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CNC-gesteuerter Filzzuschnitt

Schulen für Holz und Gestaltung Garmisch-Partenkirchen
CNC-gesteuerter Filzzuschnitt

Studierende der Fachakademie für Raum- und Objektdesign Garmisch-Partenkirchen entwickelten einen pfiffigen Schreibtischorganizer aus unterschiedlichen Werkstoffen. Die dafür notwendigen Filzeinlagen wurden mittels eines speziellen Schneidaggregates auf dem CNC- Bearbeitungszentrum ausgeführt.

I „Wo ist denn jetzt schon wieder…?“, dürfte mit dem Schreibtischorganizer der Studierenden der Fachakademie für Raum- und Objektdesign Garmisch-Partenkirchen ab sofort der Vergangenheit angehören. Er vereint ansprechendes Design mit wirtschaftlicher Fertigung durch moderne CNC-Aggregatetechnologie. Zum Einsatz kam unter anderem das Schneidaggregat Seco von Benz, mit dem die Filzeinlagen des Organizers auf der CNC-Maschine zugeschnitten werden.

Wer Sebastian Franz, Seraph Strauch, Dominik Braun, Philip Meuser, Marcus Wiesner, Magnus Kragl und Markus Kollmannsberger eine Weile gegenübersitzt, dem wird die Leidenschaft jedes einzelnen schnell klar. Während erstere sich insbesondere für die optimale und ansprechende Gestaltung von Objekten begeistern, liegt der Fokus von Markus Kollmannsberger klar auf der Umsetzung solcher Projekte – und das am besten möglichst wirtschaftlich. Als Fachlehrer für Fertigungstechnologien und Werkstoffkunde an den Schulen für Holz und Gestaltung (SHG) in Garmisch-Partenkirchen ist er der Spezialist für die Bearbeitung unterschiedlichster Werkstoffe, von klassischem Holz über Verbundwerkstoffe bis zu Metall und damit der Mann, der die anscheinend gegensätzlichen Bereiche Design und wirtschaftliche Fertigung miteinander vereint. Klar, dass die Studierenden der Fachakademie für Raum- und Objektdesign diese Expertise für eines ihrer ehrgeizigen Projekte nutzten: einen maschinell gefertigten Schreibtischorganizer mit Designanspruch.
Schreibtischorganizer mit Designanspruch
Die Idee war es, einen Schreibtischorganizer zu entwickeln, der für mehr Ordnung am Arbeitsplatz sorgt und außerdem einen ästhetischen Mehrwert schafft. Zusätzlich sollte die Fertigung des Organizers rationell mit möglichst modernen Fertigungsmethoden wie der CNC-Technologie erfolgen. Für den Organizer wurden nur hochwertige Materialien verwendet. Der Grundkörper ist aus massivem Nussbaum gefertigt. Als Sockel dient ein Betongussteil. Unter diesem wurde ein grauer Moosgummi angebracht, damit der Organizer keine Beschädigungen auf der Abstelloberfläche verursacht. Die hintere Nut dient als Halterung für Smartphones, Tablets etc., die beiden vorderen Taschen mit einer Einlage aus 3 mm dickem Filz nehmen Stifte und Kleinutensilien auf.
Schneiden von Filz auf der CNC
Genau hier, bei der Filzeinlage, begann auch schon die Herausforderung des Projektes. Stoff lässt sich aufgrund seiner Beschaffenheit nicht wie andere Werkstoffe, darunter Holz oder Kunststoff, z. B. durch Laserschneiden, bearbeiten. Oftmals sind spezielle Werkzeuge bzw. Maschinen notwendig. Equipment also, das der „Standard-Schreiner“ nicht einfach so in seiner Werkstatt stehen hat.
„Ich erinnerte mich jedoch an eine Schauvorführung bei unserem Maschinenlieferanten Homag Bayern, da machte es klick“, so Markus Kollmannsberger.
„Dort wurde ein bisher für Schreinereien eher untypisches Aggregat gezeigt: das Schneidaggregat Seco des Werkzeugsystemherstellers Benz aus dem badischen Haslach.“ Mit diesem automatisch einwechselbaren Aggregat lassen sich unterschiedlichste Materialien wie Schaumstoff, Furnier, Karton, Teppich, PVC und eben Filz direkt auf der CNC-Maschine bearbeiten. Das Aggregat wandelt dabei die Drehbewegung der Motorspindel in eine Auf- und Abwärtsbewegung des Schneidmessers um. Der Vorteil für den Anwender: Durch die oszillierenden Schnittbewegungen des Schneidmessers wird der Werkstoff äußerst präzise und – im Gegensatz zur Zerspanung – staubfrei bearbeitet. Je nach Messerlänge sind unterschiedlichste Schnitttiefen möglich. Der optional angebrachte Niederhalter verbessert das Ergebnis vor allem bei leicht schwingenden Werkstoffen weiter. Fixiert wird das Werkstück während der Bearbeitung durch den Vakuumtisch der Werkzeugmaschine.
Das optimale Tool also, um die Filzeinlagen des Tischorganizers herzustellen. „Meine Studierenden und mich haben insbesondere die einfache Bearbeitung in Kombination mit der hervorragenden Schnittqualität beeindruckt“, sagt Markus Kollmannsberger. „Die auszuschneidende Form wird einfach per dxf-Zeichnung in die Maschine eingelesen, womit ein minimalster Materialverlust realisiert werden kann. Die Filzeinlage passt außerdem immer optimal in ihr Negativ, die ausgefräste Tasche, da beides auf der gleichen CNC-Maschine hergestellt wird.“
Vom Projekt zur Serienreife
Begeistert waren auch die Schreibartikel- und Büromöbeleinkäufer, denen die Projektarbeit der Studierenden der Fachakademie für Raum- und Objektdesign auf der Möbelmesse imm cologne vorgestellt wurde. Die Chancen stehen gut, dass der Schreibtischorganizer demnächst bei renommierten Unternehmen als Verkaufsartikel gelistet wird. Für Markus Kollmannsberger und seine SHG-Studenten ein toller Abschluss eines ehrgeizigen Projektes, das neben ästhetischem Design insbesondere von innovativer Aggregatetechnologie lebt. I
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