Die Tischlerei Hermans setzt auf Topateam

Da kräht kein Hahn mehr nach«

Treppen und Zimmertüren kauft Tischlermeister Sascha Hermans-Thun seit eh und je zu. Durch die Partnerschaft mit Topateam kommen jetzt auch vermehrt Möbelfertigteile hinzu. Er ergänzt diese mit individuellen Eigenfertigungen und weiß, dass viele seiner Kollegen das kritisch sehen. Doch er ist überzeugt: „In ein paar Jahren kräht da kein Hahn mehr nach.“

von Rudolf Bartl

BM: Herr Hermans-Thun, was ist Ihr besonderes Angebot?

Sascha Hermans-Thun: Wir bieten das komplette Spektrum einer Tischlerei für private Kunden. Eine unserer Stärken ist, dass wir als Generalunternehmer auftreten, sofern dies der Kunde wünscht. Mit einem breiten Netzwerk können wir nahezu jede Dienstleistung anbieten, sogar über den rein handwerklichen Bereich hinaus. Basis hierfür ist unsere Mitgliedschaft in einem professionellen Unternehmer-Netzwerk mit über 350 Partnern aus verschiedenen Bereichen.

BM: Gibt es Schwerpunkte, haben Sie sich spezialisiert?

Unser Schwerpunkt liegt im privaten Innenausbau. Hier bieten wir nahezu alles an, was sich der Kunde wünscht. Um das zu bewerkstelligen, haben wir uns im letzten Jahr dem Netzwerk von Topateam angeschlossen.

BM: Warum gerade diesem Netzwerk?

Durch Topateam konnten wir unser Leistungsspektrum noch einmal vergrößern. Hier haben wir Zugriff auf Zulieferer, die sich für uns aufgrund der Unternehmensgröße sonst nicht erschließen würden.

BM: Was schätzen Sie an dieser Organisation besonders?

Die professionelle Unterstützung bei allen Belangen im Tischlerhandwerk. Wir merken, dass wir hier einen Partner zur Seite haben, der sich bereits seit über 25 Jahren um nichts anderes kümmert als um Tischler/Schreiner in kleiner bis mittlerer Größenordnung.

BM: Welche Leistungen aus dem Angebot von Topateam nutzen Sie besonders?

Wir sind ja noch am Anfang unserer Partnerschaft und entdecken ständig neue Bereiche, die wir in unser Portfolio aufnehmen wollen. Im Moment beziehen wir über Topateam insbesondere Halbfertigteile, zudem noch Gleitschiebetüren. Mit der Firma Invardo haben wir beispielsweise einen starken und auch sympathischen Partner für Möbelfertigteile dazugewonnen. Ich bin überzeugt, dass wir Tischler in Zukunft umdenken müssen. Der Internethandel nimmt ja ständig zu, auch im Möbelbereich. Wenn wir uns jetzt nicht mit starken Partnern in diesen Bereichen zusammen tun, wird die Luft für uns Handwerker immer dünner. Es geht jedoch insgesamt nicht nur darum, Möbel kostengünstig zuzukaufen, sondern auch, Kapazitätsspitzen abzufedern. Wir müssen daher nicht alles selbst fertigen wollen, sondern lagern idealerweise manche Arbeiten einfach aus. Die Qualität, die wir bei Zulieferern erhalten, ist überragend gut. Davon haben wir uns direkt bei den Herstellern vor Ort überzeugen lassen.

BM Was machen Sie selber, was kaufen Sie zu?

Seit einigen Jahren kaufen wir ja bereits Treppen zu – bei industriellen Herstellern ebenso wie von Tischlerkollegen. Auch Zimmertüren, die in der Regel alle Tischler zukaufen, genauso wie Fenster. Darüber macht sich mittlerweile niemand mehr irgendwelche Gedanken.

Bei Möbeln ist das Lamento allerdings noch relativ groß. Warten wir mal noch ein paar Jahre ab, dann kräht kein Hahn mehr danach. Der Kunde will eine individuelle Lösung für seinen Anspruch und er erwartet von uns Tischlern, dass wir ihm exakt das liefern, was er haben möchte. Ob von uns selbst hergestellt oder zugekauft, das interessiert ihn meist nicht. Oftmals ergänzen wir zugekaufte Teile mit Eigenfertigungen, wenn ein besonderer Touch verlangt wird. Warum also einen Korpus und die Fronten oder die Abdeckplatte nicht zukaufen, wenn Preis und Qualität stimmen?

BM Wie reagieren die Kunden auf Zulieferprodukte?

