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Ausbildung and more

Alana Nobbe ist Tischlerin und „Europaassistentin (HWK)“
Ausbildung and more

„In Dänemark arbeiten alle viel entspannter.“ Das ist eine Erfahrung, die Alana Nobbe während ihres Auslandspraktikums gemacht hat. Die 21-Jährige hat ihre Ausbildung in der Tischlerei Hegering absolviert und parallel die Zusatzqualifikation Europaassistentin (HWK) erworben. Claudia Schneider

I Die Zusatzqualifikation „Europaassistentin im Handwerk“ eröffnet Schulabgängern schon während der Ausbildung die Möglichkeit, internationale Kompetenzen zu erwerben. Durch ein mindestens dreiwöchiges Auslandspraktikum lernen die Auszubildenden ihr Handwerk aus einer ganz anderen Perspektive kennen – sie erhalten fachliche Anregungen und einen Einblick in andere Kulturen und Arbeitsverfahren. Dafür musste Alana Nobbe zwei Jahre lang jeden Montag zusätzliche Stunden am Berufskolleg absolvieren und mehrere Prüfungen ablegen. Hier werden die Teilnehmer theoretisch auf das Arbeiten im europäischen Ausland vorbereitet.

Bisher gibt es die Zusatzqualifikation nur in Nordrhein-Westfalen, wo sie auch entwickelt wurde.
Mit voller Unterstützung des Chefs
Jürgen Hegering, Alana Nobbes Chef, hat das Potenzial seiner Auszubildenden schon frühzeitig erkannt. „Sie lechzte regelrecht nach geistigem Futter. Als sie mir von dieser Fortbildung erzählte, habe ich ihr gleich zugeraten.“ Dass er seine Mitarbeiterin drei Wochen lang für das Praktikum freistellen musste, war für ihn kein Problem: „Das bekommt man mannigfach zurück.“
Hauptanreiz für diese Fortbildung sei das Auslandspraktikum gewesen, gibt die zierliche junge Frau zu. Die drei Wochen in dem dänischen Tischlereibetrieb Labflex möchte Alana nicht missen. Der Betrieb in Jütland ist industriell ausgerichtet und fertigt vor allem Serienmöbel für Krankenhäuser und Labore sowie Abzugshauben inklusive Elektrik. „Die Kollegen haben sich viel Zeit genommen, um mir die Maschinen und Arbeitsschritte zu erklären. Die Verständigung auf Englisch war kein Problem. Gut fand ich, dass ich nach kurzer Einarbeitung eigenständig an die Maschinen durfte.“ Eines ist Alana Nobbe besonders aufgefallen: „In Dänemark arbeiten alle viel entspannter. Sie schaffen ihr Pensum aber trotzdem genauso wie wir hier.“ Dafür sei die Ausbildung in Dänemark wesentlich verschulter als in Deutschland. Selbst das Gesellenstück werde in der Berufsschule gebaut. Den Einblick in die Ausbildungswelt hat Alana auch durch ihre Unterkunft in Dänemark bekommen: Sie durfte in dem Wohnheim einer Berufsschule wohnen, die vor allem von Tischlern besucht wird. Hierdurch hat sie auch andere junge Tischler kennengelernt. Wobei sie sich auch sonst nicht gelangweilt hätte: Ihre Kollegen aus dem Praktikumsbetrieb haben sich auch außerhalb der Arbeitszeiten um die junge Frau gekümmert. „Sie haben mich sofort in ihre Gemeinschaft aufgenommen.“ Abends wurde sie zum Beispiel zum Hockeytraining mitgenommen und am Wochenende zu Ausflügen eingeladen.
Auch die Handwerkskammer hilft weiter
Alana Nobbe denkt gerne an ihre Praktikumszeit zurück. Dass sie so viel Glück mit dem Betrieb und auch mit der guten und kostengünstigen Unterkunft hatte, freut sie noch heute. Den Auslandsaufenthalt muss man als Teilnehmer der Fortbildung nämlich selbst organisieren. Ursprünglich hatte Alana geplant, das Praktikum in Schweden zu machen. Aber dort klappte es mit der Unterkunft nicht. Weil die Zeit drängte, wandte sich die junge Tischlerin an Anita Urfell. Die Leiterin der Kontaktstelle Ausland der Handwerkskammer Münster verfügt über viele Kontakte im In- und Ausland. Sie konnte auch Alana weiterhelfen.
Alana Nobbe hat noch viel vor
Tischlermeister Jürgen Hegering würde seine frischgebackene Gesellin gerne dauerhaft übernehmen. Doch Alana möchte nur bis nächstes Jahr April in der Recklinghäuser Tischlerei weiterarbeiten, die auf hochwertigen individuellen Innenausbau spezialisiert ist. Danach schweben ihr ein zweimonatiger Auslandsaufenthalt und ein Studium vor. Der dänische Betrieb hat ihr schon ein Angebot gemacht. Aber vielleicht geht die Reise auch noch woanders hin. I

Die Autorin
Claudia Schneider ist Wirtschaftsjournalistin und lebt in Essen.
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