Innenausbau einer Wirtschaftskanzlei in Luxemburg

Gediegener Auftritt

Die repräsentative Anmutung des Firmenneubaus der Internationalen Wirtschaftskanzlei Arendt und Medernach in Luxemburg setzt sich auch im Innenausbau konsequent fort. Die planerischen Grundlagen dafür lieferten im Auftrag des Generalunternehmers S + B Inbau die deutschen Dienstleister K wie Konzept und Röhrich-Raum-Systeme.

BM-Redakteur Heinz Fink

Im Jahr 1988 aus der Fusion zweier namhafter Anwaltskanzleien hervorgegangen, ist Arendt und Medernach heute die führende Wirtschaftskanzlei in Luxemburg mit Niederlassungen in Dubai, Hongkong, London, Moskau, New York und Paris. Ein stetiges Wachstum machte 2015 den Neubau eines Geschäftsgebäudes am Stammsitz in Luxemburg notwendig. Den anspruchsvollen Innenausbau dafür lieferte der Luxemburger Generalunternehmer S + B Inbau, der die Planungsbüros K wie Konzept aus Bingen und Röhrich-Raum-Systeme aus Traben-Trabach mit den umfangreichen Arbeiten für die Ausführungsplanungen beauftragte.

Repräsentativer Empfang

Der sechsstöckige Neubau, davon vier unter der Erde, wird auf zwei Etagen von der Wirtschaftskanzlei Arendt und Medernach genutzt. Über den in der geschwungenen, gläsernen Fassade etwas eingerückt liegenden Eingang erreicht der Besucher das Foyer. Die leicht geschwungene Form des Parkettbodens führt direkt auf die expressiv gestaltete Empfangstheke aus weißem Mineralwerkstoff hin. Die Wandverkleidung und Schrankeinbauten aus dunklem, amerikanischem Nussbaum dahinter setzen sich nach oben im Deckenspiegel fort, der wiederum die geschwungene Kontur des Bodenbelages aufnimmt. In die reliefartig gestuften Deckenfelder sind Licht-, Lüftungs- und Sprinklertechnik integriert – alle Sichtteile der Decken- und Wandverkleidungen sind in Brandschutzklasse B1, schwer entflammbar ausgeführt.

Die spektakulär geformte, gewinkelte Empfangstheke in schneeweißem Mineralwerkstoff kragt mit gut zwei Drittel ihres 4 m langen vorderen Teils freitragend aus. Eine verdeckt eingebaute Stahlunterkonstruktion liefert die dazu notwendige statische Sicherheit. Auch hier musste die gesamte, den Mineralwerkstoff tragende Unterkonstruktion in Brandschutzklasse B1 ausgeführt werden.

Eleganter Aufstieg

Unweit des Empfangs führt eine imposante, halbgewendelte Treppe in die weiteren Stockwerke des Gebäudes. Optisch verbunden werden diese über das offene, durch Hunderte an feinen Drähten aufgehängte Lichtpunkte beleuchtete Treppenauge. Der gesamte Treppenraum im Foyer ist durch eine der halbrunden Form der Treppe folgende Wandverkleidung eingefasst. In die auf MDF furnierte Oberfläche in Nussbaum sind mittels Lasertechnik Texte der Luxemburgischen Verfassung plastisch eingearbeitet. Laser kamen auch zur Herstellung der Ausschnitte für den hinterleuchteten Handlauf, vor allem bei den runden Formteilen der Wandverkleidungen, zum Einsatz.

