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On the road again …

Rollende Bar als Meisterprüfungsprojekt
On the road again …

Was macht ein angehender Tischlermeister, der in seiner Freizeit gerne kellnert und Gäste bewirtet? Klar doch, er baut sich eine mobile Bar auf Rädern! Chris-Albert Gebhardt hat eine spontane Idee Wirklichkeit werden lassen und für sein Meisterprüfungsprojekt den Innenausbau für einen coolen Bar- und Food-Anhänger realisiert.

BM-Redakteur Heinz Fink

Die Worte Möbel und Mobiliar stammen aus dem Lateinischen für mobilis, was so viel wie „beweglich“ heißt. Diese Wortbedeutung hat Chris-Albert Gebhardt aus Pöhl bei Plauen im Vogtland ganz genau genommen bei der Umsetzung seines Meisterprüfungsprojektes an der Handwerkskammer Dresden. Denn mit seiner „meisterBAR“, einem stylischen Bar- und Food-Anhänger, ist er höchst mobil. Da der Jungmeister in seiner Freizeit selbst gerne kellnert und Gäste bewirtet, entstand aus einer spontanen Idee das Thema für sein Meisterprüfungsprojekt, ein voll ausgestatteter Anhänger zur Bewirtung von etwa 150 Gästen bei privaten Feiern und Firmenfesten.

Viel Herzblut und Eigenentwicklungen

Die Basis für seine mobile Bar ist ein handelsüblicher Anhänger, der werkseitig mit einer großen Klappe an der Längsseite und einer Eingangstür an der Stirnseite ausgestattet war. Den im Lieferzustand weiß grundierten Aufbau ließ er schwarz lackieren und brachte ihn für den weiteren Innenausbau in die elterliche, bereits in vierter Generation betriebenen Werkstatt in Pöhl-Herlasgrün.

Wie bei Wohnmobilen und Caravans spielt auch bei einem Verkaufsanhänger, wie ihn Chris-Albert Gebhardt konzipiert hat, das Gesamtgewicht eine entscheidende Rolle. Bringen doch die notwendigen Einbaugeräte und Technik schon viel Gewicht mit, so sollte das verwendete Plattenmaterial nicht noch zusätzlich dazu beitragen. Der Meisterschüler entwickelte kurzerhand eine eigene Leichtbauplatte mit einer Deckschicht aus 4 bzw. 6,5 mm Multiplex und einem Styrodurkern. Zusätzliche Stabilisatoren aus sehr leichtem Abachi, welche zur weiteren Gewichtsersparnis noch geschlitzt wurden, um sich nicht auf der Plattenoberseite abzuzeichnen, verstärken die 21 bzw. 31 mm starken Platten an den konstruktiv wichtigen Verbindungspunkten. Gegenüber Spanplatten mit einer Dichte von rund 600 kg/m3, konnte so eine Reduktion auf 350 kg/m3 erreicht werden. Alle Plattenmaterialien wurden in fortlaufendem Furnierbild mit europäischem Kirschbaum furniert und zum Schutz mit einem matten PUR-Klarlack überzogen. Für sämtliche Korpuseck- und Flächenverbindungen kam aus Montagegründen ein spezieller Keilnutverbinder (www.keilverbinder.de) zum Einsatz.

Zentralverriegelung und Lichtkonzept

Da für alle Türen und Schubkästen handelsübliche Beschläge (Blum) verwendet wurden, die eigentlich für den stationären Gebrauch gedacht sind, entwickelte Chris-Albert Gebhardt eigens eine Zentralverriegelung für die
13 grifflosen und von Hand gezinkten Schubkästen. Der Riegelverschluss wird über den Sockelbereich der Küche gesteuert und kann so eine oder bis zu sechs Schubkästen gleichzeitig verriegeln und ein unbeabsichtigtes Öffnen während der Fahrt verhindern.

Auch der Beleuchtung des Verkaufsanhängers widmete Chris-Albert Gebhardt ein besonderes Augenmerk. So entwickelte er eine Lichtdecke aus Kirschbaum- und Räuchereicheleisten in deren Fugen LED-Lichtbänder eingelassen sind – dieses Raster setzt sich auch über die Eingangstüre und die Heckseite des Anhängers fort. Zusätzliche LEDs beleuchten die Sockelbereiche und die Tablarböden auf der Rückwand. Hier findet sich auch, als besonderer Eyecatcher das, ebenfalls vom Meisterschüler entworfene Meisterbar-Logo aus hinterleuchtetem Plexiglas. Vorne mit schwarzem Plexiglas belegt und von hinten in die Rückwand eingefräst, steht es leicht über die Furnierfläche vor und leuchtet so an den Rändern.

High-End-Küchentechnik

Auch die gerätetechnische Ausstattung der Meisterbar lässt keine Wünsche offen. So ist in die rückwärtige Hochschrankzeile ein Kühlschrank mit Gefrierfach, ein Kühlbecken für Edelstahl-Gastro-Behälter, unter den Unterbauspülbecken eine Wasserversorgung mit Wassertank und 12-V-Pumpe sowie ein Elektroboiler untergebracht. Zur Verkaufsseite hin ist ein Getränkekühlschrank für Ein-Liter-Flaschen, eine Zapfanlage mit Bierdurchlaufkühler, ein Vollflächeninduktionskochfeld mit Abluft, ein Backofen sowie eine Warmhalteschublade integriert. Die Arbeitsflächen sind mit strapazierfähigem Mineralwerkstoff (Varicor 12 mm black intense) belegt.

Bei allen Planungsschritten war es Chris-Albert Gebhardt wichtig, dass die Normen und Vorschriften der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) sowie des Gesundheitsamtes eingehalten werden, denn schließlich wurde der Verkaufsanhänger nicht nur vom TÜV sondern auch von den Gesundheitsbehörden abgenommen.

Ganzheitliches Konzept

Doch mit dem klassisch, ganz ohne CNC gefertigten Ausbau des Verkaufswagens hatte das Konzept der Meisterbar von Chris-Albert Gebhard noch kein Ende. Um den Auftritt abzurunden, entwarf er eigens angefertigte Weingläser, Becher, Servietten und Pfandmarken mit dem Meisterbar-Logo – selbst die Radkappen des Angängers tragen dieses Logo!

Somit kann sich der Bar- und Foodanhänger in Bewegung setzen und seine Dienste auf Familienfeiern, Hochzeiten und Firmenfesten anbieten. Ein erste Feuertaufe hatte das Gefährt schon während der Meisterfeier, bei der Chris-Albert Gebhardt seine Kollegen, Lehrer und Besucher mit frisch gezapftem Bier und Hot Dogs bediente.

www.meister-bar.com

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