Sollte es mal zur Sprache kommen, kommunizieren wir dies offen mit ihnen. Es ist ja auch für uns ein neuer Bereich. Bisher war dieses Thema allen Kunden aber eigentlich absolut egal. Beispielsweise haben wir rund drei Monate an einem sehr interessanten Innenausbau für einen privaten Kunden gearbeitet – Auftragsvolumen im sechsstelligen Bereich. Der Kunde war allerdings nicht bereit, gar so viel Geld auszugeben. Auch wenn er es wahrscheinlich gekonnt hätte – er wollte einfach nicht. Wir haben ihm dann vorgeschlagen, dass wir die Möbel in seinen zurückliegenden Wohntrakten beziehungsweise in weniger dominanten Bereichen bei unserem industriell aufgestellten Partner fertigen lassen. Er müsse hier dann lediglich Kompromisse bei kleineren individuellen Details machen. Das war für ihn völlig okay, weil wir mit diesem Mittelweg seine Preisvorstellungen realisieren konnten. Somit war das gesamte Auftragsvolumen in trockenen Tüchern, ohne auch nur auf einen Euro bei unserer Marge zu verzichten.

BM Und wie finden Ihre Mitarbeiter die Sache?

Für mich ist wichtig: Auch meine Mannschaft soll von dem überzeugt sein, was wir tun. Ich möchte, dass wir unseren Weg gemeinsam gehen. Bevor wir einen neuen Geschäftspartner oder Zulieferer in unser Portfolio aufnehmen, besuchen wir diesen immer zusammen mit mindestens einem Mitarbeiter. Danach wird gemeinsam entschieden, ob das etwas für uns ist.

Jeder Mitarbeiter ist am Unternehmenserfolg durch ein transparentes Bonussystem beteiligt. So finden es alle sinnvoll, dass wir gewisse Dinge fertig zukaufen anstatt selber zu fertigen, weil dann oftmals auch mehr verdient ist und auch mehr Zeit für die Kunden bleibt. So entsteht eine Win-win-Situation für alle.

BM Haben Sie ein Erfolgsgeheimnis?

Kunden kompetent und zuverlässig bedienen zu können, ist für uns absolut vorrangig. Und das ist natürlich auch kein Geheimnis. Dazu gehört selbstverständlich ein einheitlicher Auftritt mit personalisierter Arbeitskleidung. Ebenso Visitenkarten für jeden Mitarbeiter und ein einheitlich repräsentativer Fuhrpark. Jeder Mitarbeiter besitzt ein persönliches Tablet mit eigener Mailadresse und Onlinekalender. So können alle selbstständig ihre Kundentermine für sich oder auch für die Kollegen vereinbaren. Unser Service ist umfassend und vielseitig, weil die Mitarbeiter fachlich geschult sind. Zurzeit haben wir vier Meister, vier Gesellen und drei Azubis, einer soll noch dazu kommen. Jeder Mitarbeiter betreut sein Projekt von A wie Aufmaß bis Z wie Zusatzarbeiten selbstständig. So hat der Kunde immer seinen persönlichen Ansprechpartner und muss nicht für jedes Detail auf den Chef warten. Das alles kostet natürlich Geld. Daher arbeiten wir tendenziell nur für zahlungskräftige Kundschaft, die diesen Service zu schätzen weiß und dafür auch gerne bezahlt.

BM Hat sich für Sie etwas geändert, seit Topateam zur Gruppe von „Der Kreis“ gehört?

Da wir ja noch relativ neu bei Topateam sind, haben wir keinerlei Veränderungen in der Beziehung feststellen können. So wurde das auch von den Verantwortlichen kommuniziert, dass sich am erfolgreichen Geschäftsmodell nichts ändern wird – warum auch?

www.tischlerei-hermans.de

www.topateam.com


Der Autor

Rudolf Bartl leitet eine PR-Agentur, die Unternehmen aus dem Umfeld des Tischler- und Schreinerhandwerks sowie Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen betreut.


Zur Person

Als Sascha Hermans-Thun im Jahr 2002 seine Meisterprüfung absolviert hatte, wandelte er sofort sein bisher betriebenes Nebengewerbe in eine Voll-Selbständigkeit um: Mit Werkzeugkiste und einem Kombi gründete er mit Kollegen eine Tischlergemeinschaft. 2006 zog er nach Kaarst um, in die jetzige 500 m2 große Werkstatt mit knapp 100 m2 Ausstellungsfläche. „Hier arbeiten wir nun im zwölfköpfigen Team und suchen dringend Verstärkung.“