ist es notwendig, wenn einige Fähigkeiten besonders ausgeprägt sind. Dazu gehören ein gutes allgemeines und intellektuelles Leistungs- und Wahrnehmungsvermögen – letzteres ist wichtig z. B. zum Ablesen von Instrumentenanzeigen, Umgang mit Tabellen, Listen, Diagrammen – sowie ein ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen – wichtig zum Lesen, Anfertigen und Umsetzen von Plänen oder Skizzen. Von Vorteil sind darüber hinaus ein besonderes Maß an technischem Verständnis, ggf. auch Einfallsreichtum im technischen Bereich sowie angemessene sprachliche Fähigkeiten im mündlichen und schriftlichen Bereich.
In Abhängigkeit von der Arbeitsaufgabe können im Einzelfall zusätzlich erworbene besondere Werkstoffkenntnisse vor allem in den Bereichen Kunststofftechnik oder Holzoberflächenveredelungstechnik förderlich sein.
Von Holztechnikern wird erwartet, dass sie über eine gute körperliche und geistige Belastbarkeit verfügen, gewissenhaft, verantwortungsbewusst und zuverlässig sind. Zudem sollten sie selbstständig, planvoll und systematisch arbeiten können. Wichtig ist außerdem Teamfähigkeit.
Mögliche Arbeitsbereiche
Holztechniker/innen haben aufgrund ihres fundierten theoretischen Fachwissens und ihrer praktischen Berufserfahrung ein breit gefächertes Spektrum an Einsatzmöglichkeiten vor sich. Sie können als qualifizierte Führungskräfte für sehr unterschiedliche Aufgaben – zumeist auf der mittleren Führungsebene – vor allem in der Industrie und im Handwerk, aber auch in Planungsbüros und Behörden eingesetzt werden.
Häufig übernehmen sie Fach- und Führungsaufgaben in der Auftragsabwicklung, der Organisation und Planung von Arbeitsabläufen, aber auch in der Fertigung, Instandhaltung und Montage sowie in der Entwicklung und Konstruktion, vor allem von Holzprodukten, Fertigungsanlagen und -maschinen. Vielfach sind sie auch für die Einhaltung der Vorschriften zur Unfallverhütung und Arbeitssicherheit zuständig.
Weitere Tätigkeitsfelder liegen in der Arbeitsvorbereitung und der Qualitätskontrolle sowie in der Bearbeitung kaufmännischer Aufgaben, wie z. B. der Kalkulation von Aufträgen, oder im Kundendienst, Einkauf und Vertrieb.
Holztechniker/innen arbeiten vor allem in der Holz be- und verarbeitenden Industrie, z. B. in Sägewerken, in der Spanplatten- und Sperrholzherstellung, im Fertighausbau, in der Möbelfabrikation, in der Fertigung von Bauelementen (Fenster, Türen, Treppen) oder in Betrieben für die Entwicklung und Konstruktion von Holz be- und verarbeitenden Maschinen und Anlagen. Auch in Zulieferbetrieben und in der Lack-, Leim- und Beschlagsindustrie gibt es für die Fachkräfte Beschäftigungsmöglichkeiten.
Zunehmend finden sie auch Arbeitsplätze in spezialisierten mittleren und großen Handwerksbetrieben im Bereich des Möbel- und Innenausbaus.
Vielfältige Anforderungen
Hier einige typische Tätigkeiten und Aufgaben, mit denen Holztechniker konfrontiert werden:
  • Entwurf und Konstruktion z. B. von Möbeln, Holzbauten oder im Innenausbau
  • Kalkulation der Kosten für Produktentwicklungen und/oder Verfahren
  • Fertigungssteuerung inklusive Entwicklung von Programmen für CNC-Steuerungen
  • Betriebsmittel- und Materialplanung
  • Projektmanagement
  • Qualitätsmanagement
  • Dokumentation/Präsentation von Produkten und Verfahren
  • Arbeitsvorbereitung
  • Arbeitssicherheit
  • Ablauf-/Prozessoptimierung
  • Produkt und Anwenderberatung, Kundenberatung
  • Ausbildung und Schulung von Mitarbeitern
  • Besprechungen vorbereiten, moderieren, nacharbeiten.
Studium und Abschluss
