Falkenholz-Bogendesign: Treffsichere Unikate. Das Auge schießt mit - BM online

Falkenholz-Bogendesign: Treffsichere Unikate

Das Auge schießt mit

Jeder Bogen, der in der Werkstatt von Falkenholz-Bogendesign entsteht, ist ein echtes Unikat. Hans Miederer und Thomas Riedel realisieren dabei jeden noch so ausgefallenen Kundenwunsch. Das ist einzigartig – und aufwendig.

von BM-Chefredakteur Christian Närdemann

Begonnen hat alles im Jahr 2005, als Hans Miederer in seiner Garage den ersten eigenen Bogen gebaut hat. In ungezählten Stunden entwarf er, probierte aus, optimierte, steckte Rückschläge weg und hielt am Ende seinen ersten selbstgebauten Bogen in der Hand. „Das war ein irres Gefühl. Und der schoss auch noch richtig gut“, blickt er schmunzelnd und sichtbar stolz bei meinem Werkstattbesuch in Georgensgmünd zurück. Das Ergebnis verblüffte nicht nur Hans Miederer selber, sondern überzeugte auch auf Anhieb befreundete Bogenschützen. Es folgten schnell erste Aufträge, die Miederer dann ebenfalls in seiner Garage – nach Feierabend und an Wochenenden – anfertigte.

Hauptberuflich waren Hans Miederer und Thomas Riedel zu dieser Zeit langjährige Kollegen im Bereich der Montage sehr hochwertiger Küchen. 2006 haben die beiden dann gemeinsam den Weg in die Selbstständigkeit eingeschlagen und die Firma HTMR-Montagen gegründet. Damit sind sie europaweit in den Bereichen Ladenbau (Store, Shop-in-Shop, Display) und Messebau unterwegs.

Zwei wie Pfeil und Bogen

Nebenbei tüftelte und entwickelte der passionierte Bogenschütze Miederer natürlich weiter in Sachen Bogenherstellung – und „infizierte“ damit schließlich auch seinen Kollegen Thomas Riedel. Das Thema entwickelte sich schnell zur gemeinsamen Leidenschaft.

Ihren Durchbruch hatten Thomas Riedel und Hans Miederer schließlich auf der Bogensportmesse Arc Con im Jahr 2011 in Mannheim. Mit lediglich zwei Griffstückvarianten und einem Wurfarmtyp im Gepäck wollten sie wissen, wie das Ergebnis ihrer jahrelangen Tüfteleien und Optimierungen von der Fachwelt angenommen wird. Die Resonanz war riesig und hat Miederer und Riedel den entscheidenden Impuls gegeben, den Bogenbau auf professionelle Füße zu stellen. 2013 gründeten sie deshalb das gemeinsame Unternehmen Falkenholz-Bogendesign.

Nachfrage erfordert Expansion

Die ersten Jahre haben sie zur Untermiete in Schreinereien gearbeitet – bis irgendwann ein Punkt erreicht war, an dem die Nachfrage und der Platzbedarf dies nicht mehr zugelassen haben. Sie brauchten dringend eigene Räumlichkeiten, samt Möglichkeit zum Probeschießen.

Kompakte und robuste Maschinen

Im Gewerbegebiet von Georgensgmünd wurden sie 2016 fündig. Was nun noch fehlte, waren Standardmaschinen. Außer zwei Mini-CNCs gab es noch nicht viel.

„Bei der Bogenherstellung sind hohe Präzision und Robustheit der Maschinen sehr wichtig. Außerdem wollten wir kompakte Maschinen, die dies bei gleichzeitig geringem Platzbedarf bieten“, erläutern die sympathischen Bogenbauer. Fündig wurden Sie mit diesen Anforderungen bei der Felder-Gruppe und orderten nach intensiver Beratung durch die Spezialisten der nahegelegenen Niederlassung in Leinburg einen kompletten Standardmaschinenpark: Formatkreissäge, kombinierte Abricht-/Dickenhobelmaschine, Bandsäge und Kantenschleifmaschine. Hinzu kamen Hubtische, Werkbänke, Schleiftische sowie auch die komplette Absaugung.

Durchdachte Arbeitsprozesse

Die Herstellung der Griffstücke und Wurfarme hat es in sich, denn Falkenholz-Bögen sind keine Serienprodukte, sondern hochwertige Einzelstücke. Sie werden auf Basis zahlreicher Grundtypen individuell nach Kundenwunsch gefertigt. Nach sorgfältigster Holz- bzw. Materialauswahl werden viele Fertigungsschritte auf Standardmaschinen durchgeführt:

Ausschweifen auf der Bandsäge, Aushobeln, exaktes Konturschleifen an der Kantenschleifmaschine etc. Hans Miederer: „Bei uns kommt es auf Zehntelmillimeter an, wir müssen sehr präzise arbeiten.“ Dafür sind diverse Schablonen und Vorrichtungen erforderlich. Für die dreidimensionale Formbearbeitung kommen zwei Mini-CNCs zum Einsatz. Hier reizen die Bogenbauer die Technik so richtig aus. Die Drehachse ermöglicht die Bearbeitung der sehr komplexen Griffformen. Selbst die feinen Riffelungen für sicheren Halt in der Hand werden in die 3D-Fläche gefräst.