Entspannt verweilen

Ein großzügiger, der Cafeteria/Kantine gegenüber liegender Loungebereich wird durch eine abstrahierte Baumskulptur gefasst. Radial angeordnete, in Nussbaum furnierte Lamellen reichen vom Boden aus bis weit in die Deckenfläche hinein und markieren so einen gemütlichen Sitzbereich für die Mitarbeiter. Die Felder zwischen den knapp
80 mm starken Lamellen wurden im senkrechten Bereich durch dunkel lackierte Platten, im Deckenbereich durch einen speziellen, akustisch wirksamen Werkstoff (AMF Thermatex) geschlossen. Der Verbesserung der Raumakustik in dem weitgehend aus Sichtbeton bestehenden Gebäude dient, neben den gelochten Gipskartondecken, auch eine raumhohe, gepolsterte und mit Leder bespannte Wandverkleidung im Loungebereich.

Technik, gut versteckt

Besondere akustische Maßnahmen wurden auch im Sitzungssaal des Unternehmens ergriffen: Ein etwa 12 x 8 m großes Deckenfeld über dem Konferenztisch für knapp 50 Personen ist von einem umlaufenden Kasten in Nussbaum eingefasst, der Beleuchtung und Lüftungstechnik aufnimmt. Die Innenfläche des Deckenspiegels wird durch unregelmäßig dreieckige, mit verschiedenfarbigem Stoff bespannte Platten gebildet – über die breiten Trennfugen kann die Luft einströmen. Zwei breite, raumhohe und in der Deckenfuge laufende Schiebeelemente lassen sich bei Bedarf vor die Projektionsfläche schieben.

Optimierte Akustik

In dem für Veranstaltungen und Seminare genutzten Auditorium dienen komplexe Wand- und Deckenelemente nicht nur zur innenarchitektonischen Gestaltung, sondern auch zur Verbesserung der Raumakustik. Senkrecht angebrachte, geschwungen ausgearbeitete Lamellen bilden hier eine wellenförmige Wandabwicklung und setzen sich in der Decke über dem Zuhörerraum in gerader Form fort. Auch hier ist die notwendige Licht-, Lüftungs- und Audiotechnik in die Zwischenräume der Lamellen integriert.

Das Auditorium wird durch zwei gut 4,5 m hohe, doppelflügelige Türelemente erschlossen und kann durch eine mobile Trennwand in zwei Räume getrennt, unabhängig voneinander genutzt werden.

Schlagkräftiges Planungsteam

Das Team von K wie Konzept unter Leitung von Schreinermeister, Holztechniker und Gestalter Stefan Kaiser-Wilbert aus Bingen übernahm beim Luxemburger Projekt neben der kompletten Detailplanung auch die Erstellung der Bestelllisten für den Innenausbau, sowohl für die Tischlerarbeiten, als auch für die Gewerke Trockenbau und Bodenbeläge. Für die Zeitdauer eines halben Jahres waren zwei Mitarbeiter des 15-köpfigen aus Holzingenieuren, Holztechnikern/innen, und Schreinermeistern/innen bestehenden Planungsbüros ausschließlich mit diesem Bauvorhaben beschäftigt.

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Detailplanung des Überganges zwischen Wandverkleidung und Deckenspiegel im Foyer – sowohl die Wandverkleidungen als auch die Schrankfronten und die Deckenfelder sind in der Höhe plastisch gestuft.
Zeichnungen: K wie Konzept
Detail der Deckenabhängung im Auditorium: Die Räume zwischen den abgehängten, in Nussbaum furnierten Lamellen sind mit schwarzem, akustisch wirksamem Material (AMF Thermatex) belegt.
Zeichnungen: K wie Konzept

Objektbeteiligte

Bauherr

Wirtschaftskanzlei Arendt & Medernach 2082 Luxembourg, Luxembourg

Architektur

Technical Design Office Consultings S.A. 2350 Luxembourg, Luxembourg

Generalunternehmer Innenausbau

S +B Inbau S.àr.l.

6947 Niederanven, Luxembourg

www.sb-inbau.lu

Ausführungsplanungen

K wie Konzept – Stefan Kaiser-Wilbert

55411 Bingen

www.kwiekonzept.de

Röhrich-Raum-Systeme

56841 Traben-Trabach

www.roerich.de

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