Innenausbau in Deiva Marina in Ligurien. Kajüte an Land - BM online

Innenausbau in Deiva Marina in Ligurien

Kajüte an Land

Für den Ausbau eines Apartments ließ sich das italienische Studio Llabb gleich in mehrfacher Hinsicht vom Bootsbau inspirieren: bei der Grundrissaufteilung, den Materialien bis hin zur Farbgestaltung – folgerichtig nannten sie ihr Ergebnis:Riviera Cabin.

Katharina Ricklefs

Je kleiner die Wohnung, umso mehr kommt es auf eine effiziente Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Raumes an. Wer schon einmal auf einem Segelschiff war, weiß, dass in Kajüten jeder Quadratzentimeter geschickt ausgenutzt wird, um aus dem begrenzten Raum das Optimum rauszuholen. Dieses nautische Prinzip legten Luca Scardulla und Federico Robbiano mit Beatrice Piola und Floria Bruzzone dem Um- und Innenausbau ihrer Riviera Cabin zugrunde. Gerade einmal 35 m² misst das Ein-Zimmer-Apartment in einem Mehrfamilienhaus im italienischen Deiva Marina, einem kleinen Badeort mit circa 1400 Einwohnern an der ligurischen Riviera, das nach dem Umbau vier Personen komfortabel (Schlaf-)Platz bieten sollte.

In das Apartment, das vorher nur aus einem großen Raum mit Fensterfront zum Balkon sowie einem kleinen Bad bestand, zogen die Architekten vom Wohnungseingang bis zum Wohnraum eine sogenannte „equipped wall“ ein, die mehrere Funktionen übernimmt. Im Vorraum verbirgt sich hinter der raumhohen Wand ein geräumiger Abstellschrank, gefolgt von einer begehbaren Ankleide, die zugleich als Garderobe und als Kleiderschrank dient und mit Fächern und Stange viel Stauraum bietet. Eine 40 cm breite und vom Boden bis zur Decke reichende, offene Regalnische in der Einbauwand markiert den Übergang vom Eingangs- zum Wohnbereich. Und hier wird aus der vermeintlichen Schrankwand ein äußerst effizienter Raumteiler, denn hinter der zweiflügeligen Tür offenbart sich der Hauptschlafraum – quasi die Schlafkajüte der Riviera Cabin, ausgestattet mit einem Kingsize-Bett. Gegenüber dem Fußende des Bettes bieten offene Regalfächer weitere Ablagemöglichkeiten. Die lichte Raumhöhe in dieser Schlafkajüte für zwei Personen beträgt zwei Meter. Am Ende der Einbauwand führen drei Stufen zu einer weiteren in die Wand integrierten Schranktür, von einem Zwischenpodest erreicht man über weitere drei Treppenstufen eine Schlafkoje mit einem Gästebett für zwei. Der Abstand zur Decke beträgt 96 cm, über zwei zum Wohnraum zu öffnende Fensterflügel kann der Wohnraum überblickt und gleichzeitig die Schlafstatt belichtet werden.

Zwischenüberschrift

Nach der Devise „learning by doing“ packten Luca Scardulla und Federico Robbiano beim Ausbau selbst mit an und übernahmen vor allem die Tischlerarbeiten. Als Baumaterial ließen sich die Architekten erneut nautisch inspirieren und verwendeten vor allem Okoumé-Bootsbausperrholz. Das aus dem zentralafrikanischen Gabun stammende Okoumé wird auch unter dem Namen Gabun-Mahagoni vertrieben und ist ein Mahagoni-Schälfurnier, das durch seine wasserfeste und kochfeste Verleimung besonders im Bootsbau zum Einsatz kommt. Für die Trägerkonstruktion in der unteren Schlafkajüte wurden die Unterzüge aus 25 mm starken Platten geschnitten, die Holzrippen sollen an das Innere eines Wals erinnern.

Für die Wandpaneele wurden vornehmlich
18 mm Sperrholzplatten verwendet. Die ganze Wand ist in den Farben weiß für den Rumpf eines Schiffs (unten) und hellblau für den Himmel (oben) gehalten, die von einer imaginären Horizontlinie getrennt werden. In den Räumen hinter der Wand wurde das Okoumé lediglich mit einer transparenten Holzbeize auf Wasserbasis behandelt. Die Planungs- und Bauzeit betrug circa ein halbes Jahr, durch den hohen Selbstbauanteil der Architekten konnte das Projekt mit einem Budget von nur 30.000 Euro realisiert werden.


Die Autorin

Katharina Ricklefs schreibt als freie Journalistin über die Themen Architektur, Design und Bauwesen. Für BM verfasst sie regelmäßig Objektberichte zu schönen bis ungewöhnlichen Innenausbauten.

www.katharinaricklefs.de

Der Querschnitt durch das Ein-Zimmer-Apartment zeigt, wie effizient die Architekten den zur Verfügung stehenden Platz mit dem Einbau der „equipped wall“ ausnutzen. Zum Wohnraum gehört noch eine offene Küche.
Zeichnung: studio llabb, Genua/Italien

Objektbeteiligte

Architektur

studio llabb

Luca Scardulla & Federico Robbiano

Genua/Italien

www.llabb.eu

Bauunternehmen

Zena Costruzioni s.r.l.s.

Genua/Italien

www.zenacostruzioni.eu

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