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Glanzvoll – der neue Reichstag

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Glanzvoll – der neue Reichstag

Das politikträchtige Reichstagsgebäude „erlebte“ insgesamt 23 Reichskanzler, wurde 1933 in Brand gesteckt, im 2. Weltkrieg schwer beschädigt und ist jetzt – nach über 100 Jahren – wieder Schauplatz deutscher Politik. Dabei setzte die Neuschöpfung des Hohen Hauses sowohl architektonisch als auch bautechnisch neue Maßstäbe. Welche Anforderungen an Produkte, Organisation und an handwerkliche Leistungen gestellt wurden, zeigt die Kooperation vier engagierter Unternehmen.

Auftrag: 20 Millionen Mark – Prestige: unbezahlbar
Die Neugestaltung des Berliner Reichstagsgebäudes war natürlich kein Auftrag wie jeder andere. Nicht nur wegen des Auftragswertes – es ging schließlich für den Generalunternehmer VHB mit seinen Partnern im Bereich Innenausbau um runde 20 Millionen Mark. Der vielleicht noch wichtigere „Prestigewert“ jedoch läßt sich kaum in Zahlen fassen: Das massige Gebäude, Schauplatz von historischen Momenten, die im deutschen Geschichtsbuch mehrere Kapitel füllen, stand im Mittelpunkt lebhaften allgemeinen Interesses. Und keinem Geringeren als dem weltbekannten Architekten Sir Norman Foster war es aufgetragen, „Dem deutschen Volke“ zu einem modernen Parlamentsgebäude zu verhelfen. Deutlich sichtbarer Ausdruck seiner Baukunst ist die neue, weithin sichtbare transparente Reichstagskuppel. Aber auch, was unter dieser „Haube“ zu finden ist, kann sich sehen lassen.

Übergreifendes Teamwork
Im Laufe der Sanierung wurde das gesamte Gebäude komplett entkernt, also bis auf die Grundmauern ausgeräumt und nach der Entsorgung von 45 000 Tonnen Bauschutt mit einem neuen „Innenleben“ versehen. Vier der vielen Positionen, die dabei zu bewältigen waren, wurden in die Verantwortung der benannten Partnerfirmen gegeben:
• Sämtliche Büroräume mußten mit insgesamt 150 maßgefertigten Schränken aus MDF versehen werden
• 6 000 m² Wandverkleidungen -inklusive Plenarsaal und ebenfalls aus MDF -waren von fachmännischer Hand zu veredeln und zu gestalten. Dazu 350 Laufmeter Sitzbänke und 150 Laufmeter Sideboards
• 250 Installationselemente aus Metall mußten angebracht und
• nahezu 1000 Spezialtüren konstruiert, gebaut und eingesetzt werden.
Nachdem der Großauftrag von der Bundesbaugesellschaft bei den Vereinigten Holzbau-Betrieben eingetroffen war, ging der mittelständische Innenausbaubetrieb daran, die Arbeiten „generalstabsmäßig“ zu planen und zu koordinieren. Andrew Notz von den VHB in Memmingen erinnert sich: „Insgesamt waren rund 120 unserer Spezialisten mit den Innenausbauarbeiten von August 1997 bis März 1999 betraut. Dies hatte ein besonders akkurates Arbeiten erfordert – auch, wenn es um die Abstimmung mit den drei mitwirkenden Unternehmen ging.“ Und daß dieses unternehmensübergreifende Teamwork besonders gut funktionierte, bestätigt Michael Pfeifer von Habisreutinger-Holzzentrum. „Vor und während des Projekts haben wir uns auch immer wieder mit den übrigen Partnern ausgetauscht, die Aufgaben besprochen und die jeweils optimale Lösung gemeinsam entwickelt“, erinnert sich der Schreinermeister. „So kam es vor allem darauf an, die vom Farbdesigner vorgegebenen Farbtöne exakt zu treffen.“
Dabei sei es für Habisreutinger, einem führenden Holzfachhändler in Oberschwaben, ein Leichtes gewesen, die gängigen Größen an Buntlacken mit Hilfe des computergestützten Zweihorn-Farbmischsystems selbst herzustellen. Die wirklich großen Mengen, ebenfalls absolut nuancengenau angemischt, wurde direkt von Zweihorn zu den Vereinigten Holzbau-Betrieben nach Memmingen geliefert.
Keine Tür wie die andere
Der Vierte im Bunde, die Ampfinger Partnerfirma Schörghuber-Spezialtüren, konstruierte und baute rund 1000 individuelle Türen (siehe Beitrag in BM 4/99) für den neuen Bundestag. Eine enorme Anforderung, denn es galt völlig unterschiedliche Sonderentwicklungen zu konzipieren. So beispielsweise eine einflügelige, 1 m breite und 5 m hohe Tür oder Türen mit 6 m breiten Seitenelementen oder mit ebenso hohen Rundbogenausführungen, die unterschiedlichen gesetzlichen Ansprüche an den Brand- und Schallschutz entsprechen mußten.
Die Spezialisten von Schörghuber fanden schließlich für jedes noch so knifflige Reichstagsproblem eine Lösung.
Eingebaut wurden die bis zu 300 kg schweren Tür-Kolosse schließlich durch das eingespielte VHB-Team: die Garantie dafür, daß die hochwertige Türlackierung aus Zweihorn-Bunt- und -Klarlacken, die zuvor mit einem hochmodernen Lackierroboter aufgebracht worden war, keine Kratzer abbekam.
Vielfältiges Farbspektrum
Wie es sich für ein derartiges Gebäude ziemt, sind im neuen Reichstag so gut wie alle (Partei-)Farben auf den MDF-Flächen vertreten – und sogar noch einige mehr: Neben zwei Grautönen koalieren Rot, Blau und Grün harmonisch mit Reinweiß und Melonengelb. Keine großen Debatten erregte die Entscheidung für die Produktqualität: Neben dem Wigranit-IF-3-in1-Isolierfüller von Zweihorn fiel die Wahl auf Wigranit-Buntlacke, die mit Crystallit-Klarlacken gefinisht wurden. Dieser Aufbau ist schwer entflammbar (gemäß DIN 4102 B1). Hinzu kamen die zeit-, material- und kostensparenden Veredelungen der MDF-Oberflächen, die nur einen dreischichtigen Lackaufbau benötigen. n
Das Objekt: Reichstagsgebäude in Berlin
Ursprünglicher Entwurf: Paul Wallot
Grundsteinlegung: 9. Juni 1884 durch Otto von Bismarck
Einweihung: 5. Dezember 1894
Umbau: Juni 1995 bis 19. April 1999
Umbaukosten: 604 Mio. DM
Architekt: Sir Norman Foster, Brite, geboren 1935, zählt zu den
renommiertesten und anspruchsvollsten Architekten unserer Zeit.
Innenausbau: VHB – Vereinigte Holzbaubetriebe, 87700 Memmingen; Objekt-Innenausbau, Generalübernehmer für Komplettausbau
Türen: Schörghuber Spezialtüren GmbH & Co. Betriebs- KG, 84539 Ampfing; Brand-, Rauch-, Schall-, Einbruch-, Strahlenschutztüren, beschußhemmende Türen
Lacklieferant: ICI Lacke Farben GmbH – Zweihorn, 40721 Hilden und Habisreutinger-Holzzentrum, 88250 Weingarten
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