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Ein Loblied auf den Kaffee

Entstehung eines ungewöhnlichen Meisterstückes
Ein Loblied auf den Kaffee

Die Ausgangsidee zum Entwurf eines Meisterstückes kann vielerei Ursprung haben: Im einen Fall wird ein bestimmtes Möbelstück zur eigenen Nutzung benötigt, ein anderes Mal steht ein Konstruktionsdetail am Anfang des Entwurfprozesses. Als passionierter Kaffeeliebhaber hat sich Thorsten Göbel mit der praktischen Umsetzung seines Entwurfes „Kaffeebar aus Makassar“ einer anspruchsvollen und komplexen Herausforderung gestellt.

„Vom weißen Papier zum fertigen Möbel ist es ein langer und nicht immer leichter Weg“, so Thorsten Göbel in der Dokumentation zu seinem, an der Holzfachschule Bad Wildungen entstandenen, Meisterstück. Neben der Entwurfsentwicklung beschäftigte der Prüfling sich eingehend mit der Geschichte des Kaffees und seiner gesellschaftlichen Bedeutung. Diese Recherche lieferte ihm die Basis für die Gestaltung seines Stückes. Kaffeezubereitung und Kaffeetrinken ist heute mehr als das sonntag nachmittägliche „Kaffeekränzchen“. Für viele Kaffeeliebhaber ist es gar eine Art Ritual und wird regelrecht zelebriert – auch zuhause in den eigenen vier Wänden.

„Um diesen Trend zu unterstützen, kam ich auf die Idee, eine Bar rund um das Thema Kaffee zu gestalten“, schreibt Göbel. „Dabei war mir ein modernes Design mit Aufstellmöglichkeiten für einen Kaffeevollautomaten sowie eine technisch einwandfreie Nutzung von großer Bedeutung.“
Um das Thema „Kaffee“ bei der Gestaltung des Möbels zu visualisieren, entschied er sich für einen elliptischen Grundkorpus, der an eine geröstete Kaffeebohne erinnert. Links und rechts daneben schließen sich zwei schmale, farbig lackierte Korpen an die elliptische Form an. Die Komponenten sind auf einer Grundplatte arrangiert, die im oberen Bereich zwei Abplattungen besitzt, in der auf Winkel verklebte Glasböden variabel eingesetzt werden können.
Auch die gewählten Materialen nehmen Bezug zum Thema: dunkles, kaffeebraunes Makassar-Ebenholz mit all seinen Farbschattierungen und im Kontrast dazu – sozusagen als Milchschaumhäubchen – crèmefarbig lackierte Oberflächen. Eine indirekte Beleuchtung der Rückwand und der Glasböden mit kaltweißer LED-Technik rundet das ausgefallene Präsentationsmöbel ab und bildet eine atraktive Bühne für den Kaffeeautomaten und die notwendigen Accessoires.
Fertigungsprozess
Den Vorstudien durch Handskizzen, Computersimulationen und Modellen bis hin zu einem Versuchsaufbau im Maßstab 1:1 zur Proportionsfindung, folgten mittels AutoCAD gezeichnete Konstruktionszeichnungen. Diese dienten als Grundlage für die spätere Programmierung der zur Herstellung notwendigen CNC Programme.
Die drei Korpen sind in jeweils 20 Schichten aus 25 mm starkem MDF aufgebaut. Die jeweils gleich geformten Schichten wurden auf dem Bearbeitungszentrum, mithilfe von speziellen Aufspannschablonen an der Innen- und Aussenkontur bearbeitet. Anschliessend wurden die einzelnen Lagen in der Furnierpresse aufeinander geleimt, wobei Dübel den präzisen Sitz garantieren und die späteren Nacharbeiten an der Außenkontur minimieren sollten. Eine durch alle Schichten gehende Bohrung nimmt 30 mm starke Stahlrohre auf, durch die Gewindestangen führen, mit denen die Korpusse an der Rückwand befestigt wurden.
Die beiden Außenkorpusse wurden deckendweiß lackiert und nehmen je einen, auf mechanischen Vollauszügen mit Selbsteinzug geführten Schubkasten auf. An den offen gezinkten Auszügen in Ahorn sind seitlich kleine, aus dem Massiven gefräste, Ablagewannen für Besteck angebracht. Die vorderen Kanten der Schubladen sind in die Makassarvorderstücke eingegratet und von unten eingeschoben
Die umlaufend, trotz der komplexen Kontur, auf Gehrung in den Korpus einschlagenden Vorderstücke erhielten Massivanleimer aus Makassar. Auch diese wurden aufwändig mithilfe von Aufspannvorrichtungen auf dem Biesse-Bearbeitungszentrum hergestellt.
Der elliptische Korpus in MDF wurde außen mit Makassar furniert und erhielt vorher ebenfalls einen nach innen im 45°-Winkel zulaufenden Anleimerring in Massivholz, denn das Vorderstück schlägt auch hier auf Gehrung ein. Durch eine Griffeinfräsung im unteren Bereich der Korpusanleimer konnte überall auf zusätzliche, eher störend wirkende Griffe verzichtet werden. Im Inneren sitzt wiederum ein mechanisch geführter, breiter Auszug. Darüber hat der Meisterschüler noch zusätzlich einen auf Holzvollauszügen geführten Auszug integriert. Dieser nimmt ein offen gezinktes, herausnehmbares Tablett in Makassar auf.
Mehr als Rückwand
Das Rückgrat des Möbels bildet die 25 mm starke, in Makassar furnierte und etwa 2250 x 1600 mm große Grundplatte in MDF. Auch hier kam die CNC-Technik zum Einsatz: Die Platte erhielt im Rohzustand zwei breite Nutausfräsungen, welche anschließend im Grund mit Makassar belegt wurden. In diese Ausfräsungen können später zwei auf Winkel verklebte Glasböden eingehängt werden. Die Nut an der Oberkante nimmt die LED-Technik zur Beleuchtung der Glasfachböden auf. Die gesamte Grundplatte wird mittels kräftiger Keilleisten an der Wand befestigt. Ein umlaufendes LED-Band hinterleuchtet die Wandplatte und löst diese optisch von der Wand ab. Ausfräsungen in dieser dienen zur unsichtbaren Kabelführung und Elektrifizierung des Möbels. (hf) ■
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