Innenausbau eines Firmengebäudes bei Marburg

Gut visualisiert

Die Corporate Identity (CI) eines Unternehmens endet nicht beim Firmenlogo oder Briefpapier. Bei gewissenhafter Entwicklung spiegelt sich diese auch in Form, Farbe und Material des Innenausbaus wider. Die Innenarchitekten Silke Rabe und Friedrich Wolf aus Simtshausen haben mit ihrem Innenausbaubetrieb das Firmengebäude eines Maschinenbauunternehmens in der Nähe von Marburg neu gestaltet.

Autor: Heinz Fink

Schon beim Betreten der Firmenzentrale wird das Unternehmenscredo deutlich: Fascination for Innovation – Begeisterung für Innovation – prangt als weißer Schriftzug auf einer raumhohen, roten Wand hinter dem Empfangstresen, dazu das Firmenlogo. Das Maschinenbauunternehmen Schneider zählt zu den Weltmarktführern beim Bau von speziellen Bearbeitungsmaschinen für die Brillen- und Präzisionsoptik-Industrie. Das global operierende Unternehmen mit weltweiten Niederlassungen stellte Anfang 2012 seinen neuen Hauptsitz in Fronhausen in der Nähe der Universitätsstadt Marburg fertig.

Für die Gestaltung und den Innenausbau des durch die Architektin Petra Pfau geplanten Gebäudes beauftragte der Unternehmer die Rabe Innenausbau GmbH aus Simtshausen bei Marburg. Die beiden Geschäftsführer und Innenarchitekten Silke Rabe und Friedrich Wolf setzten in ihrem Entwurf auf die Farben des Unternehmens Rot, Anthrazit und Weiß und nutzen diese durchgängig zur Umsetzung ihres Innenausbaukonzeptes.
Freundlich empfangen
Bereits im großzügigen, hellen Foyer des Unternehmens begegnen dem Besucher diese Grundelemente: Eine etwa 4,50 m hohe, rot lackierte Wandscheibe bildet einerseits den „Hintergrund“ für den Empfangstresen und verdeckt andererseits die Treppe zum Obergeschoss. Die Fläche wird durch großformatige, akustisch wirksame Platten mit Mikroperforation (Egger) gebildet. Davor nimmt ein L-förmiger Winkel in weißem Mineralwerkstoff (LG HiMacs) die eigentlichen Thekenfunktionen auf. Der fast 6 m lange, monolithische Winkel wurde in zwei Teilen ange liefert und bauseits verklebt. Ein schmaler Lichtausschnitt im vorderen Sockelbereich bildet zusammen mit dem von hinten in die Front eingefrästen und hinterleuchteten Firmenlogo einen dezenten Akzent auf der Frontfläche. Die seitlichen Thekenabschlüsse sind anthrazitfarbig lackiert.
Durchgängiger Materialeinsatz
Das im Foyer gewählte Material- und Farbkonzept setzt sich auch in der firmeneigenen Kantine fort. Vor einer roten Wand läuft eine frei an einer Unterkonstruktion aus Edelstahl aufgehängte, durchgängige Sitzbank. Die lackierte Wandverkleidung besteht auch hier, zur Verbesserung der Raumakustik, aus microperforierten Platten. Hohe Stehtische mit Barhockern bieten in der Raummitte zusätzliche Plätze. Diese wurden, wie die Wandverkleidungen zur Großküche und die Verkleidungen der im Raum stehenden Kühl- und Wärmegeräte, mit grauem Schichtstoff belegt.
Vor eine größere Herausforderung stellte die Planer die Ansicht der Essensausgabe. Galt es doch, eine Möglichkeit zu finden, um die Öffnung zur Küche bei Nichtnutzung der Kantine verschließen zu können – und das ohne senkrechte Unterbrechung auf einer Breite von fast 7 m! Fündig wurde man bei einem bayrischen Unternehmen, welches Rollläden für den Schwimmbadbereich herstellt und diese in einem Stück liefern konnte.
Neben zahlreichen Konferenz- und Schulungsräumen plante und fertigte das Team der Rabe Innenausbau GmbH auch die Möblierung der Teeküchen und Sanitärräume nach dem entwickelten Konzept.
Bis in die Führungsebene
Für den Bereich der Unternehmensleitung entwarfen die Innenarchitekten ein eher „wohnliches“ Einrichtungskonzept. Darunter einen mit anthrazitfarbigem Leder bezogenen Schreibtisch für das Büro des Unternehmers. Dabei wünschte sich der Bauherr einen fugenlosen Überzug der Tischplatte aus einem Stück Leder, was einer Tierhaut von gut 5 m2 bedurfte. Aber auch die Verarbeitung stellte den Raumausstatter sicherlich vor eine Herausforderung: Das Leder läuft perfekt um Wange und Tischplatte und bis in die Gehrungsflächen hinein herum und ist erst auf der Unter- bzw. Innenseite gestoßen. Die Platte liegt fensterseitig auf einem niedrigen, weiß lackierten Sideboard auf und endet stirnseitig in einer eingesetzten, über den Schreibtisch auskragenden Besprechungsplatte in weißem Mineralwerkstoff.
Ein weiteres, um die Ecke laufendes Sideboard und raumhohe, weiß lackierte Einbauten bilden das Bindeglied zum daran anschließenden Besprechungsraum. Dieser ist bei Bedarf vom Büro durch eine raumhohe, satinierte Glasschiebetür zu trennen. In geöffnetem Zustand verschwindet die Schiebetür zwischen den raumhohen Einbauten.
Dezente Raumtrennung
Auch die raumhohen Türelemente mit einer Höhe von über 3 m stammen aus der Fertigung der Schreinerei Rabe. An der Büroeingangstüre lösen beidseitige Festverglasungen das weiß lackierte Blockrahmenelement optisch aus der Wandfläche heraus. Noch einen Schritt weiter bei der Auflösung der Raumtrennung gingen die Innenarchitekten bei der Tür zum Bad: Ein raumhoher, verglaster Eckwinkel aus satiniertem Sicherheitsglas trennt hier den Besprechungsraum transparent vom Bad und der dahinterliegenden Dusche. Der Blockrahmen mit stumpf einliegendem, an Tectus-Bändern verdeckt angeschlagenem Türblatt schließt außen bündig an die Glasfläche an. I

Objektbeteiligte
Entwurf und Planung
Dipl.-Ing. Silke Rabe
Dipl.-Ing. Friedrich Wolf
35117 Simtshausen
Innenausbau
Rabe Innenausbau GmbH
35117 Simtshausen
Architektur
Dipl.-Ing. Petra Pfau
39239 Steffenberg

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