Meisterstück in Eiche, Zirbelkiefer und Linoleum

Durch Wind und Wetter

Ein Büroarbeitsplatz im eigenen Wohnzimmer, der nicht sofort als solcher zu erkennen ist, war die Idee zum Meisterstück von Tobias Walch: Er entwarf und fertigte ein Homeoffice in Zirbelkiefer, Eiche und Linoleum. Die asymmetrisch geteilten Türen des Schrankes sind stumpf aufliegend an verdeckten Soos-Scharnieren angeschlagen und außen mit Eichenschindeln belegt. Diese wurden, ebenso wie der in massiver Eiche offen gezinkte Korpus, mit einer Kunststoffbürste gebürstet, anschließend mit hellgrauer Wischpatina behandelt und erhielten einen Schutzauftrag aus farblosem Öl (Osmo Top Oil), um ihnen eine natürlich verwitterte Optik zu verleihen.
Die Inneneinteilung des Büromöbels ist in Zirbelkiefer furniert und ebenfalls geölt. Als Arbeitsplatz dient eine korpusbreite, an Zapfenbändern angeschlagene und durch einen Gasdruckzylinder gedämpfte Klappe, die innen mit rotbraunem Linoleum (Forbo Desk Top) belegt ist. Eine schmale, aufklappbare Blende an der oberen Kante des Schreibfaches nimmt eine LED-Leuchte auf. Sechs offen gezinkte, auf Nutleisten geführte Schubkästen im Inneren des Schreibfaches bieten reichlich Platz für Papier und Schreibutensilien. Unter der Schreibklappe lässt sich ein schlanker Korpus herausdrehen, der einen PC-Tower aufnimmt. Eine weitere Tür dahinter ermöglicht den Zugang zu vier Schutzkontaktsteckdosen, weitere Strom-, EDV- und USB-Anschlüsse sind im Zwischenboden in einem integrierten Modul zum Aufklappen (Evoline Backflip) untergebracht. (hf)

Das Stück entstand an der
Meisterschule Tübingen.

BM-Fotos: Frank Herrmann, Leinfelden

Zeichnung Meisterstück in Eiche, Zirbelkiefer und Linoleum von Tobias Walch, Meisterschule Tübingen