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Zeitgemäße Formensprache

Bundeswettbewerb „Die Gute Form 1999“
Zeitgemäße Formensprache

Der Bundeswettbewerb „Die Gute Form“ prämiert in einem Nachwuchswettbewerb die besten Gesellenstücke im Tischler- und Schreinerhandwerk, das rund 42 000 jungen Menschen eine Chance einräumt, ihren Traumberuf zu erlernen. Über Innungs- und Landesausscheidungen bis hin zur Bundesausscheidung werden Gesellenstücke nach formalen und funktionalen Kriterien bewertet. Mit dem Wettbewerb 1999 dokumentiert das Schreiner-/Tischlerhandwerk einmal mehr die gestalterischen Fähigkeiten seines Nachwuchses. Des weiteren veranschaulicht dieser Wettbewerb der Öffentlichkeit, zu welchen kreativen Begabungen die jungen Gesellinnen und Gesellen schon am Ende ihrer Ausbildung fähig sind.

Ein Möbelstück, das viel mehr ein ästhetisches Objekt als ein funktionaler Schrank ist und sich auseinandersetzt mit der lllusion eines scheinbar schwebenden Körpers in einem durch einen kräftigen Kirschbaumrahmen definierten Raum, hat den 1. Preis im Gestaltungswettbewerb „Die Gute Form“ gewonnen. Beim näheren Herantreten zerrinnt zwar die lllusion und der Betrachter erkennt das Netz feiner Edelstahlfäden, in das Gerold Schwarberg aus Georgsmarienhütte den hellen Ahornwürfel gesponnen hat.

