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Raumkörper

Innenausbau eines Wohnhauses
Raumkörper

Glatt geschliffener Terrazzo, schalungsrauer Beton und reduziert gestaltete Einbauten in heller Eiche prägen den minimalistischen Innenausbau eines Wohnhauses im Großraum Stuttgart. Die gelungene Umsetzung des komplexen Konzeptes übernahm die Fellbacher Schreinerei Hildinger und Koch.

BM-Redakteur Heinz Fink

Gleich eingestellten Spielsteinen aus Holz sind die polygonen Körper zwischen Decke und Boden „eingespannt“. In einem Wechselspiel aus geschlossenen und offenen Flächen und Volumen gliedern sie das scheinbar aus einem Raum bestehende Geschoss. Darüber hinaus bieten die schlichten Körper im Raum aber auch ein reichhaltiges Innenleben. Entwickelt hat diese minimalistischen Raumskulpturen und das sie umgebende Gebäude – ein kompaktes Wohnhaus für eine vierköpfige Familie – das Stuttgarter Büro lenz.architekten. Den Innenausbau realisierte die Schreinerei Hildinger und Koch aus Fellbach bei Stuttgart.

Offene Raumgestaltung

Ebenso wie die frei eingestellten Funktionskuben hat auch der solitäre Küchenblock keinerlei Verbindung zu den umgebenden Außenwänden. Dies macht die Wände als umlaufende, den Inhalt umfassende Hülle erlebbar und lässt die verschiedenen Wohnbereiche ohne merkbare Trennung ineinander übergehen. Die komplett frei stehende Kochinsel ist mit weiß durchgefärbtem Schichtstoff belegt und ohne sichtbare Griffe ausgeführt – zum Öffnen dienen breite, horizontale Grifffugen. Zur Esszimmerseite hin bietet sich hinter Drehtüren auf Fächern und mechanischen Vollauszügen (Blum Legrabox) reichlich Platz für Geschirr. Die Küchenseite ist mit weiteren Auszügen sowie einem Müllsortiersystem unter der Spüle und einer voll integrierten Spülmaschine ausgestattet. Die aufliegende Arbeitsplatte aus 13 mm starker, weiß durchgefärbter Vollkernplatte (Egger) ist durch eine breite Schattenfuge, die als Grifffuge dient, von den Fronten getrennt. Dabei wird die großzügige Arbeitsfläche lediglich durch ein Unterbaubecken aus Edelstahl und ein flächenbündig eingelassenes Kochfeld mit integrierter Flächenabsaugung (Bora) unterbrochen.

Der zur Kochinsel im 90°-Winkel angeordnete, raumhohe in Eiche furnierte Kubus bietet hinter grifflosen, mit Tip-on-Technik ausgestatteten Drehtüren im unteren Bereich Platz für Innenauszüge. Hinter zwei darüberliegenden Dreh-Einschubtüren (Accuride) findet sich in einem anthrazitfarbig ausgekleideten, offenen Fach Raum für eine große Espressomaschine, Tassen und Gläser. Flankiert von einem Backofen (Miele) und einem hohen Kühlschrank setzt sich die Front links und rechts in fest stehenden, auf Gehrung verleimten Blenden in den raumhohen Verkleidungen der Durchgänge zum Flur fort. Der gesamte Kubus ist oben mit weiteren Drehtüren vor Korpussen mit Fachböden ausgestattet.

Feines Faltwerk

Dem Küchenkubus folgt ein weiterer, dem Essplatz zugeordneter Kubus. Hier faltet sich die Front nach außen und bietet hinter raumhohen Drehtüren reichlich Platz auf Fachböden. Links davon nehmen kreisrunde Ausfräsungen in mit Filz ausgekleideten Röhren bis zu 14 Weinflaschen auf.

Getrennt durch einen weiteren Durchgang zu Flur und Treppenhaus bildet ein dritter Kubus die Möblierung des Wohnraumes. Auch hier findet sich hinter Drehtüren reichlich Stauraum. Eine tief eingeschnittene, anthrazitfarbige Nische nimmt einen TV-Bildschirm auf. Auch hier bilden fest stehende, auf Gehrung gearbeitete Eckblenden den Übergang zu den seitlichen Verkleidungen des Kubus. Eine raumhohe, weiß lackierte und an der Decke sichtbar geführte Schiebetür (Hawa Junior) fährt in eine im Kubus liegende Tasche ein und schließt bei Bedarf das dahinterliegende Arbeitszimmer ab.

Beidseitige Funktionen

Zum Arbeitszimmer hin ist eine raumhohe Regalnische für Bücher und weiterer Schrankraum in den Kubus integriert, der gleichzeitig auch eine Betonstütze sowie die Haustechnik verkleidet. Auch zum Flur hin lässt sich das Arbeitszimmer durch eine raumhohe, weiß lackierte Schiebetür verschließen – bei geöffneter Tür bietet sich eine Raumflucht durch das gesamte Gebäude bis hin zur Haustüre. Der Essplatzkubus ist zum Flur hin mit drei raumhohen Korpussen mit Drehtüren und dahinterliegenden Fachböden bestückt. Die rückwärtige Seite des Küchenkubus wiederum nimmt hinter ihrer gefalteten Front die verschiedenen Funktionen einer Garderobe mit Kleiderstange und Schuhregal auf.

Gut aufgestellt

Neben den Ausbauten im Erdgeschoss des Hauses führte das neunköpfige Team der Schreinerei Hildinger und Koch sämtliche Schiebe- und Zimmertüren sowie die Brüstung zur Treppe im Obergeschoss aus. Auch die vorspringenden, weiß lackierten Laibungen der über Eck verglasten Panoramafenster, die als Sitznischen genutzt werden können, wurden von den Fellbacher Innenausbauern ausgeführt.

Das junge, 2015 von Schreinermeister und Gestalter Michael Hildinger und Schreiner und Holzingenieur Andreas Koch gegründete Handwerksunternehmen ist überwiegend im Bereich des gehobenen Innenausbaus für Privat- und Geschäftskunden tätig. Seit vergangenem Jahr können sie auf einen eigenen Ausstellungsraum in zusätzlich angemieteten Räumen über der Werkstatt zurückgreifen. Im mit Musterküchen namhafter Hersteller (Häcker und Rempp) ausgestatteten Showroom berät Schreinermeister und Gestalter Andreas Schmid Kunden in allen Fragen rund um die Küchengestaltung und -einrichtung.

Hier finden Sie weitere Beispiele attraktiver Innenausbauten.


Objektbeteiligte

Architektur

lenz.architekten bda

70182 Stuttgart

www.lenz-architekten.de

Innenausbau

Hildinger und Koch GmbH

70736 Fellbach

www.hildingerundkoch.de

Terrazzo

Ralf Haas

70734 Fellbach

www.haas-stonetec.de

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