Nur mit dem Verständnis und Wissen um die Probleme der Produktentwicklung und -fertigung, der Werkstofftechnologie, der Informationstechnik, der Betriebswirtschaftslehre und der Kostenrechnung können die in der Wirtschaft an den Holztechniker gestellten Anforderungen gelöst werden. Ziel der Fortbildung ist daher die Vermittlung von technischen, gestalterischen und betriebswirtschaftlichen Kenntnissen und Fähigkeiten. Des Weiteren liegt die Zielsetzung in der Förderung eigenverantwortlichen Handelns und der Teamorientierung. Diesen praxisorientierten Qualifikationsanforderungen entsprechen handlungsorientierte Unterrichtsmethoden, fächerübergreifendes, projektorientiertes Lernen in der Ausbildung. Die Stundentafeln von einzelnen Ausbildungsstätten geben Aufschluss darüber, inwieweit ein solches neuzeitliches Qualifikationsprofil angeboten und umgesetzt wird.
Staatlich geprüfte/r Techniker/in – Fachrichtung Holztechnik ist eine landesrechtlich geregelte schulische Fortbildung, die an Fachschulen bzw. Berufskollegs durchgeführt wird. Die Ausbildung wird mit folgenden Schwerpunkten angeboten:
  • Automatisierungstechnik
  • Betriebstechnik
  • Holzbau
  • Holzbearbeitung
  • Möbelbau u. Raumgestaltung.
In einigen Bundesländern ist die Ausbildung auch ohne Schwerpunkte möglich. Je nach Angebot in einzelnen Schulen kann die Vorbereitung zum Erwerb von Zusatzqualifikationen, wie Fachhochschulreife, Ausbildereignungs-, Refa- oder Meisterprüfung erfolgen.
Die Ausbildung wird in Vollzeit (2 Jahre) oder auch Teilzeit (4 Jahre) durchgeführt und endet mit einer staatl. Abschlussprüfung. Die Abschlussbezeichnungen:
  • Staatlich geprüfte/r Holztechniker/in
  • Staatlich geprüfte/r Techniker/in – Fachrichtung Holztechnik oder mit Schwerpunkt z. B.
  • Staatlich geprüfte/r Techniker/in – Fachrichtung Holztechnik, Schwerpunkt Betriebstechnik.
Zulassungsvoraussetzungen für das Studium sind ein Hauptschulabschluss, die erfolgreiche Abschlussprüfung in einem der Fachrichtung oder Schwerpunktsetzung entsprechenden Ausbildungsberuf sowie eine ein- bis zweijährige Berufspraxis.
In den einzelnen Bundesländern und Fachschulen gibt es unterschiedliche Regelungen zu den für die Fortbildung vorausgesetzten Ausbildungsberufen. Deswegen ist es erforderlich, sich bei den in Frage kommenden Fachschulen über die Zulassungsbedingungen zu informieren.
Berufliche Perspektiven
Deutschland ist ein Holzland und hat vor allem in der Möbelproduktion sowie im Holzbearbeitungsmaschinenbau eine führende Position innerhalb Europas inne. Das lässt nicht nur auf effiziente moderne Produktionstechnologien, sondern auch auf sehr gute Berufsmöglichkeiten für Holztechniker/innen schließen.
Dank der engen Verzahnung von Theorie und Praxis in einem zukunftsorientierten Qualifikationsprofil gibt es für die Absolventen nach einer erfolgreichen Ausbildung je nach Neigung und Begabung verschiedenste Einsatzmöglichkeiten.
Das Einkommen angestellter Holztechniker/innen ist wesentlich von den jeweils spezifischen Arbeits- und Qualifikationsanforderungen abhängig. Daneben werden in der Regel Berufserfahrung, Lebensalter, Verantwortlichkeit und Wichtigkeit der Arbeit berücksichtigt.
Der Einsatz neuer computergesteuerter Bearbeitungsmaschinen und -verfahren oder eine beruflich notwendige Spezialisierung erfordern auch von Holztechnikern die Bereitschaft zur laufenden fachlichen Weiterbildung, um mit ihren Fachkenntnissen stets auf dem neuesten Stand zu sein.
Die Möglichkeit zur Selbstständigkeit besteht für Holztechniker/innen in der Gründung oder Übernahme eines industriellen Fertigungsbetriebs (z. B. Möbel/Ladeneinrichtungen) oder eines Dienstleistungs- oder Handelsbetriebes auf ihrem Fachgebiet (z. B. Fachhandel für Schreiner- und Zimmereibedarf). Sie können auch als selbstständiger oder als freier (unabhängiger) Sachverständiger im Holzbereich tätig werden.
Die Neuregelung der Handwerksordnung stellt den Studienabschluss der Meisterprüfung gleich. Das heißt, das Holztechniker sich auch mit einem Betrieb im zulassungspflichtigen Schreiner- oder Zimmererhandwerk selbstständig machen und ausbilden können. Berufs- und arbeitspädagogische Kenntnisse bleiben Voraussetzung für die Eignung als Ausbilder.
Wolfgang Werning

