Innenausbau eines Wohnhauses

Raumerlebnis

Zumeist sind Gebäude fertiggestellt, wenn der Schreiner oder Tischler dazu gerufen wird, um einen Vorschlag für den Innenausbau zu machen. Nicht so im Fall des folgenden Projektes. Schon bevor der erste Stein gemauert wurde, arbeiteten die Architektin und die Innenarchitekten der Rabe Innenausbau GmbH bei der Gestaltung der Innenräume des vorgestellten Wohnhauses eng zusammen – das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Autor: Heinz Fink

Ein Grundstück mit Blick auf das historische Schloss des Ortes, ein baumbestandener, parkähnlicher Garten und ein Bauherr, der sich wünscht, diese Eindrücke von seinem neuen Wohnhaus aus wahrnehmen zu können – traumhafte Ausgangsbedingungen. Die Architektin Petra Pfau hat diesen Traum wahr gemacht und ein Wohnhaus für eine vierköpfige Familie realisiert. Schon in der Entwurfsphase war klar, dass sich der Bauherr nicht nur eine außergewöhnliche Architektur, sondern auch einen Innenausbau, der nicht „von der Stange“ kommt, vorstellt. Durch frühere gemeinsame Projekte gut bekannt, holte die Architektin das Team der Rabe Innenausbau GmbH aus Simtshausen, nahe Marburg, mit ins Boot. Ein glücklicher Tatbestand, konnten die Innenarchitekten Silke Rabe und Friedrich Wolf doch schon in der Bauentwurfsphase, noch bevor der erste Spatenstich gemacht war, bei der Gestaltung der Innenräume mitwirken. In der Praxis hieß das: Raumaufteilungen, Installationsverläufe, aber auch Materialien und Farben wurden gemeinsam von Architektin, Innenarchitekten und Bauherrschaft entwickelt.

