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Talente fördern

Über die Ausbildung von Hauptschülern
Talente fördern

Hauptschüler haben mehr berufsbezogenes Vorwissen als alle anderen Schulabgänger. Trotzdem bildet sie nur jeder dritte Betrieb aus. Woran liegt das?
Zufriedene Ausbildungsbetriebe, gutes Vorwissen und ein gestiegener Fachkräftebedarf – dennoch suchen viele Haupt- schüler lange, bis sie einen Ausbildungsplatz finden. Das Bundesinstitut für Berufsbildung sieht Handlungsbedarf.

I Betriebe, die Jugendliche mit Hauptschulabschluss ausbilden, sind – gemessen an ihren Erwartungen – besonders zufrieden mit deren Auftreten, ihrem äußeren Eindruck und ihrer Ausdrucksfähigkeit. Meist haben Hauptschüler außerdem mehr berufsbezogenes Vorwissen als alle anderen Gruppen.

Zu diesem Ergebnis kam das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Qualifizierungspanel 2013. Dafür wurden wie jedes Jahr 2000 Betriebe in Deutschland befragt. Rund 33 % aller neuen Ausbildungsverträge werden demnach mit Hauptschulabsolventen abgeschlossen – sie bilden nach den Realschülern die zweitgrößte Gruppe.
Wenige Auswahlmöglichkeiten?
Was erschreckend ist: Nur rund jeder dritte ausbildende Betrieb stellt überhaupt Hauptschüler ein. Zu vielen Ausbildungsberufen haben die jungen Schulabgänger gar keinen oder nur sehr schwer Zugang. Häufig finden sie erst nach langer Suche und der Teilnahme an Übergangsmaßnahmen eine voll qualifizierende Ausbildungsstelle – und das, obwohl die Zahl der Absolventen doch rückläufig ist und der Fachkräftebedarf der Wirtschaft gleichzeitig steigt.
Viele Hauptschüler im Handwerk
Besonders hoch ist der Anteil der Haupt- schüler in Kleinst- und Handwerksbetrieben. Im Handwerk beträgt er fast 50 %. Größere mittelständische Betriebe sowie Großunter-nehmen kommen gerade mal auf 16–22 %.
38 % dieser Jugendlichen werden in gewerblich-technischen Berufen ausgebildet. Eine wichtige Rolle spielt auch der Dienstleistungssektor, z. B. das Beherbergungs-, Gaststätten-, Informations-, Kommunikations-, Verkehrs- oder Lagereigewerbe und personenbezogene Dienstleistungen wie Friseur oder Wäscherei.
In den kaufmännisch-verwaltenden Berufen kommen nur 14 % der Azubis von der Hauptschule. Sie erfüllen die Erwartungen vieler Betriebe im Durchschnitt weniger gut als andere Bewerber.
Der Studie zufolge sind Betriebe mit Hauptschulabsolventen in Ausbildung besonders engagiert: Die Förderung von Teamarbeit, Grundfertigkeiten, und deutschen Sprachkenntnissen sowie der Einsatz von innerbetrieblichem Unterricht nehmen zu, je mehr Jugendliche mit Hauptschulabschluss in einem Unternehmen ausgebildet werden.
Förderung für engagierte Betriebe
BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser fordert, dass diese Betriebe öffentlich unterstützt werden. Dazu müsse einerseits das Angebot an ausbildungsbegleitenden Hilfen ausgebaut werden. Andererseits sei es nötig, Betreuungs- und Beratungsangebote für den drohenden Ausbildungsabbruch und andere mögliche Probleme zu schaffen.
Esser denkt zudem über „externes Ausbildungsmanagement“ und eine „assistierte Ausbildung“ nach. Auch Zusatzunterricht in Berufsschulen und überbetrieblichen Berufsbildungsstätten kann zur Verbesserung der Ausbildungschancen von Hauptschülern beitragen.
Für die Zukunft der dualen Berufsausbildung sei es in jedem Falle wichtig, dass Betriebe sich verstärkt um Jugendliche kümmern, die bislang weniger gute Chancen auf dem Ausbildungsstellenmarkt hatten, so Esser. Dies gelte vor allem für Hauptschüler.
Betriebe mit Besetzungsproblemen sollten bei der Ausbildungsgestaltung von Anfang an besondere Unterstützungsmaßnahmen vorsehen: eine individuelle Betreuung durch die Ausbilder, die Besprechung aller Arbeits-ergebnisse, zusätzlichen innerbetrieblichen Unterricht sowie externe Fördermaßnahmen und eine intensive Prüfungsvorbereitung.
Erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen
Wie wählen Sie Auszubildende aus? Haben Sie schon mal besonders positive oder negative Erfahrungen mit Gymnasiasten, Haupt- und Realschülern oder auch Studien- abbrechern gemacht? Die BM-Redaktion freut sich über eine Mail mit Ihren Erlebnissen an bm.redaktion@konradin.de.
Wer mehr zum Thema wissen will, findet den BIBB-Report 22/13 im Internet. Titel: „Jugendliche mit Hauptschulabschluss in der betrieblichen Berufsausbildung: Wer bildet sie (noch) aus, welche Erfahrungen gibt es und wie können ihre Chancen verbessert werden?“ (nr/Quelle: BIBB) I
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