Zuverlässig, aktuell und natürlich kostenlos: Die Handwerker-Apps konnten auf dem Stadtfest in Kaarst direkt abgerufen werden.
BM-Serie „Ideen von Kollegen“: Die ersten lebensechten Apps

Zum Antippen

Ganz viele Apps zum Anfassen gab es auf dem Stadtfest in Kaarst. Handwerker aus zwölf Gewerken zimmerten, mauerten, schreinerten, strichen und konnten jederzeit angetippt werden, um die neuesten Infos abzufragen.

Autor: Regina Adamczak

I Die Idee von Tischlermeister Sascha Hermans war nicht ganz ernst gemeint. Und doch war sein „Handwerker-App-Store“ ein voller Erfolg. Innerhalb von zwei Tagen entstanden auf dem Stadtfest „nebenbei“ ein Wohnzimmer, ein Badezimmer und ein Büro. „Wir wollten uns ins Gespräch bringen und gleichzeitig zeigen, was das Handwerk kann. Nach dem Motto: Solange man Häuser nicht als App downloaden kann, braucht man ganz reales Handwerk vor Ort.“

Zum „schönsten Stadtfest Deutschlands“ strömen jedes Mal mehr als 100000 Besucher. Drei Großbühnen, mehr als 25 Bands, über 500 Künstler, Stadtlauf, Modenschau, Feuerwerk, Oldtimer-Parade, Miss-Kaarst-Total-Wahl und der verkaufsoffene Sonntag sorgen für jede Menge Leben in der Stadt. Ein besonderer Anziehungspunkt ist die Handwerkermeile. Als Ideengeber und Mitorganisator von „Kaarst total“ engagiert sich Sascha Hermans seit sechs Jahren. Er hat schon mit vielen Ideen das Publikum in seinen Bann geschlagen (siehe Kasten) und Zeitungsberichte gab’s jedes Mal gratis dazu. Seine acht Mitarbeiter sind immer mit Begeisterung dabei, bringen Ideen ein und stecken auch eine Menge privater Zeit in die Aktionen. Darüber freut sich der 41-Jährige sehr: „Ohne das Engagement meiner Mitarbeiter stünde ich auf verlorenem Posten.“
Der Tischlermeister will mit seinen Aktionen vor allen Dingen die Menschen in der Region ansprechen. „Meine Kunden kommen aus dem Umkreis von ca. 60 km. Und regionale Verbundenheit zeigt sich immer in praktischen Dingen. Mein Engagement wird hier wirklich honoriert.“ Dabei kommt Sascha Hermans selbst ursprünglich nicht einmal aus Kaarst, das westlich von Neuss liegt. „Ich hatte vor acht Jahren die Gelegenheit, hier eine Tischlerei übernehmen zu können.“ Da hat er zugegriffen und ist heute immer noch rundum zufrieden. I

Auf den Punkt gebracht Kein einziger direkter Auftrag

Tischlermeister Sascha Hermans hat schon mit vielen publikumswirksamen Aktionen die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Zusammen mit einem Autohaus baute er Seifenkisten, rief zur „Schlacht auf der Handwerkermeile“ auf – Azubis gegen Meister –, ließ einen riesigen Lebkuchenbaum zusammen mit einer Bäckerei entstehen: „Der Aufwand ist jedes Mal ziemlich groß. Wir investieren eine Menge Zeit und Geld. Und ich habe noch keinen einzigen direkten Auftrag durch diese Aktionen erhalten. Aber darum geht es mir auch gar nicht. Man kommt zwanglos ins Gespräch. Die Menschen finden die Ideen nett und charmant. Sie sind begeistert und so bleiben mein Team und ich langfristig in positiver Erinnerung.“