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Ganzheitliches Wissen

Verbesserungen, Umbauten, Neukonzeption: Die Stufen der Wohnanpassung
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Foto: www.barrierefreileben.de
Bisher wurde der demografische Wandel in unserer Gesellschaft häufig sorglos negativ präsentiert – mit Begriffen wie altengerecht, seniorengerecht oder pflegebedürftig. Verständlich, dass niemand mit diesem Thema etwas zu tun haben wollte. Niemand möchte im Rollstuhl sitzen oder behindert sein, niemand alt werden. Hier gilt es, ein anderes Denken und Bewusstsein in unserer Bevölkerung aufzubauen. Denn Barrierefreiheit nützt der ganzen Familie, allen Generationen. Sie bedeutet auch Sicherheit, weniger Unfälle, Erleichterungen im täglichen Leben in Verbindung mit Technik und sinnvollem Komfort.

Der Begriff „Barrierefrei“ ist zunehmend in aller Munde. Doch es stellt sich die Frage, ob alle Beteiligten wirklich wissen, was barrierefreies Planen, Bauen und Einrichten in der Realität bedeutet. In der Vergangenheit wurde der Begriff Barrierefreiheit in erster Linie mit Rollstuhlfahrern oder Behinderten in Verbindung gebracht. Hinzu kommt, dass Einrichtungsgegenstände, Geräte und Hilfsmittel, sofern überhaupt vorhanden, nach Maschinenbau, nach Krankenhaus und Sozialstation aussehen. Das hat erhebliche Hemmschwellen in der Akzeptanz des Themas Wohnen im Alter aufgebaut. Der Versuch die DIN-Normen 18025 Teil 1 und 2 oder die zukünftige Norm 18030 vor allem im privaten Wohnungsbereich umzusetzen, ist zwar ein Anfang, wichtig ist jedoch auch, wohnpsychologische und soziale Forderungen zu berücksichtigen.

Damit wäre die Aufgabenstellung für die Beteiligten klar: Anpassen der vorhandenen Wohnsubstanz und Schaffen von neuen, im Sinne der Barrierefreiheit und Lebensqualität in allen Lebensphasen geeigneten Wohnungen. So kann eine sichere und selbstständige Lebensführung bis hin zur häuslichen Pflege in der angestammten Wohnung ermöglicht werden – und dies unter den Gesichtspunkten der Privatheit, Geborgenheit und Sicherheit.
Wir unterscheiden mehrere Stufen der Wohnanpassung: Die einfachste Stufe wird meist veranlasst durch plötzlich aufgetretene Veränderungen in der Lebenssituation des Bewohners. Hier geht es um kleinere bis mittlere bautechnische Sofortmaßnahmen. Das bedeutet Beseitigung von Barrieren aller Art, sowie kleinere Alltagserleichterungen und technische Hilfen, wie zum Beispiel die Beseitigung von Ausstattungsmängeln in Bad oder WC, die Beseitigung von Barrieren durch den Einbau einer Rampe zur Terrasse, eine bodengleiche Dusche oder die Verbreiterung einer zu schmalen Tür. Es können auch Veränderungen an der Kücheneinrichtung sein, eine neue Sitzhöhe beim Bett, niedrigere Fenstergriffe, Haltegriffe oder Stütz- und Gehhilfen.
Die nächste Stufe stellt schon erheblich größere Ansprüche an das Wissen des Beraters, des Planers oder des Ausführenden. Bei Wohnanpassung im Zuge einer Renovierung oder Modernisierung geht es um die Reorganisation einer Wohnung durch Wohnungsverkleinerung, um Stockwerkstausch, um die Änderung von Raumfunktionen oder um den Einbau neuer Einrichtungen, z. B. einer barrierefreien Küche. All das geschieht unter dem Gesichtspunkt, dass die Wohnung nach dem Umbau an nahezu alle Lebenssituationen anpassbar sein sollte.
Im Zuge dieser Anpassungen sind eine Menge von Tischlerarbeiten auszuführen: Da müssen zu schmale Türen gegen breitere ausgewechselt, Terrassen-, Balkon- und Haustüren mit verfügbaren Systemen schwellenfrei umgerüstet werden. Aus gleichem Grund gilt es, Böden in den Wohngeschossen aufzudoppeln und auszugleichen. Fensterbrüstungen wollen abgesenkt und die Fenster selbst mit Griffen in einer niedrigeren Höhe versehen sein. Ausgetretene Treppenstufen aus Holz werden aufgedoppelt und sind damit unfallsicher zu benutzen. Ein zusätzlicher Handlauf erhöht die Sicherheit. Ältere Küchen bedürfen der Umänderung und Ergänzung, des Absenkens und einer Unterfahrbarkeit von Segmenten der Arbeitsplatte. Möglicherweise muss auch eine neue Küche gefertigt und eingebaut werden. Faltwände sind zu setzen. Ein Bett hat eine zu niedrige Sitzhöhe und Schränke der herkömmlichen Konstruktion erfüllen nicht die Forderungen der Begeh- oder Befahrbarkeit. Diese Aufstellung lässt sich beliebig fortsetzen.
Doch neben den Umbau- und Änderungsarbeiten an Gebäuden und Bauteilen wird für den Handwerker, vor allem für den Schreiner und Tischler, noch ein weiteres Tätigkeitsfeld sichtbar: Die Serien produzierende Industrie hat nur wenig geeignete Möbel und Einrichtungsgegenstände für dieses Thema geschaffen. Auch die DIN gibt dazu nicht viel Auskunft. Je mehr man sich jedoch mit der Materie beschäftigt, um so klarer wird, dass hier alternative Stauräume, Küchen, Dielen-, Badmöbel und Mehrgenerationsprodukte entwickelt werden können. Diese müssen nicht in industrieller Großserie hergestellt werden, vielmehr könnten es Kleinserien des handwerklichen Betriebes sein.
Eine Erkenntnis aber muss allen Bemühungen vorausgestellt sein: Mit der Umsetzung von DIN-Normen allein ist das Thema nicht zu bewältigen. Um professionell, effektiv und zufriedenstellend arbeiten zu können, ist ganzheitliches Wissen erforderlich. Das erfordert innere Bereitschaft und den Besuch geeigneter Fortbildungsveranstaltungen, die die Verbindungen zwischen dem Verhalten und den Wünschen der Menschen in Wohnungen und dem dazu gehörigen Umfeld einerseits und den technischen Möglichkeiten aller beteiligten Gewerke andererseits herstellen können. ■
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