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Weg vom Meister-Eder-Image

Rolf-Benz-Schule Nagold setzt Zeichen im Bereich Ergonomie
Weg vom Meister-Eder-Image

„Wie Meister Eder können wir heute nicht mehr arbeiten“, finden zwei Lehrer aus Nagold. Und: Ergonomie am Arbeitsplatz muss einen höheren Stellenwert erhalten. Der Schreinernachwuchs soll seinem Beruf schließlich bis ins hohe Alter nachgehen können – gesund und mit Freude.

I Während in vielen anderen handwerklichen Berufen die ergonomische Ausstattung von Arbeitsplätzen inzwischen einen hohen Stellenwert einnimmt, sieht es in zahlreichen Schreinerwerkstätten noch immer aus wie anno dazumal. Zwar haben auch hier CNC- gesteuerte Maschinen Einzug gehalten, doch an der Tür zum Bankraum hat die Moderne scheinbar haltgemacht.

Der Mensch wächst: In den letzten 20 Jahren sind Männer im Durchschnitt rund 2 cm größer geworden, Frauen sogar 2,5 cm. Das hat natürlich Auswirkungen: Türen in Neubauten, die 1975 noch 1,85 m hoch waren, haben inzwischen häufig eine lichte Höhe von bis zu 2,11 m. Man hat sich angepasst.
Früher: Die statische Hobelbank
An der Hobelbank, dem nach wie vor wichtigsten Handarbeitsplatz für Schreiner, ist diese Entwicklung fast spurlos vorüber-gegangen. Oft werden Hobelbänke aufgebockt, um sie der Körpergröße anzupassen. Diese Lösung ist dann aber statisch und erlaubt keine Abstimmung auf das Werkstück oder anstehende Arbeitsschritte.
Die Wunschliste der Lehrer
Das wollte man an der Rolf-Benz-Schule in Nagold so nicht mehr hinnehmen. Dem technischen Oberlehrer Klaus Schühle und seinem Kollegen Werner Niethammer war es ein Anliegen, ihre 75 Schüler im Alter von 15 bis 25 Jahren gut durchs erste Lehrjahr zu bringen, indem sie ihnen ergonomische Arbeitsbedingungen bieten.
Einige Elemente der klassischen Hobelbank sollten erhalten bleiben: die massive Holzplatte etwa, mit Vorder- und Hinterzange sowie Bankhaken. Zugleich war es ein Wunsch der Nagolder, dass die neuen Tische eine gesunde Körperhaltung in allen Arbeitssituationen erlauben.
Großes Augenmerk legten sie auf die Unterkonstruktion: Stabilität und eine einfach zu bedienende Höhenverstellung standen ebenso im Pflichtenheft wie ein Fahrwerk, das Flexibilität und Mobilität sicherstellt.
Als Partner für das Projekt konnten die beiden Lehrer die Reinhold Beck Maschinenbau GmbH gewinnen. Das Unternehmen befasst sich seit einiger Zeit mit ergonomischen Arbeitsplätzen und bietet inzwischen ein breites Sortiment.
Wünsche gehen in Erfüllung
Für die gewerbliche Berufsschule in Nagold entwickelte Reinhold Beck „Ergoplan“: Als Basis dient der Hubtisch „Supporter“ mit 500 kg Tragkraft. Die Hobelbankplatte der Marke Ulmia stammt von der Anton Kessel GmbH, wurde in einigen Details aber nach den Wünschen der Lehrer modifiziert: Die Hinterzange ist flächen- und kantenbündig ausgeführt um ein Hängenbleiben zu ver-meiden. Außerdem wurden auf der Tisch- fläche und stirnseitig Bohrungen platziert, damit die Schüler Spannmittel zur Fixierung von Werkstücken oder auch Vakuumpress-vorrichtungen einsetzen können. Kleinere Verleimarbeiten sind damit jederzeit möglich. Auf Schubladen und Beilade haben Schühle und Niethammer gänzlich verzichtet. Werkzeuge und Verbrauchsmaterial werden in Systainern unter der Arbeitsplatte oder in Schränken untergebracht.
Dadurch ergibt sich eine glatte, durchgängige Arbeitsfläche, auf der auch große Werkstücke Platz finden – vor allem, wenn zwei oder mehrere Ergoplan zusammengestellt werden. Sicherheitsplatten an der Rückseite verhindern Scherwirkungen und mindern somit die Verletzungsgefahr.
Vier große, justierbare Tellerfüße garantieren einen sicheren Stand. Die Lenkrollen werden mit einem Hebel aktiviert, um Ergoplan bei Bedarf an einen neuen Standort zu bewegen.
Ganz einfach hoch und runter
Die Höhenverstellung der Tische erfolgt über einen seitlich angebrachten Fußhebel. Externe Energie ist dazu nicht erforderlich: Für die Auf- und Abwärtsbewegung sorgen hydraulische Hubzylinder in den Seitenteilen der Unterkonstruktion. Um 300 mm kann die Tischhöhe variiert werden, von 780 mm bis fast 1100 mm. „Endlich keine Rückenschmerzen mehr!“, freut sich Tamara Winkscha. Die Auszubildenden der Rolf-Benz-Schule haben schnell erkannt, dass für Mess- und Anreißarbeiten der Tisch schnell nach oben bewegt werden kann und ebenso rasch eine angenehme niedrige Position möglich ist, um Hobel- und Schleifarbeiten rückenschonend durchzuführen.
Darüber hinaus kann die Tischhöhe an die Verarbeitungsmaschinen angeglichen werden, als Tischverlängerung oder um Werkstücke leichter zu versetzen.
Freude bei Schülern und Lehrern
Die ersten Ergoplan-Modelle sind seit Ende 2013 in Nagold im Einsatz und wurden von den Auszubildenden sehnsüchtig erwartet. „Ich habe darum gebettelt, dass ich die erste bin, die einen neuen Tisch bekommt“, erzählt Melissa Stach aus dem ersten Lehrjahr. Und auch Maik Jörgens findet, dass seine Hobelbank vorher zu hoch war. „Das ging ganz schön in die Oberarme.“
Anniek Timmermann und Felix Tinneberg betrachten es inzwischen als selbstverständlich, dass sich der Arbeitstisch ihrer Körpergröße und unterschiedlichen Werkstückabmessungen anpasst – und nicht andersherum. Möglicherweise zeichnet sich damit ein Umdenken ab. (nr/Quelle: Gerhard Wörner Werbung & Marketing GmbH) I
Reinhold Beck Maschinenbau GmbH 72505 Krauchenwies

Meine Meinung Lob an die Lehrer

Ich finde es super, wenn Lehrer sich für ihre Schüler einsetzen: Klaus Schühle und Werner Niethammer haben dafür gesorgt, dass die Auszubildenden der Rolf-Benz-Schule im ersten Lehrjahr rückenschonend arbeiten können.
Von Faulheit halten die beiden jedoch nichts. „Wenn wir uns beim Arbeiten oft hinsetzen, kann es schon mal vorkommen, dass der Hocker plötzlich weg ist oder ein nasser Schwamm drauf liegt“, berichten die Schüler lachend. Sympathisch, oder?
Die Nagolder freuen sich übrigens jederzeit, wenn Unternehmen ihr Engagement mit Fachwissen tatkräftig unterstützen.
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