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Hochwertige Alternative mit Zukunft

Silikon-Dichtungsprofile für Fenster und Türen gewinnen an Bedeutung
Hochwertige Alternative mit Zukunft

Über die Bedeutung von elastischen, vorgeformten Dichtungsprofilen gibt es in Fachkreisen zwar recht unterschiedliche Beurteilungsmaßstäbe, aber über eines ist man sich einig: Immer höhere Anforderungen an Dicht- und Dämmwerte verlangen entsprechend dichtere Fälze. Daran ändert auch die aktuelle Diskussion um die Themen Feuchteschutz und Lüftung nichts. Fenster und Türen dürfen – so fordern es Normen und Vorschriften – im Flügelfalz nicht undichter gemacht werden. Die elastischen Flügelfalzprofile aus dem Hause HPP-Profile GmbH, Neu Wulmstorf bei Hamburg, stellen sich nicht nur auf die jüngste Herausforderung ein. Schon heute Profile für morgen herzustellen, sieht Prokurist Wilfried Schneider als eines der wichtigsten Unternehmensziele. HPP will dazu interessante Perspektiven aufzeigen. Jürgen Estrich hat dazu für uns recherchiert.

BM: Die Herstellung von vorgeformten, elastischen Profilen erfordert besonders lange Erfahrungen in diesem Metier. Wo steht HPP innerhalb der allgemeinen technischen Entwicklung?

Schneider: Jeder, der eine HPP-Dichtung kauft und in ein Außenbauteil einsetzt, sollte wissen, daß hinter diesem unverändert wichtigen, funktionsbestimmenden Zubehör ein Unternehmen mit modernster Fertigungstechnologie steht. Im Unternehmen HPP nehmen jedoch Innovationen und Entwicklungen einen ebenso hohen Stellenwert ein. Wir kennen die Anforderungen und Erwartungen unserer Kunden. Weil diese nicht nur für den deutschen Markt tätig sind, sondern mehr und mehr auf europaweite Anforderungen reagieren müssen, haben wir uns in allen Produktionsbereichen auf diese neue Zukunftsentwicklung eingestellt.
BM: Und wie sieht diese Zukunft bei Dichtungsprofilen aus?
Schneider: Die internationale Ausrichtung eines Bauzubehör-Herstellers beginnt mit Partnerschaften über die Grenzen hinweg. In dieser Hinsicht gibt es in Deutschland leider allzu viele, hartnäckige Vorbehalte. Wir müssen endlich einsehen, daß auch unsere Nachbarn Zubehör und Fenster für Funktionen herstellen können, die dem deutschen Standard entsprechen und diesen hier und da bereits überholen. Mit der Öffnung der Märkte ist eben auch der Transfer von technischen Neuheiten über die Grenzen in Bewegung gekommen. Wir haben in unserem Haus die Konsequenz gezogen: HPP ist seit 1990 voll in die dänische Inter Primo Gruppe integriert. Die daraus entstehenden Chancen und Möglichkeiten helfen uns und unseren Kunden am Markt erfolgreich zu sein.
BM: Mit diesem zukunftsorientierten Schritt hat HPP den Fuß in eine international verzweigte Unternehmensgruppe gesetzt. Wer profitiert schließlich von dieser Zusammengehörigkeit?
Schneider: In unserem Fall sind es beide Seiten. Die Inter Primo Danmark hat insgesamt elf Produktionswerke: In Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Polen und auch in Deutschland. Die Produktpalette ist entsprechend vielseitig. Sie reicht von der Bau- und Ausbauanwendung über Elektroprodukte und Automobilzubehör bis zu Industrietextilien. Es ist in jeder Hinsicht ein Geben und Nehmen im Sinne einer offenen Partnerschaft, wobei HPP seine notwendige Eigenständigkeit behalten hat.
BM: Hat sich mit dem Einstieg in die Inter Primo Gruppe für HPP etwas Wesentliches geändert?
Schneider: Während unsere Dichtungsprofile früher ausschließlich für deutsche Ansprüche nach deutschen Normen entwickelt und extrudiert wurden, kommen jetzt mehr und mehr Produktveränderungen über ausländische Zubehörausführungen nach Deutschland. Diese werden im ersten Schritt mit Fenstern und Türen aus dem europäischen Umfeld in unser Land gebracht. Mit großer Sorge beobachten wir die damit einhergehende Unterwanderung unseres heimischen Marktes. Und mit diesen Fenster-lmporten kommen auch Dichtungsprofile made in Denmark oder aus einem anderen EU-Land nach Deutschland. Dazu gibt es ein besonders typisches Beispiel: Stichwort Silikon-Dichtung.
Es lohnt sich, den damit zusammenhängenden Trend möglichst aufmerksam zu
beobachten.
BM: Werden die überlieferten Werkstoffe, die heute noch vorwiegend in die Flügelfälze von Fenstern und Türen eingebaut werden, in Kürze durch Silikon-Dichtungen abgelöst?
