Die Auswahl des richtigen Klebstoffes

Eine Frage der Technologie

Kleben, dichten, füllen – mit modernen Montageklebstoffen ist heute nahezu alles möglich. Innovative Technologien vereinen viele Eigenschaften in einem Produkt. Für Schreiner bedeutet das vielfältige und vor allem effiziente Einsatzmöglichkeiten.

Autor: Thomas Stotten

I Viele Montageklebstoffe können mehr als nur kleben: Sie dichten gleichzeitig ab oder wirken schall- und schwingungsdämmend. Die Verbindungen sind unsichtbar, was aus designtechnischen Gesichtspunkten häufig nachgefragt wird.

Befestigungen an Mauerkanten sind mit Montageklebstoff unkritisch – im Gegensatz zu Schrauben und Dübeln. Da nicht gebohrt oder genagelt wird, sind auch Wasser- und Elektroleitungen nicht gefährdet.
Zudem handelt es sich um eine geräuschlose Verbindungstechnik. Je nach Anforderung kommen unterschiedliche Klebstofftechno-logien zum Einsatz.
Hybridklebstoffe sind z. B. elastisch und kompensieren die thermische Ausdehnung von verschiedenen Materialien. Werden Wangen von Stahltreppen verkleidet, muss der eingesetzte Klebstoff eine hohe Endfestigkeit aufweisen, im ausgehärteten Zustand aber flexibel bleiben. Nur so kann er die Bewegung der Treppe beim Begehen oder durch Temperaturschwankungen aufnehmen. Die Auswahl des richtigen Klebstoffes kann Körperschall reduzieren.
Bei traditionellen Holztreppen ist es zudem möglich, den oberen Bodenbelag mit einem flexiblen Montageklebstoff an der Austrittsstufe zu befestigen. Der Klebstoff muss dazu eine hohe Klebkraft aufweisen und den Bodenanschluss gegen Feuchtigkeit abdichten, beispielsweise beim Reinigen.
Gängige Technologien im Markt
Grundsätzlich handelt es sich bei Montage-klebstoffen um pastöse, standfeste und spaltüberbrückende Produkte. Sie weisen viele spezialisierte Eigenschaften auf. Dazu gehört neben der starken Anfangshaftung, einer hohen Endfestigkeit sowie der einfachen Handhabung ein breites Haftungsspektrum. Dies ist heute besonders wichtig, da die Bandbreite der zu verbindenden Materialien immer größer wird. So ist die Verarbeitung von Hart-PVC, Aluminium, Edelstahl oder Glas im Schreinerbetrieb längst keine Seltenheit mehr. Montageklebstoffe sind hier häufig erste Wahl. Um die Vorteile der angebotenen Produkte optimal nutzen zu können, ist es für den Handwerker wichtig, dass er die auf dem Markt erhältlichen Montageklebstoffe unterscheiden kann und weiß, welche Technologie für die jeweiligen Anforderungen die optimale ist. Drei Technologien sind in der Praxis relevant.
MS-Polymere: einstellbar auf alle Bedürfnisse
Die modifizierten Silikone (MS-Polymere) sind sogenannte Hybridklebstoffe. Sie härten chemisch aus, indem sie Feuchtigkeit aus der Luft oder dem Untergrund aufnehmen. Ihre technischen Eigenschaften können vom Hersteller auf die Bedürfnisse des Anwenders eingestellt werden. Folgende Eigenschaften zeichnen MS-Polymere aus:
  • ein breites Haftungsspektrum
  • gute Anfangshaftung
  • für die Verbindung von zwei nicht- saugenden Flächen geeignet (strangförmige Klebung)
  • flexible, schwingungsdämmende Klebung
  • umweltfreundlich, da frei von Silikonen, Lösemitteln und Isocyanaten
  • Innen- und Außeneinsatz möglich
  • hohe Spaltüberbrückung (bis zu 20 mm)
  • wenig Pressdruck notwendig
  • Korrigierbarkeit in den ersten Minuten
  • Kombinationsverklebungen von unterschiedlichen Materialien
Dispersionsklebstoffe: leicht zu reinigen
Bei Dispersionsklebern ist der eigentliche Klebstoff, meist Acrylat, in Wasser gelöst. Die Aushärtung erfolgt physikalisch durch die Abgabe von Wasser. Dispersionsklebstoffe kommen beispielsweise beim Anbringen von Fuß- und Sockelleisten aus Holz oder PVC zum Einsatz, ebenso beim Montieren von Wandpaneelen und Dämmplatten.
Montageklebstoffe dieser Art haben folgende Eigenschaften:
  • hohe Anfangshaftung
  • Mindestens eine saugende Fläche ist zum Kleben nötig.
  • rezepturbedingt handelt es sich i. d. R. um starre Klebungen
  • im frischen Zustand leicht mit Wasser zu reinigen
  • umweltfreundlich
  • überstreichbar und anstrichverträglich
PUR-Klebstoffe: großes Klebespektrum
Polyurethan-(PUR-)Klebstoffe vernetzen chemisch: Sie nehmen Feuchtigkeit aus dem Werkstoff auf und setzen CO2 frei. Es gibt sowohl weich als auch hart aushärtende Produkte. Da ihr Klebespektrum sehr groß ist, werden sie häufig dann angewendet, wenn verschiedenartige Materialien sicher und dauerhaft verbunden werden müssen. Unter langfristiger UV-Einwirkung zeigen sie jedoch Schwächen. Weitere Eigenschaften von PUR-Montageklebstoffen:
  • Aushärtung ohne großen Pressdruck
  • Kombinationsverklebungen von unterschiedlichen Materialien
  • In den ersten Minuten kann die Klebung korrigiert werden.
  • Auf vielen Untergründen ist ein Primer zu verwenden.
Die richtige Klebstoffauswahl
Der Arbeitserfolg bei Klebungen hängt vor allem von der Wahl des richtigen Klebstoffes ab. Wichtig ist deshalb, vor jeder Anwendung zu klären, was das Produkt leisten muss, um der Funktion des Werkstückes zu entsprechen.
Dazu müssen fünf Fragen beantwortet werden:
  • 1. Welche Materialien werden miteinander verklebt?
  • 2. Worauf haftet der Klebstoff tatsächlich (saugende oder nichtsaugende Untergründe)?
  • 3. Welche Materialkombination liegt vor? (siehe Kasten)
  • 4. Welche Klebstofftechnologie soll eingesetzt werden? Braucht der Kleber Feuchtigkeit, um auszuhärten oder gibt er Wasser/Feuchtigkeit ab?
  • 5. Welcher Belastung ist die Klebefuge nach der Aushärtung ausgesetzt, z. B. Temperatur- oder Feuchtigkeitsschwankungen in der Innen- oder Außenanwendung? I

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