Hotel Oderberger in Berlin: Vom maroden Volksbad zum exklusiven Vier-Sterne-Hotel

Historische Türen hinter Glas

Hohe Denkmalschutzauflagen machten aus dem geschichtsträchtigen Stadtbad in Berlin ein beispielloses Sanierungsobjekt. Es galt, möglichst viele historische Elemente zu erhalten. Dank des Eclisse-Schiebetürsystems verbreiten die alten Kabinentüren aus der Kaiserzeit ihren antiquierten Charme heute in den modernen Hotelzimmern. Auch das Schwimmbecken wurde saniert und lässt sich in eine Eventlocation verwandeln.

Im Stil der Neo-Renaissance erbaut, öffnete 1902 das Stadtbad am Prenzlauer Berg seine Pforten. Die Anwohner kamen vor allem wegen der Körperhygiene in die Oderberger Straße, denn Badezimmer gab es in den Mietshäusern der damaligen Zeit nicht. In den zahlreichen, mit Duschen oder Badewannen ausgestatteten Kabinen konnten sich die Berliner voll und ganz ihrer Körperpflege hingeben. Und wer Lust hatte, zog anschließend noch seine Runden im großzügigen Schwimmbecken. In die Jahre gekommen, wurde das beliebte Volksbad 1986 wegen großer Risse im Becken geschlossen.

Denkmalschutzprojekt als Kraftakt

Drei Jahrzehnte stand das Stadtbad leer, bis neues Leben in das marode Bauwerk einkehrte. Dank einer glücklichen Fügung, suchten Barbara und Dr. Hans-Dieter Jaeschke, die Betreiber der benachbarten GLS-Sprachenschule, Unterrichts- und Übernachtungsmöglichkeiten für die zahlreichen Sprachschüler aus aller Welt. 2011 kauften sie die Immobilie vom Land Berlin und begannen mit dem Umbau des über 100 Jahre alten Gebäudes. Als wahrer Kraftakt gestaltete sich der Umbau des 8600 m² großen Volksbads, denn schließlich mussten die hohen Auflagen der Denkmalschutzbehörden erfüllt werden. Dabei galt es auch, möglichst viele historische Elemente zu erhalten bzw. in den ursprünglichen Zustand zurückzuführen. Außerdem sollte das Schwimmbad saniert und wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Vom Volksbad zum Vier-Sterne-Hotel

Die Bauherren beauftragten Mathias Jensch und Britt Sylvia Eckelmann von Cpm architekten mit der Planung und Bauleitung des einmaligen Projektes. Nach ihren Plänen sollte das Bad in ein zeitgemäßes Schwimmbad mit Wellnessbereich und in ein 4-Sterne-Hotel verwandelt werden. Die Baumaßnahmen umfassten ein Restaurant, eine Bar, etliche Schulungsräume, 70 Zimmer, zwei Apartments und fünf Turmsuiten. Fast vier Jahre dauerten die Arbeiten, bis im Jahr 2016 das Hotel eröffnet werden konnte.

Die Schwimmhalle ist das Herzstück

Herzstück des Sanierungsobjektes war die Schwimmhalle mit ihrer kathedralenhaften Anmutung. Und hier ist den Planern und Baumeistern ein wahres Meisterstück gelungen. Denn innerhalb von 20 Minuten lässt sich die Schwimmbadhalle samt Becken in eine außergewöhnliche Eventlocation verwandeln: Ein speziell konstruierter Hubboden wird mit einem kleinen Elektromotor und zwei Wellen vom Beckenboden – ähnlich wie bei einem Wagenheber – nach oben gefahren. Gleichzeitig fließt das Wasser durch fünf Schleusen an den Beckenwänden ab und sammelt sich in einem Auffangbehälter darunter. Sobald der Hubboden das Becken verdeckt hat, können bis zu 800 Personen in der Schwimmhalle feiern. Ein eigenes Beleuchtungskonzept, abgestimmt auf die Besonderheiten der Architektur, sorgt für stimmungsvolle Lichteffekte.