Schneider: Zu dieser Frage muß ich etwas weiter ausholen: Die Frage, ob Profile aus TPE (Thermoplastisches Elastomer) oder Synthese-Kautschuk wie EPDM die Anforderungen an elastische Flügelfalzprofile erfüllen können, läßt sich heute noch nicht pauschal beantworten. Wir sind der Überzeugung, daß diese Profile bei entsprechender Formgebung im Auflagebereich auch über das Jahr 2000 geeignet sind. Daneben wird jedoch für besonders hohe Anforderungen – auch im Hinblick auf die Langzeitbewährung – die elastische Dichtung aus Silikon-Kautschuk an Bedeutung gewinnen. Wenn es im Fassadenbau einst als hohes Qualitätsmerkmal galt, eine Neoprene-Dichtung einzusetzen, oder wenn heute die EPDM/APTK-Dichtung als Wahrzeichen hochwertiger Fenster gehandelt wird, so könnte an diese Stelle in absehbarer Zeit die Silikon-Dichtung treten.
BM: Worin ist diese Aussage begründet?
Schneider: In den werkstoffspezifischen Eigenschaften liegen Vorteile, die derzeit in erster Linie an Hauseingangstüren genutzt werden. Um die Silikon-Dichtung richtig einstufen zu können, muß man sich mit dem Werkstoff auseinandersetzen, um daraus Vorteile für die Fensterfunktion im ganzen abzuleiten.
Silikon-Kautschuk wird in besonders vielen, verschiedenen Qualitäten – je nach Anwendung und Belastung – hergestellt und eingesetzt. Das Material ist von Hause aus sehr elastisch. Die hohe Temperatur-Belastbarkeit von -45 °C bis +200 °C und höher hat eine breite Anwendung in Backöfen, Heißwassergeräten, aber auch in Kühlschränken und anderen technischen Geräten eröffnet.
BM: Es hat auf der anderen Seite offensichtlich Gründe, warum die vielseitigen Eigenschaften von Dichtungsprofilen auf der Basis von Silikon nur sehr zögernd auf den Fenster- und Türenbau Eübertragen werden. Läßt sich daraus auf Nachteile schließen?
Schneider: Der Einbau von Silikon-Dichtungen gehört in einigen Ländern – so u. a. in Skandinavien – zum Standard. An der Eignung, gerade bei extremen Klimabelastungen, kann die Zurückhaltung in Deutschland nicht liegen. Hierzulande spielt der etwas höhere Preis eine Rolle. Aber auch hier ist ein Umdenken erkennbar: Die nachweislich guten Materialeigenschaften rechtfertigen vielfach den höheren Preis. Um davon überzeugt zu sein, muß man sich allerdings auch als Nicht-Chemiker mit den Besonderheiten der Silikon-Dichtungen befassen.
BM: Und worin liegen die Vorteile für den Fenster- und Türenbau?
Schneider: Silikon-Kautschuk ist, wie schon gesagt, sehr elastisch. Es ist damit besonders anschmiegsam, wobei das Rückstellvermögen unübertroffen ist. Experten sprechen vom „Druck-Verformungsrest“. DIN 53517 Teil 1 „Prüfung von Elastomeren“ bescheinigt dem Silikon einen extrem kleinen Verformungsrest nach Druckbelastungen. Die weiche Anschmiegsamkeit in der Falzauflage wird von Rückstellkräften unterstützt, die eine zuverlässige Dichtigkeit auch beim Verziehen sicherstellt. Gleichzeitig ist der Widerstand beim Schließen eines Flügels gering. Silikon- Dichtungen finden deshalb immer mehr Anwendung an außenliegenden Türen, zumal hier ein besonders langer Druckweg überwunden werden muß. Türen mit Silikon- Dichtungen lassen sich leicht und elegant schließen, auch wenn das Türblatt etwas verformt ist.
BM: Die Form der Dichtung muß besonders sorgfältig auf die Materialeigenschaften abgestimmt werden. Gibt es hierbei extrusionstechnische Probleme?
Schneider: Kunststoffe lassen sich leichter mit den erforderlich geringen Toleranzen extrudieren als Profile aus Gummi. Silikon gehört zur Gruppe der „Gummi-Materialien“. Es hat lange gedauert, bis Silikon in jenen filigranen, dünnwandigen Formen mit sehr geringen Toleranzen zu einem Dichtungsprofil geformt werden konnte. Diese Entwicklung wurde von der Primo-Gruppe Dänemark unter dem Namen „Primocon“ durchgeführt. Die hier zur Verfügung stehenden Silikon-Profile sind den bewährten TPE-Formen angeglichen, jedoch mit den werkstoffbedingten Vorteilen ausgestattet. Dabei können nahezu alle Farben, UV-beständig, in werkseigenen Mischanlagen – auch Weiß – farbbeständig hergestellt werden. Inzwischen liegen langjährige Erfahrungen mit durchweg positiven Ergebnissen, speziell in extremen Klimabelastungen vor. Die Dichtungsprofile sind im übrigen schwer entflammbar.
BM: Silikon kann nicht geschweißt werden. Wie können die Profile verarbeitet werden?
