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Alles im grünen Bereich

Umbau einer Bochumer Zahnarztpraxis mit Trockenbausystemen von Rigips
Alles im grünen Bereich

Fließende Linien bestimmen das neue Raumkonzept der Praxisräume des „Zahnteam-Bochum“ und sollen zusammen mit einem frischen Grün den Patienten ein Wohlbefinden vermitteln, das beim Zahnarzt nicht selbstverständlich ist. In nur elf Tagen musste der umfassende Umbau vor Ort vonstattengehen – und das bei laufendem Praxisbetrieb.

Autor: Marc Hildebrand

Wer zum ersten Mal die neu gestalteten Räume des „Zahnteam-Bochum“ betritt, ist mit Sicherheit überrascht, sich nicht in der gewohnt steril und kühl wirkenden Umgebung einer Zahnarztpraxis wiederzufinden.

Frisches Grün vermittelt den Patienten hier nicht nur Wohlbefinden – auch eine heilende Wirkung wird der Farbe nachgesagt. Fließende Wandverläufe runden dieses Befinden ab. Ausgeführt wurde der umfassende Umbau in hochwertiger Trockenbauweise in Zusammenarbeit mit der Saint-Gobain Rigips GmbH. Mit Planung und Bauleitung wurde das Architekturbüro „ArchiFactory.de“ beauftragt. Besondere Herausforderung dabei: In nur elf Tagen mussten die ausführenden Gewerke alle Montagearbeiten vom Abriss bis zur Fertigstellung realisieren. Der Praxisbetrieb wurde dabei mit Einschränkungen weitergeführt.
Komplett entkernt und umgestaltet
Der Umbau betraf den gesamten organisatorischen Bereich auf rund 80 m2 im Erdgeschoss des 1904 erbauten Hauses (siehe Grundriss). Dazu gehören die Rezeption, das Wartezimmer und das Backoffice sowie ein Besprechungszimmer. In diesen komplett entkernten Bereichen wurden durchdachte Einbauschränke frontbündig in die geschwungene Wandgestaltung integriert, um die notwendigen Aktenberge unauffällig verschwinden zu lassen. Wartezimmer, Windfang und beide WCs wurden ebenfalls komplett entkernt und gemäß dem Konzept des Gelsenkirchener Architektenteams umgestaltet. Die flurseitige Beplankung der Trockenbauwände zu den Behandlungsräumen glich man an den geschwungenen Verlauf an. Weiße Wandnischen mit bewusst massiv gestalteten Frontrahmen lockern das Gesamtbild der Praxis zusätzlich auf und nutzen „tote Ecken“ für praktischen Stauraum gemäß den Anforderungen des jeweiligen Bereichs.
Komplexer Trockenbau
Die Trockenbauarbeiten führte die Albuschkat GmbH, Iserlohn, aus. Voraussetzung, um den Zeitplan einzuhalten, war eine äußerst sorgfältige Ausführungsplanung. Nachdem ArchiFactory.de den Bestand exakt aufgemessen und verbindlich alle Radien und Kreisbogenlängen für die abgerundeten neuen Wände ermittelt hatte, wurden die entsprechenden Formteile mit dem erforderlichen zeitlichen Vorlauf direkt bei Rigips bestellt und dann pünktlich auf die Baustelle geliefert. Insgesamt montierte Stuckateurmeister Dirk Albuschkat und sein Team über 300 lfm vorgefertigte Gipsplattenrundungen.
Im komplett entkernten Bereich erhielten die Massivwände eine Beplankung mit einer doppelten GK-Vorsatzschale bestehend aus „Rigips Bauplatten RB“ (2 x 12,5 mm). Alle neu erstellten, abgerundeten Trockenbauwände bestehen aus einem mit Dämmwollen ausgekleideten Profilständerwerk – die Beplankung aus Formteilen und der biegsamen „Glasroc F (Riflex)“-Platte von Rigips.
Um eine harmonische Raumwirkung mit fließenden Übergängen zu realisieren, sollten auch im Flurbereich sämtliche konventionelle 90°-Ecken verschwinden. Hier wurden die Anpassungsarbeiten auf ein Minimum reduziert und bestehende gerade verlaufende Beplankungen nach Möglichkeit belassen.
Aber nicht nur die Einsparung dieser Arbeitszeit war dabei für Albuschkat von Bedeutung: „Je nach Verlauf der Rundung kann man dank der vorgefertigten Teile oft schon nach fünf bis zehn Zentimetern wieder in den geraden Verlauf der Wand übergehen und damit ohne sichtbare Übergänge an die Fläche anschließen.“
