Meisterstücke aus der Ortweinschule Graz 2013. In Form gebracht - BM online
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In Form gebracht

Meisterstücke aus der Ortweinschule Graz 2013
In Form gebracht

An die Grenzen gehen, Neues entwickeln und etwas wagen – gerade das Meisterstück bietet hierfür reichlich Möglichkeiten. Wir zeigen hier eine Auswahl an Stücken aus dem aktuellen Abschlussjahrgang der Ortweinschule Graz, deren Gestalter diesen Mut und diese Neugier bewiesen haben.

Autor: Heinz Fink

I Gleich einer vielfach gefalteten Papierfläche entwickelt sich der Korpus des Meisterstückes von Nathanael Martin, einem zwar großen aber dennoch filigran wirkenden Schreibtisch mit dem bezeichnenden Titel „Am laufenden Band“. Ein fortlaufend breiter werdendes Band aus 22 mm starken Eiche-3-Schichtplatten bildet dabei gleichzeitig die Wange, die Arbeitsfläche, den „Container“ und eine Ablagefläche unter der Platte. Zwischen Platte und Ablagefläche finden verschiedene, herausnehmbare flache Boxen aus weißem Mineralwerkstoff Platz. Deren Inneneinteilungen in Eiche – eine davon ist als halbverdeckt, gezinkter Schublade ausgeführt – bieten reichlich Platz für Schreib- und Zeichenutensilien. Eine feststehende Box ist von oben über eine Klappe von der Platte aus erreichbar und nimmt Strom- und EDV-Steckdosen auf.

Frei schwebend aufgehängt
Das Thema Transparenz war auch für Werner Thüringers Entwurfs bestimmend. Sein Meisterstück mit dem Titel „Durchblick“ – ein repräsentatives Präsentationspult – besteht im wesentlichen aus drei Komponenten: Einem c-förmigen Formteil aus einem hölzernen Kern, der umlaufend mit 6 mm starkem, weißem Mineralwerkstoff belegt ist, einer 40 mm starken, mittig angeordneten Acrylglasscheibe, die als Rückgrat dient und vier frei verteilte Korpusse in Eiche trägt. Diese durchdringen, scheinbar schwebend, die Scheibe und nehmen dabei verschiedene Funktionen wie Auszüge und Schubladen, eine Klappe oder eine Drehtüre auf.
Mit kühnem Schwung
Alexander Haas hat mit seinem Schreibtischentwurf „Sliding Desk“ die Grenzen des Machbaren ausgelotet: Mit geradezu kühnem Schwung schräg aus dem Boden wachsend, setzt sich der einseitige Tischfuß in der dünn auslaufenden, gut 2 m langen und frei auskragenden Tischfläche fort. Dieser ist auf einer, der Form des Schlagschattens des Tisches nachgebildeten Stahlplatte befestigt, welche zusammen mit einer innenliegenden Stahlkonstruktion für die nötige Stabilität des Tisches sorgt. Die obere Schreibtischplatte aus Acrylharz-gebundenem Kunststein kann nach hinten verschoben werden und gibt so ausgefräste Fächer im schichtverleimten Unterbau aus Eiche frei. Ein schräger, in der Perspektive des Schlagschattens geformter und mit grau-lackierten Stahlplatten belegter Rollcontainer nimmt Schreibutensilien auf.
Genialer Verwandlungskünstler
„TurnTower“ nennt Markus Mauerhofer sein Meisterstück, ein trickreiches Präsentationsmöbel mit Vitrinenfunktion, das als Aufbewahrungsmöbel für Schmuckstücke, Auszeichnungen und kleine Erinnerungsstücke dient. Zur beidseitigen Öffnung der Koffertüren hat der Meisterschüler einen pfiffigen Beschlag aus breiten, schwarzen Textilbändern entwickelt, welche als Scharnier dienen. In „geschlossenem“ Zustand werden über Eck laufenden Fensterschlitze aus Acrylglas verdeckt. Öffnet man die vordere Koffertür, wandert diese, fest fixiert durch die Bänder um den hinteren Korpus herum, und gibt – in der ursprünglichen Position angelangt – die Sehschlitze ins Innere frei.
Expressiv gestaltet
Eine expressiv gestaltete Waschtischanlage für ein privates Bad entwickelte Gerhard Wilfling als Meisterstück: Ein Waschtisch aus Mineralwerkstoff wird von einem in Eibe furnierten Unterbau getragen. Er wählte eine ausdrucksstarke, kristalline Formensprache für sein Meisterstück. Der Waschtisch für zwei Personen hat eine schräge Innenfläche, auf der das Wasser nach links in einen schmalen Schlitz abfließt. Der gewinkelte Unterbau nimmt links einen flachen Auszug mit hohem Vorderstück auf, der im Korpus genügend Platz für die notwendigen Installationen lässt. Er setzt sich, nach rechts verjüngend, in einem breiten Schubkasten fort. In ihm finden verschiedene herausnehmbare Einsätze aus Mineralwerkstoff für unterschiedliche Utensilien wie Zahnbürsten, Kämme und Zahnputzgläser ihren Platz.
Großzügiger Steharbeitsplatz
Karlheinz Sparis Meisterstück mit dem Titel „Leaning Board 1391“ dient als Steharbeitsplatz für Büro- und Zeichenarbeiten. Ein flacher, in Tineo furnierter Schubkastenkorpus wird dabei von einem weiß lackierten „Schwert“ durchstochen, das ihn zusammen mit einer Wange aus transparentem Acrylglas trägt. Eine breite, mechanisch geführte Schublade lässt sich ohne Griff öffnen und nimmt im Inneren Papier, Copic Marker, A3-Papier sowie einen herausnehmbare Einsatz auf – zusätzlich ist ein Geheimfach integriert. Die leicht schräg nach der Seite und hinten fallenden Kanten verleihen dem Stück eine gewisse Dynamik.
Das Glück des Jägers …
Ein wohlproportioniertes Spiel von Volumen und Flächen kennzeichnet das Meisterstück von Johannes Propst, eine Schrank- und Tischanlage für die Aufbewahrung und Pflege seiner Jagdwaffen und Zubehör. „4 Huntsman“ nennt er daher auch sein Stück, ein witziges Wortspiel, das auf die vier Komponenten des Stückes hindeutet, aber übersetzt auch „für den Jäger“ heißen könnte. Ein aufrechter, in Zirbelkiefer furnierter Korpus durchdringt eine starke Wandscheibe aus Makassar-Ebenholz und nimmt, sauber verschlossen, Gewehre und, in einem extra Tresor, die dazugehörige Munition auf. Ein kleinerer Korpus nimmt Putz- und Reinigungsutensilien und diverses Zubehör auf und dient im oberen Teil als Vitrine für Jagdmesser und -andenken. Die Tischplatte aus „gecrushtem“ VSG-Glas dient als Ablagefläche für die Waffen, kann aber auch als Schreibtisch genutzt werden.
Oase der Entspannung
Ganz dem Gedanken an Wellness und Erholung hat sich Dominic Krifter beim Entwurf seines Meisterstückes „Floating Recovery“ verschrieben: Er entwickelte eine freistehende Badewanne aus Glas und Holz, die auf einem mit Steinfurnier belegten Sockel aufliegt. Der Wannenkörper aus VSG/TSG-Glas wird von einem U-förmigen Korpus in amerikanischem Nussbaum eingefasst, der im Kopfteil in drei großen Auszügen Verstaumöglichkeit für jegliche Art von Badeutensilien bietet. I
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