Semesterprojekt der Meisterschule Tübingen

Stuhl-Variationen

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Angehende Schreinermeister des Kurses 2016/17 der Meisterschule Tübingen zusammen mit ihren Lehrern Hugo Löhr (stehend r.), Peter Kaltenbach (2. v. r.), Joachim Schneider (vorne r.) und Ludger Robke (nicht abgebildet). (Foto: Sascha Gerner)
Projektarbeiten dienen heute in vielen Ausbildungsstätten der praxisorientierten Vorbereitung auf die Meisterprüfung. So auch an der Meisterschule Tübingen: 20 angehende Meisterschüler entwickelten interessante Lösungen rund ums Thema Sitzmöbel – von der Entwurfsskizze bis hin zum fertigen Möbel im Maßstab 1:1.

An der Meisterschule Tübingen werden die Schüler gegen Ende ihrer einjährigen Weiterbildung zum Schreinermeister in einem umfangreichen Semesterprojekt an die späteren Anforderungen der Meisterprüfung herangeführt. Anhand eines praxisnahen Kundenauftrages sollen sie in selbst organisiertem Lernen Inhalte von Teil I und II und auch Inhalte der Prüfungsmappe der Handwerkskammer erfassen. Während der Projektplanung üben sie dabei fächerübergreifend, Kundenanforderungen zeitgemäß und anspruchsvoll umzusetzen, die Projektplanung inklusive des Zeitmanagements zu organisieren, Entwurfs-, Planungs- und Kalkulationsunterlagen zu erstellen, die Konstruktion und Fertigung des Produktes durchzuführen, EDV-Anwendungen zu nutzen und im Team zu arbeiten.

Die entwickelten Produkte sollen in einer Fertigungszeit von maximal fünf Arbeitstagen hergestellt und in einer Abschlusspräsentation vor Vertretern der Handwerkskammer, der Lehrerschaft und Schülern vorgestellt werden. (hf/Quelle Meisterschule Tübingen)

www.gs-tuebingen.de


1/ Schaukelstuhl im Retrolook

Einen modernen und dennoch der Tradition verpflichteten Schaukelstuhl wollten Kai Weisshap und Daniel Strobel entwickeln. Dies gelang ihnen mit einer frischen Kombination aus Schaukelstuhl und Ohrenbackensessel. Eine formverleimte Schale wird dabei von einem handwerklichen, fingergezinkten Untergestell mit weit ausladenden Kufen getragen. Der doppelschalige Aufbau aus speziellem, thermisch verformbarem Biegesperrholz (UPM-Grada) gibt der Sitzschale die notwendige Stabilität und ermöglicht die saubere Polsterung der Sitzfläche. Das dunkle, geölte Nussbaumholz steht in gutem Kontrast zum frischen Grün des Polsterstoffes.


 

2/ Modulare Hocker

Unter dem Namen Koevo (Koevolution) entwickelten Simon Schmid und Marcus Meyer ein System von modularen, in der Höhe variablen Hockern mit Aufbewahrungsfunktion. Mit verschiedenfarbigem Kautschuk belegte, flache Ringsegmente lassen sich als Sitzgelegenheit, flacher Tisch, Aufbewahrungsbox oder sogar als eine Art Trommel (Cajon) zum Musikmachen verwenden.“

 

3/ Formverleimte Bank

Steffen Beck entwarf und fertigte eine Sitzbank für zwei mit dem Titel Curved Bench in Oliv-Esche. Auch er nutzte das thermisch verformbare Biegesperrholz zur Herstellung von Sitzschale und Traggestell seiner Sitzbank. Allerdings trennt er die im Vakuumtisch verleimten Schalen in schmale Segmente auf und lässt die Bank so leichter wirken. Als interessante Variante könnte die Sitzschale auf zwei Traghölzern aufliegend und von der Decke abgehängt auch als Schaukel verwendet werden.

 

4/ Lounge Chair

Auch Patrick Früh und Pius Schwabe nahmen sich das klassische Thema Ohrensessel zur Aufgabe für ihr Sitzmöbel. Sie addierten drei u-förmige, aus zwei aufeinander verleimten thermisch verformbarem Biegesperrholzplatten (UPM Grata) verleimte und in verkerntem Birnbaum furnierte Schalen zu einem verstellbaren Lesesessel. Die Neigungsverstellung erfolgt durch einen kräftigen Gasdruckzylinder, der durch einen Taster an der Unterseite des ebenfalls formverleimten Traggestells bedient wird. Drei mit grauschwarzem Leder bezogene Polster ermöglichen ein bequemes Sitzen.