Wichtig für diese glatten Übergänge der Rundungen: eine saubere Verspachtelung. Aufgrund des nachfolgenden Farbanstrichs musste diese in Q3 ausgeführt werden. Albuschkat verwendete den „Rigips Fugenfüller Super Plus“ und den „Rigips Fugenspachtel Vario“. Anschließend erhielten die Flächen ein Malervlies und einen Anstrich mit Latexfarben in hellem Grün und Weiß.
Um ein durchgängiges Deckenbild zu erhalten wurde die neue GK-Decke vor ihrem Anstrich ebenfalls in Q3 verspachtelt und anschließend mit einem Vlies belegt.
Die wenigen Dehnfugen konnten teilweise fast unsichtbar unter den raumhohen Glastüren versteckt werden. Für eine angemessene Beleuchtung der Räume sorgen in rechteckige Ausschnitten eingelassene Leuchtstoffröhren, die unregelmäßig verteilt wurden. Deren Elektrik verbirgt sich in der um 600 mm abgehängten Metallunterkonstruktion, auf welcher die Rigipsplatten verschraubt wurden. Auch sämtliche Leitungen der EDV-Anlage werden in ihr über die Wände zum Bestimmungsort geführt.
Schreiner an Bord
Alle Einbauten wurden vorab in enger Zusammenarbeit mit der Tischlerei Ewertowski geplant. Die Maße der Einbauschränke stimmten daher genau mit den vorgefertigten Rigips-Formteilen überein.
So konnten die Korpusse zuerst aufgestellt werden, während die GK-Platten dann, ähnlich einer herkömmlichen Blende, direkt an die Schrankseiten anschlossen. Anschließend wurde die Beplankung stirnseitig verspachtelt und nimmt nun die Schubkastendoppel und Schranktüren frontbündig auf.
Auch die vorgefertigten, weiß lackierten Holzkorpusse der Nischeneinbauten konnten dank gewerkeübergreifendem Zusammenwirken von Albuschkat und seinem Team entsprechend in der Trockenbauwand ausgespart werden. An den exakt platzierten C-Profilen konnten sie dann vom Tischlerteam sicher befestigt werden. Die massiven, dreistufigen Rahmen übernehmen dabei nicht nur eine optische, sondern auch eine konstruktive Funktion. Zum einen decken sie den Rigipsausschnitt sauber ab und konnten dank einer Hinterfälzung schnell und sauber an die Wände angepasst werden. Zum anderen diente der Rahmenaufbau der unsichtbaren Befestigung. Zunächst in zweistufigem Aufbau gefertigt und angeliefert, war es möglich, einfach durch sie hindurch und die dahinterliegenden Profile zu schrauben. Der dritte Rahmen fungiert schlicht als Blende, welche die Verschraubung abdeckt (siehe Zeichnung oben). Individuell nach ihrer Funktion konnten so die Korpusse hinter den Rahmen angefertigt werden. Vor dem Backoffice sitzt hinter dem Rahmen beispielsweise eine Garderobe, im Wartezimmer beherbergt ein anderer einen Flachbildschirm.
Ein ganz besonderes Detail hat ArchiFactory.de zudem im Windfang eingeplant: Der Spiegel rechts neben dem Eingang dient den Patienten natürlich zum abschließenden Blick auf ein neues, strahlendes Lächeln. Er steht aber auch genau im richtigen Winkel, sodass das Personal an der Rezeption ums Eck zur Türe blicken und womöglich einer älteren Dame sofort beim Betreten der Praxis behilflich sein kann. I

BM-Praxistipp Vorplanung ist alles
Damit die ausführenden Gewerke das knappe Zeitfenster einhalten konnten, galt es, möglichst viele der bestehenden geraden Gipskartonplatten erhalten. Um bösen Überraschungen vorzubeugen und die Anpassungen auf ein Minimum zu reduzieren, ist es wichtig mittels Probebohrungen im Vorfeld die exakte Lage der Rohbauteile zu bestimmen. Unumgänglich: die passgenaue Vorfertigung sowohl der Rigips- als auch der Nischenelemente. A und O dafür ist ein 100%iges Aufmaß, und ausreichend Toleranzen einzuplanen.
Alle Nischeneinbauen basieren auf demselben System, das vor Ort schnell montiert ist (Zeichnung nächste Seite).

Beteiligte Firmen
Planung und Bauleitung:
ArchiFactory.de 45881 Gelsenkirchen
www. archifactory.de
Ausführung Trockenbau:
Albuschkat GmbH
58638 Iserlohn
Trockenbausysteme:
Saint-Gobain Rigips GmbH Fachberater Henning Häusler und Kersten Ahlers 40549 Düsseldorf
Einbau und Nischenschränke, Empfangstheke etc.:
Tischlerei Ewertowski GmbH
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