Historische Türen im neuen Gewand

Da der Erhalt von historischen Bauteilen bei den Renovierungsarbeiten im Mittelpunkt stand, sollten vor allem auch die weit über 100 charakteristisch schmalen Kabinentüren der Dusch- und Wannenbäder wiederverwendet werden. Möglich wurde das erst mit dem Schiebetürsystem von Eclisse. Dazu der Architekt Mathias Jensch: „Auf der Suche nach einem Schiebetürsystem, welches die erhöhten Anforderungen hinsichtlich Ästhetik, der Aufnahme des sehr schweren Türblatts und einer möglichst wartungsfreien Funktionalität erfüllt, haben wir uns für das System von Eclisse entschieden. Das positive Feedback der Nutzer und die faktisch vorhandene Mängelfreiheit dieses Systems haben bestätigt, dass wir hier die richtige Wahl getroffen haben.“

Das System besteht aus einer robusten Rahmenkonstruktion, das ohne Bodenschiene auskommt. Es ist so konzipiert, dass es – ob Trocken- oder Massivbau – eine sehr flexible Gestaltung der Türblätter mit bis zu 150 kg Gewicht ermöglicht. Dank dieses Schiebetürsystems gelang es den Fachleuten der Restaurierungswerkstätten Berlin GmbH, die historischen Kabinen meisterlich in Szene zu setzen. Sie montierten die über 100 Jahre alten Türblätter in einen Holzrahmen zwischen zwei Glasscheiben, die von schmalen Messingprofilen gefasst werden. So präsentiert, entfalten die alten Türen mit ihrer schönen Patina eine einzigartige Wirkung in den modern eingerichteten Hotelzimmern.

Und ein weiterer Vorteil gab den Ausschlag für die Eclisse-Schiebetüren: Beim Öffnen der Schiebetüren verschwinden diese komplett im Metallkasten, der in der Wand montiert ist. Somit benötigen diese Türen keinen Schwenkbereich, was in puncto Platzsparen vorteilhaft ist. Pro Schiebetür entsteht ein Platzgewinn von 1 m² – ein entscheidendes Argument für die kosteneffiziente Bewirtschaftung eines Hotels.

Kabinen werden zu Seminarräumen

Ebenso originell wurden die Seminarräume gestaltet, die ehemals die kleinen Bade- und Duschkabinen beherbergten. Viele Details des alten Volksbads wurden erhalten und lassen die alten Zeiten wieder ganz lebendig erscheinen. So werden beispielsweise die in der Wand eingelassenen Seifenschalen heute als Stiftablage genutzt. Damit aus den sehr kleinen Bade- und Duschkabinen Schulungsräume für zehn bis 12 Personen entstehen konnten, mussten zwei bis vier Kabinen zu einem Raum zusammengefasst werden. Einzelne Kabinen behielten jedoch ihre ursprüngliche Größe und werden heute zum Teil als Toilettenräume genutzt. In den Seminarräumen wurden u. a. aus Brandschutzgründen neue Glastüren eingesetzt und die ursprünglichen Holztüren mit Lüftungslamellen daneben belassen.

Restaurant und Bar

Sehr gelungen ist die Umsetzung von Restaurant und Bar. Mit ästhetischem Feingefühl und äußerst stilvoll fügen sich die beiden gastronomischen Bereiche in das gestalterische Gesamtkonzept ein. So fand das neue Restaurant im ehemaligen Heizhaus sein Zuhause, wo es sich mit einer Fläche von 225 m² über drei Etagen erstreckt. Die Bar wurde in die früheren Räume der Umkleidekabinen gebaut. Das Fazit: Ein einzigartiges Sanierungsobjekt, das zu Recht mit dem Denkmalpflegepreis „Ferdinand-von-Quast-Medaille 2017“ ausgezeichnet wurde. Ein Hotelbesuch lohnt sich für alle, die in die Nostalgie der Kaiserzeit eintauchen möchten und gleichzeitig den Komfort eines 4-Sterne-Hotels genießen wollen. (sk/Quelle: Eclisse)

Eclisse Deutschland GmbH

64293 Darmstadt

www.eclisse.de

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