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Möbel mit System

Meisterprojekt an der Heinrich-Hübsch-Schule Karlsruhe
Möbel mit System

In ihrer Meisterausbildung an der Heinrich-Hübsch-Schule in Karlsruhe entwickelten die Schüler im Rahmen einer Jahresarbeit zeitgemäße Möbel für ihr Klassenzimmer. Die beiden angehenden Meister Andreas Belle und Alexander Gäng realisierten dafür ein interessantes und serienfähiges Systemmöbel.

Autor: BM-Redakteur Heinz Fink

I Die aktuelle Meisterprüfungsverordnung schreibt im Rahmen der Meisterausbildung eine sogenannte Projekt- oder Jahresarbeit vor. Ziel ist die Einübung von Entwurfsmethoden und praktischen Techniken zur Vorbereitung auf das Meisterprüfungsprojekt. Üblicherweise entwickeln die Schüler dabei Kleinmöbel und Objekte, bei denen der ein oder andere technische Kniff, ein selbstentwickelter Beschlag oder eine seltene handwerkliche Verbindung, welche im späteren Meisterstück zum Einsatz kommen soll, erprobt werden kann.

Den eigenen Klassenraum gestalten
An der Heinrich-Hübsch-Schule in Karlsruhe entschied sich der diesjährige Meisterjahrgang unter Leitung ihres Lehrers, Schreinermeister und Industriedesigner Rainer Strauß, zur Umgestaltung seines Klassenzimmers. Unter dem Arbeitstitel „Projekt 301: Möbel aus Meisterhand für ein gesundheits- und lernförderndes Klassenzimmer“ entwickelten sie innerhalb eines streng festgelegten Zeitraumes – ganz so wie beim späteren Meisterprüfungsprojekt auch – Einzel- und Systemmöbel, vom Entwurf über die Detailplanung, Kalkulation bis hin zur Realisierung des Projektes im Maßstab 1:1. In einer maximalen Fertigungszeit von etwa 40 Stunden entstanden so in Teamarbeit Einzelmöbel wie Steharbeitsplatz, Lehrerpult, Sitzbank oder eine Teeküche, aber auch Systemmöbel wie eine Garderobe oder ein variables Korpusmöbelsystem für die Schülerbibliothek.
Modularer Gestaltungsansatz
Die beiden Meisterschüler Andreas Belle und Alexander Gäng realisierten im Rahmen dieser Aufgabenstellung ein durchdachtes und serienfähiges Systemmöbel. Basierend auf einem Wandpaneel, welches an Wandschienen verschiebbar aufgehängt wird, können unterschiedlich große Funktionskorpusse über würfelförmige Verbindungsmodule variabel im Lochraster befestigt werden.
Bestehend aus einem Grundmodul offener Korpusse im Raster von 40 x 40 cm, sind darüber hinaus weitere Maßvarianten und Funktionsvarianten möglich. Die auf Gehrung verbundenen Korpusse aus HPL-belegten, 18 mm starken Birke-Multiplexplatten werden mittels Clamex P-14-Verbindern von Lamello verbunden. Das Schweizer Unternehmen zeigte sich hier großzügig und stellte eine Profilnutfräsmaschine und die dazugehörigen Verbinder zur Verfügung.
Zur Aufhängung und gleichzeitigen Aussteifung der rückwandlosen Korpusse entwickelten die beiden Schreinermeister ein Verbindungsmodul aus Kunststoff. Die aus weißem Kunststoff, CNC-gefertigten Würfeln von etwa 40 mm Kantenlänge werden über 4 Bohrungen an den Korpusseiten befestigt, eine große Durchgangsbohrung nimmt eine kräftige metrische Schraube auf, die in eine von hinten in das Wandpaneel als Gegenstück angebrachte Einschlagmutter eingeschraubt wird.
Durch eine Vervielfachung des Grundmaßes von 40 cm enstehen höhere und breitere Korpusse, bis hin zu einem großen Schrankkorpus von 200 x 80 cm, der die komplette Wandpaneelfläche einnimmt und laut Broschüre der beiden Meisterschüler als „Großraumlager“ dienen könnte.
Standardisierung und Modellviefalt
Über die farbliche Variation der Belagmaterialien oder die Verwendung verschiedener Furnierarten, lässt sich das Möbelsystem individualisieren. So liese sich zum Beispiel über diese Ausführungen die Zuordnung der Module auf die jeweiligen Nutzer, wie Schüler oder Lehrer erkennbar machen. Offene oder geschlossene Module, Türen aus Holz oder Glas, höhenverstellbare Fachböden oder Schubkästen – die denkbaren Nutzungsmöglichkeiten des Möbelsystems von Andreas Belle und Alexander Gäng sind vielfältig.
Realitätsnahe Planungs- und Arbeitsabläufe
Aber nicht nur die handwerkliche Realisierung der Entwürfe war Teil der Projektarbeit, auch die Vorbereitung und die Dokumentation der einzelnen Schritte gehörte zum Umfang des – mit Unterbrechungen – über einen Zeitraum von etwa 6 Wochen andauernden Projektes. Galt es doch die anfänglichen Ideen über Skizzen, Detail- und Perspektivzeichnungen und maßstäbliche Modelle zu verdichten und anschließend auf dem Computer zu konkretisieren. CAD-Zeichnungen im DIN-A-0-Format mit Perspektiven, Ansichten, Schnitten und Teilschnitten nach DIN 919 mussten für die Fertigung in der Werkstatt und die begleitende Dokumentation erstellt und die jeweils notwendige Kalkulation und Arbeitsplanung ausgearbeitet werden.
Nach beendeter Fertigung mussten die Teams eine Nachkalkulation mit Begründung eventueller Abweichungen gegenüber der Vorkalkulation erstellen. Eine abschließende Präsentation vor dem Kollegium der Meisterschule, der Schulleitung und geladenen Gästen rundete das Projekt schließlich ab.
Nach diesem Steildurchgang waren die Karlsruher Meisterschüler sicherlich gut gerüstet für ihr folgendes Meisterprüfungsprojekt. I
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