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Dicke Luft?

Neues Vor-Ort-Meßverfahren für Oberflächenemissionen*
Dicke Luft?

Dicke Luft?
Mit der neuen, mobil einsetzbaren Sammelzelle „Vocasu“ können Vor-Ort-Emissionsmessungen auch kompletter Systemaufbauten zerstörungsfrei durchgeführt werden (Bildnachweis: Autor)
Die Beschwerden über die Innenraumluftqualität in Wohn- und Büroräumen nehmen zu. Durch die Vielzahl der für den Innenausbau verwendeten Bauprodukte und Raumausstattungen ist es oft nicht möglich, ohne aufwendige Materialbeprobungen mit anschließender chemisch-analytischer Untersuchung im Labor die verantwortliche Geruchs- bzw. Emissionsquelle zu finden.

Aus diesem Grund wurde am Umweltbautechniklabor der Hochschule für Technik Fachhochschule Stuttgart ein praxisgerechtes Meßsystem entwickelt, mit dessen Hilfe zerstörungsfreie direkte Messungen von Oberflächenemissionen möglich sind.
Herzstück der Meßvorrichtung ist eine mobil einsetzbare Sammelzelle („Vocasu“: Volatile Organic Compounds Active Sampling Unit), über die mittels einer Luftpumpe die aus der jeweiligen Materialoberfläche emittierenden flüchtigen Komponenten erfaßt werden. Diese Oberflächenluftsammlung erfolgt praxisgerecht, denn die Vocasu-Zelle wurde auf laminare Strömungsverhältnisse und wohnraumübliche Anströmgeschwindigkeiten optimiert. Zum Meßwerteabgleich erfolgte eine Eichung mit einer Normprüfkammer.
Prinzipiell können beliebige Emissionen aus jeder Oberfläche gemessen werden. Einzige Voraussetzung ist das Vorhandensein einer ebenen, planen Fläche mit einer Mindestgröße von ca. 10 x 15 cm², entsprechend der Grundfläche der Sammelzelle.
In Kombination mit spezifischen Sammelröhrchen – sogenannten Adsorbern – kann die mittels der Vocasu-Zelle gesammelte Oberflächenluft anschließend im Untersuchungslabor auf spezifische Inhaltsstoffe analysiert werden. So können alle Oberflächen zerstörungsfrei beprobt werden. Die Meßergebnisse stehen dann in der Regel nach 2 – 3 Wochen, entsprechend der Analysedauer im Labor, zur Verfügung.
Da oft eine möglichst zeitnahe Aussage über die verantwortliche Emissionsquelle und entsprechend eine direkte Entscheidung über die weitere Vorgehensweise vor Ort gewünscht bzw. erforderlich ist, ist es nun erstmals möglich, mit dem Vocasu-System Oberflächenemis-sionsmessungen vor Ort, direkt im Objekt vorzunehmen. Dazu ist lediglich eine Kombination mit einem Online-Detektor notwendig. In der Praxis wurden bereits ein GC/PID (Gaschromatograph/Photoionisationsdetektor) zur Erfassung des sogenannten TVOC-Gehaltes (Gesamtgehalt an flüchtigen organischen Komponenten) sowie ein Formaldehydanalysator dem Sammelsystem nachgeschaltet, wobei stabile und reproduzierbare Meßwerte erhalten wurden. Die unteren Bestimmungsgrenzen liegen mit den entsprechenden Meßgeräten bei ca. 50 µg/m³ TVOC (vgl. Empfehlungswert des Umweltbundesamtes: 300 µg/m³) und bei ca. 1 µg/m³ Formaldehyd (vgl. Richtwert des Umweltbundesamtes: 120 µg/m³) und sind damit mehr als ausreichend.
Die Kombination von Oberflächenluftsammlung und Online-Analytik erlaubt statistisch abgesicherte Messungen von 5 – 6 Meßpunkten pro Stunde direkt im Objekt, weshalb mit geringem Aufwand ein komplettes Screening-Programm, d h. die Untersuchung sämtlicher in Frage kommender Emissionsquellen bzw. im Raum vorhandener Oberflächen mit vertretbaren Kosten möglich ist.
Das System eignet sich nicht nur dazu, im Schadensfall vor Ort aufzutreten, sondern auch dazu, Reklamationen vermeiden zu helfen: so lassen sich bereits frühzeitig Emissionen einzelner Werkstoffe, Werkstoffkombinationen (Systemaufbauten, z. B. Holz mit Beschichtung, kompletter Parkettaufbau vom Kleber bis zur Versiegelung) bestimmen. Dadurch können frühzeitig für den jeweiligen Einsatzzweck besonders emissions- und geruchsarme Werkstoffkombinationen herausgefunden werden.
(Mehr Informationen beim Autor in Kornwestheim, Tel. 07154/ 1832-77, Fax 0 71 54/1832-79) n
*Von Dr. rer. nat. Markus J. Biehler; der Autor ist öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger von der IHK Region Stuttgart und der IHK zu Leipzig für die Untersuchung und Sanierung von Altlasten und kontaminierten Standorten sowie Lehrbeauftragter und Leiter des Umweltbautechniklabors an der Hochschule für Technik Fachhochschule Stuttgart
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