Innenausbau eines Wohnhauses in Karlsruhe. Fein umhüllt - BM online

Innenausbau eines Wohnhauses in Karlsruhe

Fein umhüllt

Oft muss beim Neubau eines Gebäudes der Vorgängerbau weichen. Nicht so bei der Erweiterung eines Wohnhauses in Karlsruhe. Hier wurde in einem durchdachten Gesamtkonzept das Bestandsgebäude erhalten und als Haus im Haus in den Neubau integriert. Neu und Alt bleiben sowohl von außen als auch im Inneren bis hin zum Innenausbau deutlich erlebbar.

BM-Redakteur Heinz Fink

Gerade mal sieben Jahre alt war das Wohnhaus einer vierköpfigen Familie, als das Karlsruher Architekturbüro Gassmann den Auftrag zur Erweiterung des Gebäudes erhielt. Nach dem Umbau zeigt sich das Haus sprichwörtlich in vollkommen neuem Gewand. Das nach allen Seiten erweiterte Bestandsgebäude bildet jetzt den anthrazitfarbigen Kern, der von einer mit beigegrauen Klinkern belegten Hülle umfasst wird. Aber auch im Inneren bleiben die Grenzen zwischen Alt und Neu erlebbar. Den glatt verputzten Wänden des „Altbaus“ stehen die in Sichtbeton ausgeführten Wände und Decken des Neubaus gegenüber. Auch im Bodenbelag, einem Industrieparkett aus geölter Eiche, der im Neubau, getrennt durch breite Friese, die Richtung wechselt, bleiben die Ergänzungen erkennbar.

Den Auftrag für den Innenausbau erhielt die Schreinerei von Martin Fuchs in Karlsruhe-Durlach. Der Schreinermeister und Gestalter fertigte mit seinem zehnköpfigen Team neben den Möbeleinbauten auch sämtliche Zimmertüren. Die Küche lieferte, durch das ihr angeschlossene Bulthaup-Studio, die ebenfalls in Karlsruhe ansässige Schreinerei „a-mano“.

Aufs Notwendige reduziert

Zentrum der Küche bildet eine große, in weiß durchgefärbtem Schichtstoff belegte Kochinsel. Die nur 10 mm starke Arbeitsplatte bildet mit den Wangen eine U-förmige Hülle, welche die Unterbauten umfasst. Zum Wohnraum hin nehmen vier breite Auszüge und dahinterliegende Innenschubladen reichlich Geschirr auf. Das flächenbündige Kochfeld mit integrierter Absaugung (Bora) erspart eine zusätzliche Abzugshaube, da die Abluft in einen im Keller angebrachten Filter geführt, gereinigt und wieder in den Wohnraum zurückgeführt wird. Neben weiteren Auszügen ist auf dieser Seite der Kochinsel auch die Spülmaschine untergebracht.

An der rückwärtigen Wand nimmt ein mittels einer verdeckten Stahlkonstruktion frei aufgehängtes Schrankelement weitere Schubkästen und die Mülltrennung auf. Das Spülbecken ist in die lediglich 10 mm starke Edelstahlplatte fugenlos integriert. Als Spritzschutz dient eine bündig in die Wandfläche eingelassene, auf der Rückseite weiß lackierte Glasplatte, welche an der oberen Kante als „Reling“ für verschiedene Einhängemodule genutzt werden kann.

Hinter den anthrazitfarbigen, mit Metall-HPL belegten Drehschiebetüren der Hochschankzeile findet sich, neben weiterem Stauraum, Platz für Backofen, Dampfgarer, Wärmeschublade und Kühlschrank. Ein Auszug im Inneren der in Eiche furnierten Korpusse nimmt eine Espressomaschine auf. Aus der hauseigenen Werkstatt von „a-mano“ stammt auch eine hinter die Hochschränke laufende, weiß lackierte Schiebetür, welche den Zugang zur dahinterliegenden Treppe zum Untergeschoss verschließt.

Einbauten in Massivholzoptik

Alle Möbeleinbauten und Zimmertüren wurden in Eiche furniert und die Oberfläche anschließend geölt (Zweihorn Projektöl). Um eine möglichst brettartige Optik zu erreichen, setzten Martin Fuchs und seine Mitarbeiter die Furniere in wechselnden Breiten aus verschiedenen Paketen zusammen. Die raumhohen Zimmertüren sind, als stumpf einschlagende Futtertüren ausgeführt, an nicht sichtbaren Scharnieren (Tectus) angeschlagen und mit Edelstahl-Drückergarnituren (FSB 1070) sowie Magnetschlössern ausgestattet.

Eine raumhohe, vor der Wand des Altbaus laufende Schiebetür in Eiche verschließt bei Bedarf den Zugang zu einem schmalen Raum im Neubau, der als Home-Office dient. Die etwa 80 cm tiefe Laibung um ein gut 3 m breites Fensterband bildet hier gleichzeitig eine großzügige Schreibtischplatte. Eine breite, dreiseitig umlaufende Bekleidung nimmt die Laibungskonstruktion der ebenfalls in Eiche ausgeführten Fensterelemente auf.

Geschickt genutzter Luftraum

Die beiden im Neubau liegenden, über die Höhe zweier Stockwerke reichenden Kinderzimmer sind jeweils mit einer zweiten Ebene ausgestattet, die als Hochbett dient und über eine steile Wangentreppe erreichbar ist. Empore, Treppe und Absturzsicherung sind in weiß lasierter Dreischichtplatte ausgeführt.
In beiden Kinderzimmern bieten, neben einem Schrankeinbau unter den Treppen, zweitürige Schränke mit weißen, schichtstoffbelegten Drehtüren Platz für Kleidung. Deren Wangen in Eiche nehmen die Materialität der übrigen Einbauten im Haus wieder auf. Die Flurwand zu den Kinderzimmern ist beidseitig der Zimmertüren zur Nutzung als Pinnwand, mit raumhohen, mit grauem Kork (Forbo Bulletinboard) belegten Platten verkleidet. Daran anschließend schafft ein schmaler Wandtäfer in Eiche einen definierten Übergang zwischen den Innenwänden und der im Bereich der Loggia bis in den Innenraum reichenden Klinkerverkleidung und nimmt gleichzeitig Schalter und Steckdosen auf.

Neben der Ausstattung der Bäder in Nussbaum und zweier Kindertürchen in Eiche zur Sicherung der Treppenauf- und -abgänge, lieferte und montierte die Schreinerei Fuchs auch die Küche für das am neugeschaffenen Schwimmbecken stehende Poolhaus.


Objektbeteiligte

Architektur

Gassmann-Architekten

76227 Karlsruhe

www.gassmann-architekten.de

Innenausbau

Schreinerei Martin Fuchs

76227 Karlsruhe

www.martin-fuchs.de

Küche, Schiebetür Küche

Bulthaup Karlsruhe

76199 Karlsruhe

www.bulthaup-karlsruhe.de

Fenster

Trüb Fensterbau GmbH

76189 Karlsruhe

www.trueb-fensterbau.de

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