Der Vertriebsleiter

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Stefan Müller (41) ist Holztechniker seit 1992 und Vertriebsleiter beim führenden Softwarehaus für Fenster-, Fassaden- und Wintergartenbauer (Klaes). „Ich bin Holztechniker geworden, weil ich meine Zukunft nicht ,im Holzstaub‘ gesehen habe. Der Meister war mir zu nah an der Werkstatt, der Ingenieur zu weit weg. Techniker war für mich die ideale Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis.
Die größte Herausforderung in meinem Job ist, die außergewöhnliche Marktposition meines Arbeitgebers im immer enger werdenden deutschen Markt weiter auszubauen.
Gut an meinem Beruf gefällt mir das eigenverantwortliche Arbeiten an einem extrem breiten Themenspektrum: unsere Lösungen an sich, Vertriebstechnik, Personalführung, Veranstaltungen planen und durchführen, Vorträge, Firmenstrategie usw.
Weniger gut gefällt mir, dass ich häufig von meiner Familie getrennt bin.
Besonders stolz bin ich darauf, dass ich meine beruflichen Chancen erkannt und genutzt habe. Leuten, die Holztechniker werden wollen, rate ich: möglichst viel ,öffentlich‘ reden (Referate, Veranstaltungen, etc.), denn man muss sich/seine Arbeit auch gut ,verkaufen‘ können.“

Offen sein für Neues

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Ulrich Kriesel ist 29, Holztechniker seit 2000 und in einem Zulieferunternehmen der Möbelindustrie (Ummantelungsbetrieb) als Technischer Betriebsleiter beschäftigt. Vor dem Studium hat er eine Ausbildung zum Holzbearbeitungsmechaniker Sägeindustrie absolviert.
„Ich bin Holztechniker geworden, weil alle studieren und nur wenige aus der Praxis kommen. Als Holztechniker steht einem die komplette Holzbranche offen.
Die größte Herausforderung in meinem Job ist, auf die Bedürfnisse des schnelllebigen Marktes einzugehen.
Gut an meinem Beruf gefällt mir vor allem der Werkstoff Holz. Metall ist berechenbar, Massivholz, Furniere etc. nicht. An einem Produktionstag hat man keine Probleme, am nächsten kann die Welt ganz anders aussehen. Jeder Tag bringt viele Herausforderungen mit sich, von AV über Maschinentechnik, von QS bis Personalmanagement ist alles geboten.
Leuten, die Holztechniker werden wollen, rate ich, offen für Neues zu sein. Mit ,Schema F‘ kommt man nicht weit. In der Zeit der Ausbildung alles nur Erdenkliche an Wissen mitnehmen und alle Zusatzkurse wie z. B. Refa belegen.“

Über den Tellerrand …

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Christian Achenbach (28), Schreinergeselle, ist seit 2000 Holztechniker und im Bereich Fensterbau/Bauelementehandel selbstständig.
„Ich bin Holztechniker geworden, weil ich an einer umfassenden Ausbildung interessiert war, die auch über den Tellerrand hinaus sieht. Besonders wichtig für meine berufliche Zukunft war mir ein breit gefächertes und ausbaufähiges Basiswissen in den Bereichen Produktion, Kalkulation, Bauphysik und Statik.
Die größte Herausforderung in meinem Job ist das ständige Reagieren auf Veränderungen – stets flexibel zu sein und im turbulenten Tagesgeschäft den Überblick zu behalten.
Gut an meinem Beruf gefällt mir, dass er sehr vielseitig ist. Ich habe täglich mit vielen verschiedenen Menschen an unterschiedlichen Orten zu tun. Kein Auftrag ist gleich, jeder Kunde hat seine eigenen Vorstellungen.
Weniger gut gefällt mir, dass man nie richtig ,verschnaufen‘ kann.
Leuten, die Holztechniker werden wollen, rate ich: Nutzt die Zeit der Ausbildung intensiv, um möglichst viel Wissen mitzunehmen. Bei der Ausbildung geht es um ein breit gefächertes Basiswissen und nicht darum, ein ,Super-Spezialist‘ zu werden.“

Technikerprüfung 2005

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Holger Mehringer ist 26 Jahre alt und hat die Holztechniker-Prüfung im Februar dieses Jahres erfolgreich abgelegt.
„Ich bin Holztechniker geworden, weil ich mit meinem erlernten Beruf – Zimmermann – eine entsprechende Grundlage hatte und mich darüber hinaus gezielt im Holzsektor weiterbilden wollte.
Die größte Herausforderung in meinem Job ist, dass man sich durch Kreativität und Ideenreichtum selbst verwirklichen kann.
Gut an meinem Beruf gefällt mir, dass man im weitesten Sinn jeden Tag mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz zu tun hat.
Weniger gut gefallen mir momentan die Jobaussichten.
Besonders stolz bin ich darauf, dass ich das Studium zum Holztechniker komplett durchgezogen und letztendlich auch erfolgreich zu Ende gebracht habe.
Leuten, die Holztechniker werden wollen, rate ich, sich im Vorfeld umfassend darüber zu informieren und motiviert bei der Sache zu sein.“
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Schallmessung in der Praxis: Michael Fuchs (r.) und Simon Holzer bei raumakustischen Messungen in einem Objekt (Friseursalon Max in Wallersdorf). Foto: Barbara Kohl, Kleine Fotowerkstatt
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