Handlaufgetragene Treppe in geräucherter Eiche, Edelstahl und Glas

Eleganter Schwung

Dass eine Treppe mehr sein kann als ein profanes Bauelement zur Überwindung von Höhenunterschieden, zeigt eine elegante, handlaufgetragene Treppe aus geräucherter Eiche, Edelstahl und Glas aus der Werkstatt des Görlitzer Treppenbauers Steffen Thierbach im Lausitzer Oberland.

BM-Redakteur Heinz Fink

Die Sanierung einer um 1900 erbauten Villa im Lausitzer Oberland machte auch die Erneuerung der über zwei Stockwerke reichenden Treppenanlage notwendig. Überlegungen, die bestehende Treppe, der schon das Originalgeländer fehlte und die an vielen Stellen eher notdürftig ausgebessert worden war, zu sanieren wurden schnell verworfen. Stattdessen schlug der Görlitzer Treppenbauer Steffen Thierbach, Tischlermeister und Architekt, den Neubau der Treppenanlage vor.

Ein erster Entwurf sah noch eine zentrale, in Sandstein eingefasste und über zwei Stockwerke reichende Wandscheibe vor. Darin integriert werden sollten wechselseitig orientierte Vitrinen für die geologischen Exponate des Hausherrn und eventuell auch noch eine indirekte Beleuchtung – dazwischen eine geradläufige Treppe mit raumbreiten Zwischenpodesten. Doch Steffen Thierbach wäre nicht Architekt, wenn ihm nicht noch eine zweite Lösung eingefallen wäre: Im Kundengespräch entwickelte er eine offene, von einer zentralen Säule getragene und elegant gewendelte, handlaufgetragene Treppe in geräucherter Eiche, Edelstahl und Glas.

Altes Handwerk, moderne Technik

Das über 9 m hohe Treppenhaus wurde komplett entkernt und die Wände mit einem neuen Grundputz versehen. Nach Entfernung des Putzgerüstes wurde mithilfe eines Laserscanners (TheoCAD) ein exaktes 3D-Aufmaß des leeren Treppenhauses genommen. Die so gewonnenen Daten dienten zur Erstellung der Entwurf- bzw. später der Konstruktionszeichnungen – Steffen Thierbach schwört hier als Architekt seit Jahren auf das Konstruktionsprogramm Auto-CAD. Lasertechnik kam auch zum exakten Einmessen der Bohrungen für die Wandauflager der neuen Treppe zum Einsatz. Um die neu eingebaute Treppe vor Beschädigung oder Verunreinigung zu bewahren, wurden die dazu notwendigen Bohrungen vor Aufbringung des Feinputzes und des Wandanstriches gesetzt – was natürlich eine besondere Umsicht bei der Montage der neuen Treppe erforderte.

Die Fertigung der neuen Treppe, für die mehr als 3 m³ Eiche verarbeitet wurden, erfolgte zu großen Teilen auf dem Bearbeitungszentrum. Steffen Thierbach arbeitet hier auf einem 5-Achs-Bearbeitungszentrum des italienischen Herstellers Esse/Uniteam, das bereits seit 2001 seinen Dienst verrichtet – damals eine der ersten Maschinen des Herstellers in dieser Form in Deutschland. Neben der Bearbeitung der Treppenstufen und -podeste und der schichtverleimten Handläufe wurden auch die drei zylindrischen Säulensegmente mittels einer speziellen, drehbaren Vorrichtung auf dem Bearbeitungszentrum gefertigt.

Eleganter Aufstieg

Der Treppenlauf beginnt im Erdgeschoss mit einem einstufigen, leicht aus der Lauflinie gedrehten Antrittspodest. Dabei bildet der elegant geschwungene, schichtverleimte Handlauf zusammen mit dem daran befestigten Schwert zur Aufhängung der Treppenstäbe aus Edelstahl gleichzeitig den Antrittspfosten, den ein aufgesetztes Edelstahlblech mit dem Logo des Treppenbauers ziert. Über ein trapezförmiges, in Stahl eingefasstes Glaspodest aus VSG auf halber Stockwerkshöhe und ein in den Treppenlauf eingefügtes Zwischenpodest erreicht man den ersten Stock. In gleicher Weise führt ein zweiter halbgewendelter Bereich hinauf ins Dachgeschoss.

Die Lagerung der Stufen und Podeste erfolgt wandseitig auf durch eingeklebte Gummihülsen entkoppelten Auflagerbolzen und zur Innenseite hin durch die an einem in den Handlauf eingeklebten Stahlschwert befestigten Treppenstäbe aus Edelstahl. Die beiden gut 1,70 bzw. 1,90 m langen Podeste sind durch verdeckt eingearbeitete Gewindestäbe stabilisiert. Stahlfedern ermöglichen das Arbeiten des Holzes und quer verlaufende Edelstahlprofile dienen im Bereich der Geländerstäbe und Auflager zur sicheren Lastabtragung. Die Oberfläche der Treppenanlage aus geräucherter Eiche ist zum Schutz geölt und gewachst.

Überregionales Renommee

Steffen Thierbach (66), der eigentlich gelernter Feinmechaniker und studierter Architekt ist, erlernte erst später in der Werkstatt seines Schwiegervaters den Tischlerberuf, machte den Meister und übernahm 1991 den seit 1893 bestehenden Betrieb. Vor der Wende wurden in der Görlitzer Werkstatt fast ausschließlich Särge hergestellt, heute produziert die sechsköpfige Tischlerei zu 95 % individuelle Treppen und zu einem geringen Anteil Massivholzmöbel. Der Einzugsbereich der Tischlerei liegt dabei zum überwiegenden Teil im Großraum Görlitz. Doch auch überregional sind die handwerklichen Produkte des Treppenbauers gefragt. So ziert zum Beispiel eine Treppe ein Stadtschloß im Zentrum von Paris, eine weitere eine Villa am Mittelmeer, in der mondänen Filmstadt Cannes.

Thierbach Treppenbau

02826 Görlitz

www.thierbach-treppen.de

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