Lernen und arbeiten in Europa

Bremen – Le HavreLe Havre – Bremen

Erfahrungen sammeln, Land und Leute kennenlernen, den Horizont erweitern – Gründe gibt es genug für internationale Schüleraustauschprogramme in der beruflichen Bildung. In Bremen, am Schulzentrum Alwin-Lonke-Straße, wird dies bereits seit einigen Jahren praktiziert.

Fünfzehn Bremer Tischlerlehrlinge weilten vom 9. bis 27.3.98 in Le Havre. Schon der Empfang im Lycée Polytechnique Auguste Perret sei der Beginn einer außerordentlichen Gastfreundschaft seitens der französischen Austauschschüler und -lehrer gewesen, berichtet Tischlerlehrling Michael und erzählt dann weiter: „ . . . Wir haben auf fachlichem Gebiet einige Erfahrungen sammeln können. So hat mir sowohl die Planung als auch der Bau des Notenständers mit den französischen Schülern sehr viel Spaß gemacht…“

Als Projektarbeit sollte ein Notenständer angefertigt werden. Entsprechend den Teilarbeiten: Fußknoten, Beine, Schiebestangen und Notenpult wurden vier Gruppen aus deutschen und französischen Schülern gebildet.
Alle Teilnehmer waren mit großem Interesse bei der Sache. Von großem Vorteil war dabei die exzellente Ausstattung der Werkstatt (Atelier) des Lycée Polyvalent Auguste Perret, von einigen Ausnahmen abgesehen: z. B. der Formatkreissäge, die mehr eine Baustellensäge war und vor allem die Hobelbänke, auf denen eine überaus originelle Verleimmethode (siehe Abb.) angewendet wurde.
Abgerundet wurde der Aufenthalt in Frankreich mit Besichtigungen und Ausflügen an die herrliche Felsenküste der Normandie bei Etretat und Fecamp.
Die Notenständer durften als dauerhafte Erinnerung von jedem mit nach Deutschland genommen werden, was vor allem bei der Rückfahrt, speziell durch Paris, eine besondere Gaudi war.
Gegenbesuch
Der Gegenbesuch der französischen Gruppe erfolgte vom 27.4. bis 15.5.98. Am Schulzentrum der Alwin-Lonke-Straße in Bremen war dafür als Projektarbeit ein Ensemble von Konferenztischen geplant. Auf Grund der knappen Zeit waren schon diverse Schablonen und Vorrichtungen von den betreuenden Lehrmeistern, Rainer Kröger und Friedrich Harms, vorbereitet worden.
Wichtig war auch hier die Vorlaufphase, um im Sinne eines Arbeitsablaufplanes festzulegen, wie die Verbindungen hergestellt werden könnten und wie dann die Vorrichtungen auszusehen hätten.
Da in der Ausbildung der französischen Schüler der Bereich der Oberflächenbehandlung nur sehr knapp behandelt wird, wurde dem Wunsch der französischen Seite entsprochen und die Tischplatten mit einem Effektlack behandelt.
Neben einem Senatsempfang im Bremer Rathaus, dem Besuch Hamburgs inklusive einem Möbeldesigner Kaufhaus, war der absolute Höhepunkt des kulturellen Rahmenprogramms eine Paddeltour mit über 20 Kanuten auf der Wümme, bei ca. 30° Sonnenschein (April), organisiert von den Lehrmeistern Dieter und Sven Kreipke und Fachlehrer Peter Herbst, die auch alle mit einigen französischen Schülern „baden“, sprich kentern, gingen.
Solche internationalen Austausche sind naturgemäß nur mit Teilnehmern erfolgreich zu realisieren, die hoch motiviert worden sind; und vor allem nur mit der Hilfe des Trägers Deutsch-Französisches Sekretariat für den Austausch in der beruflichen Bildung, Saarbrücken, die alle Kosten des Austauschprogramms übernommen haben. Schwierig ist die gesamte Organisation von Berufsschulunterricht und insgesamt 6-wöchigem Austauschprogramm. Konkret sah dies so aus, daß die deutschen Teilnehmer aus zwei Klassenverbänden einen gemeinsamen Blockunterricht von fünf Wochen hatten, der so aufgeteilt wurde, daß davon drei Wochen auf den Frankreichaufenthalt entfielen, zwei Wochen auf die Projektarbeit in den Werkstätten am Schulzentrum Alwin-Lonke-Straße und eine Woche Praktikum der französischen Schüler in ihrem jeweiligen Partnerbetrieb. Die Umverlegung von Unterricht, die Verlegung von Berufsschultagen und die Freistellung von Werkstattkapazitäten erforderten ein Höchstmaß an Flexibilität und gutem Willen aller Betroffener. Vor allem ist eine gute Beratung mit den vom Austausch betroffenen Betrieben erforderlich, um eine positive Akzeptanz zu erzielen.
Dies war nunmehr der 4. Austausch mit französischen Schülern der Fachrichtung Tischler und Auszubildenden vom Schulzentrum Alwin-Lonke-Straße. Betreut wurde er von den beiden Fachlehrern, Studienrat Peter Herbst und Studiendirektor Werner Homrighausen, die beide immer wieder zu dem gleichen Ergebnis kommen: „Gelohnt hat es sich immer, vor allem für die Auszubildenden; oder um die angehenden Tischlergesellin Petra zu zitieren: Alles in allem war es toll. Ich bin daher sehr dank-bar, daß der Staat uns diese Zeit und Erfahrung ermöglichen konnte.“ n

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