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Wohlklingende Exoten

Ein Besuch in der Gitarren-Manufaktur Lakewood in Giessen
Wohlklingende Exoten

Exotische und einheimische Hölzer auszuwählen, aufwendig zu bearbeiten und so zusammen- zufügen, dass ein gut klingendes Musikinstrument entsteht, wird den meisten Menschen wohl ein Buch mit sieben Siegeln bleiben. Ein Blick hinter die Kulissen der Giessener Gitarren-Manufaktur Lakewood zeigt, dass dahinter viel Erfahrung, Handwerk und Leidenschaft steht.

Autor: Heinz Fink

Lakewood? Als Name für eine deutsche Gitarrenmarke? „Das Kind brauchte einfach einen Namen“, so Gitarrenbaumeister Martin Seeliger, Gründer und Inhaber von Lakewood Guitars in Giessen. „Ich suchte mit dem Finger die Landkarte ab und alles, was sympathisch klang, notierte ich mir. Mit all dem, was ich mir aus Atlanten herausgeschrieben hatte, suchte ich etwas zu finden, was richtig gut nach Westerngitarre klingt und auch Amerikaner oder Japaner nicht gleich vor sprachliche Probleme stellt.“

So wurde also „Lakewood“, eine Stadt bei Cleveland am Eriesee in den USA, Namensgeber für eine inzwischen weltweit vertriebene Instrumentenmarke. Gebaut aber werden die Instrumente mit dem klangvollen internationalen Namen immer noch in einer überschaubaren Manufaktur im hessischen Giessen. Mit um die 16 Mitarbeitern stellt Martin Seeliger dort im Monat etwa 80 bis 90 Instrumente her.
Klassisches Handwerk – Moderne Fertigung
Dabei darf man sich keine verstaubte Pumuckel-Werkstatt vorstellen, in der eine handvoll Einzelkämpfer an „ihrem“ Instrument arbeiten und dieses von Anfang bis Ende in rein handwerklicher Manier fertig stellen. Vielmehr werden bei Lakewood Stahlsaitengitarren in Teamarbeit und Kleinserienfertigung in höchster Qualität hergestellt. Dabei arbeiten überwiegend ausgebildete Gitarrenbauer, aber auch Schreiner und Quereinsteiger im Team von Lakewood. Diese Basis von handwerklichem Know-How wird durch den gezielten Einsatz von CNC-Maschinen, zum Beispiel für die Herstellung der Hälse, Hals-Korpusverbindungen und der diffizilen Perlmutteinlagen ergänzt. Nach der Devise: Immer wiederkehrende Arbeitschritte von hoher Genauigkeit kann eine computergesteuerte Maschine auch oder sogar besser ausführen. Kommt es aber dahin, dass einzelne Teile eines Instrumentes mit Augenmaß und Präzision zusammengefügt werden, Schalllochringe eingeleimt oder Zargenränder mit verschiedensten Ornamentstreifen eingefasst werden müssen kommt es wiederum auf den erfahrenen Handwerker an, der diese Arbeiten mit „Hand und Verstand“ ausführt. Zuletzt zählt auch der Hörsinn zu den wichtigen Organen eines Instrumentenbauers: Denn für das Stimmen der Decken und Böden, durch Abnahme feiner Späne von den Verbalkungen und das letzliche Feintuning gibt es bis heute keine „Maschinen“.
Umweltbewußte Oberflächentechnik
Dass Ökologie und Umweltbewußtsein auch im Instrumentenbau kein Fremdwort sein müssen, zeigt die Oberflächenbehandlung bei Lakewood: Seit Herbst 1998 werden dort Gitarren im UV-Lackierverfahren lackiert. Dabei wird durch Bestrahlung mittels ultraviolettem Licht die Trockenzeit der Lacke auf wenige Sekunden reduziert wird. Gleichzeitig bedeutet dieses System weniger Emissionen und damit eine geringere Umweltbelastung. Lakewood ist damit derzeit europaweit sicher eine der wenigen Gitarren-Manufaktur, die dieses UV-Lackiersystem einsetzt.
Material- und Modellvielfalt
Trotz kleinserieller Fertigung erhält der Kunde bei Lakewood keine standardisierten Gitarren von der Stange. Vielmehr kann er aus einer breiten Palette von Hölzern und Modellen auswählen: Europäische Fichte, Sitka-Fichte oder Zeder für die Decke. Für die Zargen und Böden kommen geflammter Ahorn, Kirschbaum und Nussbaum bis hin zu exotischen Holzarten wie Mahagoni, Padouk und verschiedene Palisanderarten zum Einsatz. Ein Gitarrist kann unter verschiedenen Rand- und Schalllochverzierungen oder Perlmutteinla-gen wählen. Und wem das noch nicht genügt, der kann sich seinen individuellen Gitarrentraum im Custom-Shop mithilfe des „Gitarren-Designers“ selbst zusammenstellen – dieser wird dann vom Lakewood-Team erfüllt. I
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35394 Giessen
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