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Kreativer Weltbürger

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Kreativer Weltbürger

Gustav Sauter, Schreiner und treuer BM-Abonnent der ersten Stunde, hat viele Jahre seines Arbeitslebens als erfolgreicher Innenarchitekt in Irland verbracht. Im September 90 Jahre alt geworden, verfolgt er noch immer mit wachem Interesse das Geschehen in unserer Branche.

BM-Redakteur Heinz Fink

Geboren am 10. September 1931 im hessischen Roßdorf bei Darmstadt, ging Gustav Sauter von 1946 bis 49 an seinem Heimatort bei dem aus dem Schwäbischen stammenden Schreinermeister Würthele in die Lehre. Um ein angestrebtes Studium an einer Werkkunstschule finanzieren zu können, arbeitete er nach seiner Ausbildung zuerst zwei Jahre beim Straßenbau und begann 1951 auf der Mathildenhöhe in Darmstadt, Innenarchitektur zu studieren. Schon während seines Studiums arbeitete er im Büro seines Professors Hans Hartl und erhielt dort erste Kontakte in die Möbelindustrie. In den Semesterferien jobbte er unter anderem in den Entwurfs- und Planungsabteilungen des Möbelherstellers Renz in Böblingen und des Einrichtungshauses Behr in Wendlingen.

Entscheidende Kontakte

Durch diese Kontakte kam Gustav Sauter nach Ende seines Studiums 1955 auch zu seiner ersten Stelle als angestellter Innenarchitekt in der Ulmer Filiale von Behr. Diese Erstanstellung sollte seinen weiteren Lebensweg entscheidend beeinflussen. Nicht nur, dass er dort seine spätere Ehefrau Elisabeth kennenlernte, die auch bei Behr arbeitete, dort lernte er auch Hans Liebherr kennen. Der Biberacher Unternehmer und Hersteller von Kränen, für den er bereits einige Büros eingerichtet hatte, wirbt Gustav Sauter 1959 ab. Er soll auf dem Gelände der Firmenniederlassung im irischen Killarney die Innenausstattung für ein Hotel übernehmen – das Hotel Europe sollte später das erste 5-Sterne-Hotel Irlands werden.

Bis zu diesem Zeitpunkt war der Beruf des Innenarchitekten in Irland noch völlig unbekannt. Und nicht nur diese Kompetenz brachte Gustav Sauter mit. Auch die für die fachgerechte Umsetzung solch komplexer Projekte benötigten Facharbeiter warb er an. Da die Beantragung von Arbeitsvisa zu lang gedauert hätte, holte er die benötigten Handwerker als Sportler ins Land – die erste und einzige Fußballmannschaft aus deutschen Schreinern in Irland war gegründet!

Unerwartete Selbstständigkeit

Differenzen über die landschaftliche Verortung eines zweiten Hotelbaus führten 1962 zur Trennung Gustav Sauters von Liebherr Ireland Ltd. und zur Gründung seines eigenen Innenarchitekturbüros in Killarney. Über die Planeingaben zum Hotel Europe hatte sich Gustav Sauter bereits eine solide Reputation aufgebaut, die in zahlreiche weitere Hotelprojekte in ganz Irland, Nord Irland und England mündete. Von seinem Privathaus mit angefügtem Bürotrakt aus betreute er mit seinem überwiegend aus deutschen Mitarbeitern bestehenden Team die Gestaltung der Büro- und Geschäftsräume vieler irischer Unternehmen, Banken und Versicherungen. Im Auftrag der irischen Außenhandelskammer (CTT) verantwortete Gustav Sauter deren weltweite Messeauftritte. Aber auch viele Projekte für Privatkunden finden sich in seinem Portfolio – vom Hausumbau bis zum eigenhändigen Kauf des Porzellans in Kopenhagen, seine Kunden konnten sich sicher sein: der Sauter machts möglich!

Aktive Handwerksförderung

Über die irische Regierung arbeitete Gustav Sauter ab Mitte der 1960er-Jahre am Aufbau der Kilkenny Design Workshops (KWD), einem staatlich finanzierten Forschungs- und Entwicklungszentrum für Design zur Förderung der heimischen Industrie. Auch hier kam ihm sein schreinerisches Know-how bei der Einrichtung der Möbelwerkstatt zugute, für die er immer wieder spezielle in Irland nicht erhältliche Maschinen und Werkzeuge, aber auch Fachleute besorgte. Neben Möbeln für KWD, wie den gezeigten Kilkenny Chair und Produkte für WMF Deutschland entwickelte er auch die Showrooms und ein Gästehaus für die Organisation.

Ein langes, kreatives Leben

Doch nicht nur technisch und gestalterisch war Gustav Sauter, der seit 1972 auch irischer Staatsbürger ist, stets auf der Höhe der Zeit: Bereits Ende der 1970er-Jahre führte er mithilfe eines seiner Kunden das rechnergestützte Zeichnen in seinem Büro ein. 1992 kehrt er nach 32 Jahren in Irland nach Deutschland zurück und betreute bis zu seiner Pensionierung 2001 noch zahlreiche Hotel- und Design-Projekte, unter anderem auch für die Steigenberger Hotelgruppe, und unterstützte seinen Sohn Patrick Sauter und dessen Büropartner Eberhard Kappler in deren Büro spek Design in Stuttgart – eine kreative Familie, denn auch seine Tochter Felicitas arbeitet als Architektin.
Danke, Gustav Sauter, dass Sie dem BM über so viele Jahre treu geblieben sind!

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