Mit Park- und Schlossblick
Nicht nur das Gebäude nimmt durch seine transparente Glasfassade reichlich Sichtbezüge zum umgebenden Park und dem nahen Schloss, auch die Anordnung der Innenausbauten nimmt diese Bezüge auf. Ein zwischen Foyer und Wohnzimmer liegendes Kamin- und Bibliothekszimmer bietet vorbei am offenen Kamin den Blick auf dieses Panorama. Der lichte, zum Obergeschoss hin offene Raum wird durch ein über Eck laufendes Wandregal gegliedert. Die unsichtbar an der Wand befestigten, scheinbar schwebenden Böden in Roseneiche setzen sich in der untersten Ebene zur Wandscheibe zum Wohnzimmer hin als Schreibtisch fort. Pfiffig gelöst hier: Bei Bedarf lässt sich das Ende der Platte durch ein horizontal ausziehbares Rohr gestützt hochklappen und vergrößert so die Arbeitsfläche um etwa 75 cm.
Drei weiß lackierte, ebenfalls über Eck angeordnete Korpusse bieten auf den Regalböden geschlossenen Stauraum und sind über Klappen zugänglich. Desgleichen bietet ein, der Kontur des Regals folgendes Lowboard über Klappen bzw. Schübe reichlich Stauraum. Der obere Boden des Lowboardes ist zum Schutz mit einer weiß lackierten Glasplatte belegt. Ein rechteckiger Einschnitt in der vorgezogenen Wand zum Wohnraum ist ebenfalls mit satiniertem Glas ausgekleidet. Dahinter befindet sich eine über Bus-Steuerung farbveränderliche LED-Beleuchtung.
Im Wohnzimmer bietet ein frei hängendes, weiß lackiertes Sideboard an der Wandscheibe weiteren Stauraum. Eine Medienwand nimmt in Schüben CDs und Medientechnik unsichtbar auf und kann mittels Infrarotfernbedienung durch das weiß lackierte Glas hindurch gesteuert werden. Um den gesamten Wohnraum läuft eine Lichtvoute, die neben den in die abgehängte Decke integrierten Downlights für indirekte Beleuchtung sorgt.
Zurückgezogenheit und Privatsphäre
Über eine Wendeltreppe im Foyer erreicht man die Privaträume im Obergeschoss des Hauses. Ein gläserner Steg führt im Luftraum über der Bibliothek zum Elternschlaftrakt. Der Architektin ist es hier gelungen, eine ganz besondere Atmosphäre von Transparenz und notwendiger Abgeschlossenheit zu erzeugen. Ein zentral im Raum platziertes Regalmöbel trennt, beidseitig symmetrisch aufgebaut, das Badezimmer und den Schlafraum. Im vorderen und hinteren Stirnende lassen sich satinierte Ganzglasschiebetüren in die Wandscheibe einschieben. Das von beiden Seiten bedienbare Möbel nimmt unten Klappen und Schubkästen, oben offene Fachböden und mit Drehtüren verschlossene Schränke auf. Mittig, sowohl vom Bad als auch Schlafzimmer sichtbar, ist ein Gel-Kamin eingebaut. Die notwendige Abzugstechnik dafür ist ebenfalls in die Wand integriert.
Das komplette Bad kann durch zwei Ganzglasschiebetüren, welche sich zu einer Glasecke ergänzen, transluszent verschlossen werden. Neben einer markanten, freistehenden Badewanne, wird das Bad durch einen wandhängenden Waschtisch mit einer etwa 60 mm starken, schwarzen Granitplatte mit zwei weißen Aufsatzbecken geprägt. An einer verstärkten, ca. 25 cm tiefen Vorwandkonstruktion aufgehängt, ist darunter ein Korpus mit Auszügen und einer anthrazitfarbig lackierten Glasfront angebracht. Ein Auschnitt in der Vorwand nimmt einen Spiegelschrank mit Drehtüre, Hochschwenkklappe und einem seitlichen Auszug für die im Bad notwendigen Utensilien auf.
Die Beleuchtung erfolgt dabei indirekt über die breite, umlaufende Schattennut und über zwei im Schrank integrierte Leuchstoffröhren. Die Spiegelflächen sind In diesem Bereich teilmattiert. Eine begehbare Dusche und die notwendigen Sanitärbereiche runden das Raumprogramm ab.
Frische Farben im Kinderzimmer
Auch in den beiden Kinderzimmern bieten weiß lackierte Korpusmöbel reichlich Stauraum. Die farbige Lackierung einzelner Komponenten lockert das Ganze auf: Ob drei seitlich aus dem Schrank herausragende, flache Quader mit Klappen, das Innere zweier offener Schranknischen oder der rückbare Wickeltisch, alle leuchten in einem frischen Grün.
Dieselben Farb- und Gestaltungselemente nehmen die Innenarchitekten beim grifflos bedienbaren Schrank im angrenzenden Kinderbad auf. Auch hier sind Nischen und einzele Elemente im ansonsten weiß lackierten Schrank grün. Selbst das Babybett, mit grünen Gitterstäben, Polstern und Seidenbaldachin wurde von ihnen eigens entworfen und in der Werkstatt der Rabes gebaut. Der, auch in allen anderen Wohnräumen verlegte, geölte Eicheparkettboden gibt einen warmen Kontrast zu den Innenausbauten.
Entspannung pur!
Im Untergeschoß wünschte sich der Bauherr einen Fitness- und Wellnessbereich mit Zugang zum ebenerdigen Saunahof, Garten und naheliegenden Schwimmbad. Das Kernstück bildet hier ein kreisrunder Whirlpool, an dessen Kontur sich die Saunakabine anlegt – auch diese ein Entwurf der Innenarchitekten. In zwei Ebenen ansteigend bilden Hohlkehlen aus einzelnen Holzleisten den senkrechten Übergang zu den Liegeflächen. Eine besondere Herausforderung war eine auf dem Wannenrand aufsitzende, viertelkreisförmig gebogene ESG-Scheibe in Raumhöhe! Über dem Pool bietet ein weiß lackiertes, ebenfalls kreisrundes Deckenfeld indirekte Beleuchtung, aber auch Lichtemotionen: Hunderte von Lichtpunkten aus Glasfasern bilden den nächtlichen Himmel mit seinen Sternenbildern nach.
Als Sichtschutz vor der gegenüberliegenden Dusche dient eine raumhohe Sandwichplatte aus Glas: Zwischen zwei Deckscheiben ist eine Acrylglasscheibe mit echtem Seegras eingebracht und bringt so ein Stück Natur in den Raum. Eine Teeküche mit anschließender Bartheke und eine eichene Sitzbank mit zwei in den Boden eingelassenen Becken als Fußbad sorgen für die notwendige Entspannung nach dem Saunagang I

Objektbeteiligte
Entwurf und Planung:
Dipl.-Ing. Silke Rabe
Dipl.-Ing. Friedrich Wolf
35117 Simtshausen
Innenausbau:
Rabe Innenausbau GmbH
35117 Simtshausen
Architektur:
Dipl.-Ing. Petra Pfau
39239 Steffenberg

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