File wird Bogen

Um dies hinzubekommen, ist natürlich ein 3D-CAD erforderlich. Das ist das Metier von Thomas Riedel. Er setzt bei der Konstruktion auf das Programm Geomagic Freeform. „Das kann viel und hat uns besonders durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt. Wir arbeiten grundsätzlich im 3D-Modell.“ Ich bin überrascht, wie gekonnt Thomas Riedel mit der 3D-Maus (Geomagic Touch) die Bogengriffe anpasst und mit individuellen Applikationen versieht. Der fertige Griff wird dann als STL-File an das CAM-System DeskProto übergeben, wo die erforderliche 4-Achs-Programmgenerierung für die CNCs erfolgt.

Beim Bau von Prototypen wird zunächst in Handarbeit die perfekte Form geschaffen. Passt alles, wird der Prototyp dreidimensional gescannt und dann im CAD weiterbearbeitet.

Keinerlei Abstriche beim Design

Für alle Bogenliebhaber: Falkenholz baut Langbögen, Take-Down-Recurve-Bogen, ILF-Bögen, Hybrid- und dreiteilige Langbögen. Jede dieser Bogenarten ist in den verschiedensten Griff- und Design-Varianten sowie in vielen unterschiedlichen Längen lieferbar.

Alleine bei den Griffen gibt es sieben Grundmodelle (je rechts und links) sowie nahezu beliebige individuelle Applikationen. Ob eingefräste bzw. eingearbeitete Intarsien oder Blattgoldapplikationen – nichts ist unmöglich. Die Griffe werden oft z. B. mit Furnieradern verleimt, aber durchaus auch aus einem Stück gefertigt. Falkenholz passt sie auf Wunsch sogar individuell an die Hand des Schützen an. Das ist in der Branche einzigartig.

Auch persönlicher Kontakt und Service wird in Georgensgmünd großgeschrieben. Miederer und Riedel bieten Interessenten z. B. eine auf sie und ihre Bedürfnisse zugeschnittene, umfassende Beratung inklusive Probeschießen auf dem eigenen Schießstand in Kombination mit einem Werkstattbesuch an – samt professionellem Pfeiltuning. Und dass die Bögen so ganz nebenbei auch noch richtig gut schießen, beweist Hans Miederers Frau Inge. Sie ist nämlich amtierende deutsche Meisterin und auch Weltmeisterin.

www.falkenholz.de

www.felder-gruppe.de


BM-Werkstattbesuch bei Falkenholz-Bogensesign

Fotostrecke: File wird Bogen

Hier bekommen Sie ein paar zusätzliche Einblicke in das Werkstattgeschehen bei Falkenholz-Bogendesign!

www.falkenholz.de

Hans Miederer und Thomas Riedel mit einem ihrer spektakulären Bögen.
BM-Foto: Christian Närdemann
Bei der Herstellung der Griffe spielen Standardmaschinen eine große Rolle. Hier wird an der Bandsäge ein verleimtes Griffstück vor dem CNC-Fräsen ausgeschweift.
BM-Foto: Christian Närdemann
Für die Herstellung der Griffe sind diverse Schablonen erforderlich. Diese dienen ebenso zum Anreißen wie auch zur Bearbeitung beispielsweise an der Kantenschleifmaschine.
BM-Foto: Christian Närdemann
Hier wird ein Griffstück, eingespannt in die Schablone, an der Kantenschleifmaschine auf Maß geschliffen.
BM-Foto: Christian Närdemann
Die Verbindungselemente für die spätere Befestigung der Griffarme müssen hochpräzise gearbeitet sein.
BM-Foto: Christian Närdemann
Vielfalt und Individualität sind Programm: Falkenholz bietet diverse Griff-Typen in nahezu jedem beliebigen Material an.
BM-Foto: Christian Närdemann
Hier wird einem Griffstück der letzte Schliff per Hand gegeben. Die sehr feinen Riffelungen werden auf der Mini-CNC in die gekrümmte Fläche gefräst.
BM-Foto: Christian Närdemann
Der Aufbau der Wurfarme ist sehr komplex. Konisch geschliffene Lagen unterschiedlicher Materialien werden dabei miteinander verklebt.
BM-Foto: Christian Närdemann
Miteinander verklebt werden die Einzellagen der Wurfarme in speziellen Vorrichtungen mit dem guten alten Feuerwehrschlauch und bei einer Temperatur von rund 80 Grad.
BM-Foto: Christian Närdemann
Hier ist schön die konische Form der Wurfarm-Lagen zu sehen.
BM-Foto: Christian Närdemann
Hier „bearbeitet“ Thomas Riedel ein Griffstück mit der 3D-Maus im CAD und gibt ihm seine kundenspezifische, individuelle Note.
BM-Foto: Christian Närdemann
Hans Miederer bereitet die Mini-CNC für die Bearbeitung eines Griffstücks vor.
BM-Foto: Christian Närdemann
File wird Bogen: Die Fräsprorgamme werden mit dem CAM-System DeskProto erstellt.
BM-Foto: Christian Närdemann
Die Griffstücke werden in die Drehachse eingespannt und 4-achsig bearbeitet.
BM-Foto: Christian Närdemann
Jeder Falkenholz-Bogen ist ein echtes Unikat.
Foto: Falkenholz-Bogendesign
Bei der Materialwahl für die Griffstücke gibt es kaum Einschränkungen.
Foto: Falkenholz-Bogendesign
In diesem Fall wurde ein Hirschhorn-Emblem eingelassen und völlig individuell mithilfe der Miniatur-Ritz- und Gravurtechnik „Scrimshaw“ gestaltet.
Foto: Falkenholz-Bogendesign
Guter Halt: Die Griffe sind ergonomisch optimiert. Auf Wunsch werden sogar individuell an die Hand des Schützen angepasst.
Foto: Falkenholz-Bogendesign
Perfektion bis ins Detail. