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Weißt Du, wieviel Sternlein stehen?

Kardiologische Praxis für Kinder
Weißt Du, wieviel Sternlein stehen?

Kleine Kinder, kleine Sorgen – diese Gleichung geht nicht immer auf. Zum Beispiel sind Herzkrank- heiten gerade bei Kindern und Jugendlichen mit großen Ängsten belegt. In Dortmund entstand eine kinderkardiologische Praxis mit einem Ambiente gegen die Angst.

Angst macht den Kindern beispielsweise die einschüchternde Dominanz der technischen Apparate, die in der Kardiologie eine entscheidende Rolle spielen. Und das, obwohl – objektiv gesehen – überhaupt keine Schmerzen mit den Untersuchungen verbunden sind. Die Ängste, mit denen eine kardiologische Praxis es vor allem zu tun hat, sind solche vor medizinischen Risiken und ganz allgemein vor Veränderungen am Herzen.

Die innenarchitektonische Gestaltung sollte die jungen Patienten beruhigen. Durch die angenehme Atmosphäre sollten sie besser bereit sein, beim Untersuchungsablauf mitzuwirken.
Eine Herausforderung war die Lichtregie, da z. B. Ultraschalluntersuchungen im Dämmerlicht oder indirektem Licht gemacht werden. Des Weiteren sollte ein Höchstmaß an Effizienz im Zusammenhang mit den Patientenwegen und den Laufwegen für das Praxisteam erreicht werden.
Durch die gute Zusammenarbeit und dem intensiven Gedankenaustausch des Kardiologen mit dem Architekten, fand man ein gelungenes Konzept für Raum und Licht. Mit dem Ergebnis ist nicht nur der Kinderkardiologe selbst hochzufrieden: Auch die Resonanz der Patienten und ihrer Familien ist ausgesprochen positiv.
Der Architekt wollte eine an den jungen Patienten orientierte Gestaltung – jenseits aller Klischees vom Kindgerechten – mit einem funktionalen Arbeitsfeld verknüpfen. Das Konzept von Bernd Echtermeyer beruht auf einer Achse mit drei angebundenen Funktionsbereichen: Einem Multifunktionsraum, dem Arzt- und EDV-Raum und dem Zentrum der Raumkomposition: dem so genannten „Observatorium“ – abgeleitet vom lateinischen Wort observare, was beobachten bedeutet. Beobachten in zweifacher Hinsicht: Die Kardiologie ist gekennzeichnet durch das genaue Beobachten und Analysieren der Symptome mit hohem Apparateeinsatz. Andererseits sollte das Interesse der kleinen Patienten durch den Sternenhimmel und die Lichtstimmungen im Observatorium geweckt werden.
Es entstand ein zylindrischer Raum, der in Holzrahmenbauweise fast frei im Wartebereich der Praxis erstellt und mit biegbaren MDF-Platten beplankt wurde. Er erhielt eine Oberfläche mit einer Stucco-Lustro-Spachteltechnik. Die kreisrunde, abgehängte Decke im Observatorium wurde dimmbar hinterleuchtet und dunkelblau lackiert. Mit moderner Faseroptik-Lichtwellenleitertechnik wurde ein Sternenhimmel integriert, wobei sich die Sterne bzw. Lichtpunkte langsam, aber ständig verändern. Eine beruhigende Wirkung sollte dieser Sternenhimmel haben, denn vor und während der Untersuchung können die Kinder den sich verändernden Sternenhimmel an der Decke betrachten und werden so abgelenkt.
Unterschiedliche Lichtstimmungen entstehen auch mit indirektem, dimmbaren Licht, sowie durch die drei Lichtschlitze, die mit satinierten Glasbausteinen in der runden Wand integriert wurden. Die Lichtschlitze sollen die Aktivitäten im Inneren des Observatoriums ablesbar machen, ohne Einblicke zu gewähren und symbolisch auch die Arbeit des Kardiologen andeuten, der mit Ultraschall ins Herz vordringt.
Insgesamt herrscht in der Praxis eine einfache und feinsinnige Raum- und Formensprache vor. Technische Elemente sind weitestgehend im Hintergrund angeordnet, unsichtbar eingebaut oder werden in den Einbauschränken verstaut. Die klar gegliederten, hellen Schrankfronten sowie die teilweise hinterleuchteten Glasrückwände sind harmonisch mit den Kanten aus Multiplex und dem Parkettboden aus Bambus abgestimmt. Zu dem edlen, unaufdringlichen Gesamtbild tragen auch die Glastrennwände bei, wobei auch hier die Holzkonstruktion aus Multiplex hergestellt wurde und satinierte Gläser zum Einsatz kamen.
„In dem neuen Ambiente ist trotz des schwierigen Themas eine konzentrierte Untersuchung möglich“, so der Kardiologe. „Es kommt nur noch ganz selten vor, dass ein Patient sich nicht beruhigen und untersuchen lasse.“ ■
Entwurf und Planung:
echtermeyer.fietz_architekten 44141 Dortmund
Innenausbau:
Jungermann, Möbel mit
Funktion und Design
58540 Meinerzhagen
Fotos:
Stefan Müller
10961 Berlin
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