Die Perfektion in der Detaillösung und die handwerkliche Ausführung wird von der Jury bei allen ausgezeichneten Gesellenstücken gelobt.
Mit dem zweiten Preis wird Jürgen Kamppeter aus Lippstadt für sein Paravent ausgezeichnet. Stimmig in Proportion und Materialauswahl ist das Regal zugleich Möbel und Raumteiler.
Der dritte Preis geht an Lutz Paul aus Hannover für ein Schreib- und Zeichenpult aus Ahorn. In einer einprägsamen zeichenhaften Formensprache ordnen sich die Details konsequent der Gesamtform unter.
Die beiden Belobigungen gehen an Martin Gierse aus Schmallenberg für einen Schreibtisch aus Zebrano und an Utha Buchholz aus Heiligenberg für einen Fliegenschrank aus Birnbaum.
Mit einem Zitat von Truman Capote: „Alle Menschen haben die Anlage, schöpferisch zuarbeiten, nur merken es die meisten nie“, läßt sich der Eindruck von den Siegerarbeiten des Wettbewerbs beschreiben. Lobend wies der Präsident des Bundesverbandes HKH, Guido Ossenkopp, auf die schöpferischen Fähigkeiten hin, die von den Teilnehmern entwickelt worden waren. Sie hätten Ideen in Realität umgesetzt und seien damit der vielfach propagierten Aussage seines Gewerks: „Tischler gestalten Lebensräume“ in ihren Gesellenstücken auf ganz hervorragende Weise gerecht geworden.
Die ausgestellten Gesellenstücke, die während der LIGNAplus präsentiert wurden, hätten ein Niveau erreicht, das Können, Formverständnis und Begeisterung für den Beruf des Tischlers demonstriere.
Mit großer Freude habe man beobachten können, wie junge und ältere Menschen vor den großen und kleinen Möbeln staunend stehenblieben, miteinander diskutierten und manchmal fragten, ob dieses oder jenes Möbel käuflich sei. Ein größeres Kompliment könne man den gezeigten Gesellenstücken nicht machen.
Die LIGNAplus mit ihrem internationalen Fachpublikum und ihrer Technikorientierung sei für die Präsentation der Ergebnisse dieses wichtigen Nachwuchswettbewerbs der richtige Rahmen. Guido Ossenkopp: „Wir demonstrieren mit den Gesellenstücken für ein Ausbildungssystem und für eine Ausbildungsleistung, die Technik, handwerkliches Können und Formgefühl vereinen. Wir sind berechtigterweise stolz auf die Teilnehmer, auf ihre Leistung, auf die Ausbildung, die diese ermöglicht und hervorgebracht hat.“
Der Wettbewerb um „Die Gute Form“ solle alle Tischler und Schreiner zu Höchstleistungen motivieren, er solle Freiräume öffnen für kreatives, mutiges, modernes Design. Das Tischlerhandwerk wolle die handwerkliche Perfektion mit der guten Form krönen. Er wisse, so Ossenkopp, daß dies nicht einfach zu bewerkstelligen sei. Aber man müsse sich von der Erkenntnis leiten lassen, daß alles schwierig ist, bevor es leicht werde.
Am letzten Messetag fand dann die Ehrung der Bundessieger statt. Der erste Preis war mit 2000,- DM dotiert, der zweite mit 1500,- DM und der dritte mit 1000,- DM. Ergänzend zu den Geldpreisen erhielten die drei Erstplazierten je eine Handmaschine der Firma Bosch. Alle anderen Teilnehmer erhielten eine limitierte Bosch-Telefonkarte.
Der Wettbewerb
Der vom Tischlerhandwerk ausgeschriebene Wettbewerb „Die Gute Form“ prämiert die besten Gesellenstücke eines Jahres. Er unterstützt, seit er 1988 bundesweit durchgeführt wird, die intensive Auseinandersetzung des deutschen Tischler- und Schreinerhandwerks mit der Gestaltung. Zeitgemäße Möbelstücke, die formal eigenständig, originell, materialgerecht, zweckmäßig und in der Form ansprechend sind, stellen den Kenntnis- und Leistungsstand des Tischlernachwuchses dar.
Sensibilität und Eigenständigkeit sind die Fähigkeiten, die einen kreativen Gestalter kennzeichnen. „Die Gute Form“ soll bereits in der Ausbildung die Gesellen und Gesellinnen zu Phantasie und Gestaltungsleistungen anregen
1. Preis
Der schwebende Würfel – ein Möbelobjekt aus Kirschbaum und Ahorn – von Gerold Schwarberg, Georgsmarienhütte (Niedersachsen), wurde im Bundeswettbwerb „Die Gute Form 1999“ mit dem ersten Preis ausgezeichnet.
Begründung der Jury: Ein Möbelstück, daß sich nicht messen läßt an seiner Funktionalität. Es ist ein ästhetisches Objekt, das sich auseinandersetzt mit der lllusion des scheinbar schwebenden Körpers in einem durch den kräftigen Kirschbaumrahmen definierten Raum.
Bei näherem Herantreten zerrinnt die lllusion und der Betrachter erkennt das Netz feiner Edelstahlfäden, in das der helle Ahornwürfel eingesponnen zu sein scheint. Ein reizvolles optisches Spiel, das mehrere Assoziationen zuläßt.
Die zu bewältigenden technischen Probleme, wie das Spannen der Drähte, verbergen sich hinter der Perfektion der Detaillösungen und der handwerklichen Ausführung. Ein ausgefallenes Raumobjekt zur Aufbewahrung des Besonderen, des Persönlichen, des nicht Alltäglichen.
2. Preis
Der zweite Preis ging an Jürgen Kamppeter, Lippstadt (Nordrhein-Westfalen), für sein Paravent mit Regal aus Ahorn und Leinen.
Dazu das Urteil der Jury: Dieser Paravent ist ein ganz neues Möbel mit mehreren Funktionen. Er ist stimmig in Proportionen und Materialauswahl. Statisch als Regal ist das Möbel zugleich leicht und spielerisch als Raumteiler. Unter ökologischen Gesichtspunkten hat es eine gute Materialintensität.
3. Preis
Mit seinem Schreib- und Zeichenpult aus Ahorn und Alpi lignum belegte Lutz Paul, Hannover (Niedersachsen), den Platz drei.
Die Begründung der Jury: Ein Schreib- und Zeichenpult in einer einprägsamen, zeichenhaften Formensprache, dessen große Flächen belebt werden durch die feine Lineatur des Furniers. Die Details ordnen sich konsequent der Gesamtform unter. Alles ist so knapp und komprimiert, daß man überrascht ist über die vielfältigen und durchdachten Funktionen, die sich erst in der Nutzung offenbaren. Hervorzuheben ist die einfache Lösung und Handhabung des Aufstellmechanismus.
Belobigung
Das Gesellenstück von Martin Gierse, Schmallenberg (Nordrhein-Westfalen), – Schreibtisch aus Zebrano – wurde mit einer Belobigung anerkannt.
Die Begründung der Jury: Der Zebrano-Schreibtisch ist formal sicher gestaltet. Seine Funktion lädt zum konzentrierten Arbeiten ein. Seine Strenge und harmonische Linienführung wird unterstützt durch den Furnierverlauf.
Belobigung
Belobigt wurde auch der Fliegenschrank aus Birnbaum von Utha Buchholz, Heiligenberg (Baden-Württemberg).
Die Begründung der Jury: Ein Schrank, der durch seine Schlichtheit, gute Proportionen und Details sowie das Gefühl für Materialwirkungen auffällt.
Die Jury
Heike Adam-Scherer,
Innenarchitektin
23843 Bad Oldesloe
Udo Dickerhoff, Bundesausschuß „Kultur und Gestaltung“, Vorsitzender
44803 Bochum
Renate Dittscheidt-Bartolosch, Sprengelmuseum Hannover
30449 Hannover
Ulrich Müller,
Chefredakteur dds
70190 Stuttgart
Prof. Dipl.-lng. Josef Strasser, Fachhochschule Hildesheim
31134 HiIdesheim
Andreas Weisheit, LFV HKH Nordrhein-Westfalen, Formgebungsberater/Innenarchitekt
44137 Dortmund
Eugen Winter, Obermeister
82405 Forst
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Schallmessung in der Praxis: Michael Fuchs (r.) und Simon Holzer bei raumakustischen Messungen in einem Objekt (Friseursalon Max in Wallersdorf). Foto: Barbara Kohl, Kleine Fotowerkstatt
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