 

5/ Die Welle

Eine aus mehreren Radienkonturen zusammengesetzte Sitzliege mit dem Titel Wave entwarfen Timo Stefan und Simon Treß. Das s-förmige, elastische Formteil der Liege aus in Indischem Apfel (Tineo) furnierten, doppellagigem, mit PU- Leim im Vakuumsack verleimten Biegesperrholz wird von zwei halbkreisförmigen Fußbögen getragen, die über schwarz lackierte Stahlrohre mit dieser verbunden sind. Die Liege soll dem Nutzer als Entspannungsmöbel, aber auch zum relaxten Arbeiten an Laptop oder Tablet dienen.

 

6/ Helfer im Flur

Keven Scherer und Marcel Lackenbauer entwickelten ein Möbel zur Aufbewahrung von Schuhen. Eine gewinkelte Sitzbank aus Eiche ermöglicht es, getragen von einem säulenförmigen Korpus, Schuhe bequem im Sitzen anzuziehen. Zusätzlich erlaubt ein seitlich aus der Sitzbank ausziehbares Metallrohr das Aufstellen des Fußes und so das Anziehen der Schuhe im Stehen. Die im Wechsel aus geraden und gekehlten Leisten aufgebaute Bank und der Korpus ergeben ein interessantes Licht- und Schattenspiel. Eine zusätzlich gefertigte, warm verformte Schale aus weißem Mineralwerkstoff dient als Ablage für Schlüssel, Handy und Kleinteile.

 

7/ Königlicher Sitz

Einen interessanten Stuhl mit dem stolzen Titel Royal entwarfen und fertigten Florian Schmeckenbecher und Alexander Schuster. Die kubische Sitzschale aus blau durchgefärbtem MDF ist seitlich von einem wechselnden Lochraster durchbrochen. In dieses können Ablagen zum Abstellen von Gläser und Boxen zur Aufbewahrung von Kleinigkeiten flexibel eingehängt werden. Polster aus grauem Nappaleder bilden Sitzfläche und Lehne des Stuhls. Das Fußgestell aus offen geschlitzter Esche nimmt die 15°-Schrägen der Sitzschale auf.

 

8/ Sitzbank für den Flur

Im Dreier-Team entwickelten Eric Beuter, Simon Beuter und Tobias Kemper eine multifunktionale Sitzbank für den Flur aus Wildeiche und weiß beschichteter Multiplex. Gleich einem wallenden Tuch überziehen die genuteten Eicheflächen die fließende, durch die Wangen vorgegebene Kontur der Bank. Erst auf den zweiten Blick offenbart sich die Funktion einer Klapplade in der Lehne zur Aufbewahrung von Geldbeutel, Handy und Kleinteilen und mit einer integrierten USB-Steckdose. Im Sockelbereich dienen zwei ausziehbare Schubladen zur Aufbewahrung von Schuhen, aber auch als Auftrittfläche zum bequemen Anziehen der Schuhe.

9/ Relaxen nach dem Saunagang
Ganz am Flair und den Materialien einer Sauna haben sich Marvin Foelsch und Max Brack beim Entwurf ihres Schaukelstuhles orientiert: Glas und Weißtanne. Die Sitzfläche des Schaukelstuhls wird von zwei schichtverleimten Rahmen getragen, die gleichzeitig die Kufen und Armlehnen darstellen. Eine eingeklebte Füllung aus 8-mm-ESG-Klarglas scheint die Sitzfläche schwebend zu tragen. Tatsächlich jedoch durchdringen vier Gewindestäbe die Sitzfläche und reichen durch Bohrungen im Glas nach außen, wo sie mit Muttern fixiert sind. Zwei aufgesetzte, ausgenutete Leisten verdecken diese. Für eine bessere Querstabilität ist die Rückenlehne in die beiden Rahmen eingenutet und mit diesen verschraubt.

 

10/ Variables Sitzgerät

Ein sehr individuelles Sitzmöbel mit dem Titel Skeleton entwarfen und realisierten Alex Gutekunst und Tobias Mödinger. Und tatsächlich erinnert das Stück an ein Skelett mit Rückgrat und Rippen. Hinter der hölzernen Struktur befindet sich allerdings ein ausgefeilter Metallmechanismus, der ermöglicht, dass sich die zusammengesetzten Sitzschalen um 180° drehen und so in Liegeposition bringen lassen. Möglich machen dies zwei Kegelrollenlager, die jeweils in Endposition einrasten. Die in Ahorn furnierten Sitzschalen sind aus thermisch verformbarem Biegesperrholz gefertigt und mit aufgekletteten Stoffpolstern belegt. Ein überblattetes Fußkreuz gibt dem Möbel in allen Positionen die notwendige Standfestigkeit.

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