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Eigenwillige Charaktere

Järmo Stablo schnitzt Figurenstelen aus Bruchtesthölzern
Eigenwillige Charaktere

Es ist nicht unüblich, dass Künstler und vor allem Holzbildhauer „Fundstücke“ als Basis für ihre Arbeiten verwenden, diese weiterbearbeiten und sie so aus ihrem ursprünglichen Kontext nehmen und auf eine neue Bedeutungsebene setzen. Der Freiburger Forstwissenschaftler Järmo Stablo hat für seine kleinen, hölzernen Portraitfiguren eine ganz besondere Rohstoffquelle gewählt.

Autor: Heinz Fink

I Fröhlich, grimmig, nachdenklich, aufgeweckt, bedrückt, verdrossen, ausgelassen, verträumt, wach … Das sind nur einige wenige Assoziationen, die dem Betrachter beim Anblick der kleinen beschnitzten Portraitfiguren in den Sinn kommen. In der Gruppe wirken die kleinen, nur wenige Zentimeter im Querschnitt messenden, unterschiedlich hohen Stelen wie die Figuren eines Spiels. Doch kehrt kein Motiv wieder, es wiederholt sich keine Figur in Größe und Ausdruck. Kommt man den Figuren näher oder begibt sich gar auf Augenhöhe mit ihnen, so offenbaren sich ihre unterschiedlichen, individuellen Charakterzüge: Mit ihren, mal sturmgepeitschten und zerzausten, ein andermal wohl geordnet in die Höhe aufragenden „Frisuren“ und ihren eindringlichen Gesichtsausdrücken bilden die kleinen Figuren eine ganz eigene Charakterwelt.

Wilde Waldgesellen
Schöpfer dieser eigenwilligen Gesellen ist Järmo Stablo aus Freiburg. Der 31-jährige studierte Forstwissenschaftler lebt darin ein seit seiner Jugend gepflegtes Hobby aus: Im Hunsrück aufgewachsen belegte er im Alter von 14 Jahren einen Schnitzkurs bei einem ortsansässigen Bildhauer, der in ihm die Begeisterung für das Schnitzen weckte. Während seines forstwissenschaftlichen Studiums in Freiburg machte er Bekanntschaft mit einem speziellen Materialprüfverfahren, den sogenannten „Schlagbiegeversuchen“ – oder umgangssprachlich „Bruchtest“ genannten Verfahren zur Untersuchung der Bruchfestigkeit verschiedener Holzarten. Auf einem Pendelschlagwerk werden dazu Holzstäbe in genormten Querschnitten durch ein schwingendes Pendel durchschlagen und dessen Bruchverhalten messtechnisch erfasst.
Inspiriert durch die je nach Holzart spezifischen Bruchprofile – mal lang und ausgefranst, ein andermal kurz und stumpf abgebrochen – kam Stablo die Idee, diese Bruchstrukturen in seine geschnitzten Figuren zu integrieren. So entstanden um das Jahr 2007 herum die ersten „Bruchtestmännchen“ genannten Figuren. Seither hat sich die Familie seiner „Waldgesellen“ beträchtlich vergrößert: Bis heute sind über 450 Figuren zwischen 15 und 50 cm Größe entstanden.
Alle Figuren hat Stablo dabei von Anfang an nummeriert und auf seiner Homepage dokumentiert. Wenn die Käufer oder Beschenkten ihre Zustimmung geben, vermerkt er sogar die Wohnorte. Spannend daran findet er – ganz Wissenschaftler! – das Verbreitungsgebiet seiner „Bruchtestmännchen“ nachzeichnen zu können.
Mit der Zahl der Figuren nahm auch die Vielfalt an verwendeten Holzarten und damit auch ihrer Farben und Holzstrukturen zu. Gerade jene Unterschiedlichkeit der Holzarten ist es, die den Künstler sowohl in Bezug auf die Tätigkeit des Schnitzens selbst als auch hinsichtlich der fertigen Objekte begeistert.
Handliche Schnitzobjekte
„Da ich zur Herstellung meiner Figuren ausschließlich ein einfaches Schnitzmesser verwende und die Figuren relativ klein sind, kann ich fast überall schnitzen. Ich brauche also (bisher) keine extra Werkstatt“, erklärt der Künstler. Allerdings hat er vor, in den nächsten Jahren größere Figuren in ähnlicher Art zu fertigen. „Dann wird sich die Frage der Raumsituation erstmalig stellen.“
Seine Faszination für das Schnitzen gibt Järmo Stablo derweil auch in regelmäßigen Schnitzkursen, unter anderem im Waldhaus Freiburg, weiter. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen fertigen in solch einem Kurs in vier Stunden mit dem „Original-Werkzeug“ ihre eigenen Bruchtestmännchen an. I
Järmo Stablo
79102 Freiburg
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