Schneider: An den Rahmenecken werden die Profile ausgeklinkt und wie herkömmliche Profile „trocken“ herumgezogen. Ein Polyesterfaden hält die Ecke zuverlässig zusammen, so daß der Einbau ebenso rationell wie bei allen anderen Profilarten erfolgt.
Besonders in der Althaus-Sanierung finden Silikon-Dichtungen zunehmend Anwendung, weil die Dichtungen nachträglich auf engem Falzraum eingesetzt werden können und vorhandene Unebenheiten zuverlässig ausgleichen. Die Summe der vielen Vorteile setzt allerdings eine gute Materialqualität voraus. Genau wie beim EPDM gibt es auch bei Silikon gute und weniger geeignete Qualitäten. Wenn jedoch die Anforderungen in der täglichen Nutzung bekannt sind, ist es für einen erfahrenen Hersteller nicht schwer, seine Rezeptur optimal darauf einzustellen. In der Herstellung ist ein gewisser Aufwand erforderlich. So werden die Primocon-Profile z.B. im inneren Hohlraum mit Talkum ausgeblasen, in Linie, das heißt während der Produktion, um ein Verkleben beim Zusammendrücken zu verhindern. Daraus ergibt sich der Vorteil, daß endlos produziert werden kann. Es sind größere Längen auf einer Spule möglich.
Resümee: Das Gespräch mit Ihnen, Herr Schneider, und mit den Primo-Fachexperten in Tistrup läßt erkennen, daß Silikon-Dichtungen bei bestimmten Anforderungen auch in Deutschland eingesetzt werden. Die herkömmlichen Dichtungen werden – zumindest im HPP- Programm – weiterhin den wesentlichen Marktanteil ausmachen. Die werkstoffspezifischen Eigenschaften werden jedoch den Ausschlag geben. So ist Silikon zum Beispiel auch bei hellen Farben UV-beständig und kann somit u. a. in Verglasungsprofilen eingesetzt werden. Hier steht Ihren Kunden somit eine interessante Alternative zur Verfügung. Wir danken Ihnen für diesen aufschlußreichen Einblick. n
Die Erwartungen an Dichtungsprofile ändern sich
Wer die Europa-Normen und die zugeordneten nationalen Regelwerke realistisch sieht, der weiß, daß der Luftübergang über die Flügelfalzebenen nicht mehr die Funktion „Lüften“ erfüllen kann. Dichtungsprofile für alle Rahmenwerkstoffgruppen müssen sich deshalb auf das „Dichten gegen Luftübergang und Schlagregen“ konzentrieren. Auch wenn es die absoluten Dichtwerte mit Null-Transmission nicht geben kann, wird das Erreichen der Wärmedämmung für Niedrigenergiehäuser entscheidend von den Eigenschaften der elastischen Profile bestimmt.
Zum Einstieg in das 21. Jahrhundert wird die 3. Wärmeschutz-Verordnung novelliert. Dann wird die vorläufig letzte Stufe mit nochmals erheblich erhöhten Dämmforderungen an alle raumbegrenzenden, energieüberleitenden Flächen in die Praxis umzusetzen sein. Hinter dieser in der öffentlichen Diskussion immer noch kritisierten Entwicklung steht neben dem Energieeinsparen der Umweltschutz. Die CO2-Reduktion gehört mit zu den wichtigsten Aufträgen, die unter anderem direkt an die Ausbaubranche gerichtet sind.
Neben dem baulichen Wärmeschutz als wichtigste und wirksamste Maßnahme beim sparsamen Umgang mit immer teurer werdenden Energiereserven, wird auch der bauliche Schallschutz einen immer höheren Stellenwert bekommen. Beide Funktionsbereiche zielen auf das Fenster und auf die Tür ab, weil mit der Dicht- und Dämmverbesserung an Außenbauteilen mit beweglichen Flügeln – dem sogenannten transparenten Bereich der Fassade – am wirksamsten und schnellsten das Reduktionsziel erreicht werden kann.
Es sollte an dieser Stelle aber auch daran erinnert werden, wie groß die Fugenlänge zum Beispiel an jährlich produzierten Fenstern in Deutschland und in Europa ist: Etwa 25 Mio. Fenster pro Jahr in Deutschland erfordern bei durchschnittlich 5 m Fugenlänge insgesamt 125 Mio. laufende Meter Fugenprofile im Jahr. In den 15 Ländern der EU liegt die jährliche Produktion bei ca. 85 Mio. Fenster. Europaweit werden somit jährlich 425 Mio. laufende Meter „Fugen- und Dichtungs-Verantwortung“ in Fenster eingebaut. Bei außenliegenden Türen handelt es sich zusätzlich um etwa 45 Mio. m Flügelfalz-Profile in Europa. HPP sieht darin einen Markt, der zunehmend von hoher und höchster Qualität bei den elastischen Profilen gekennzeichnet ist. Wie sich das HPP-Angebot auf diese Fenster-Zukunft heute schon einstellt, erläuterte Schneider bei einer Besichtigung der Primo- Produktion in Tistrup/Dänemark.
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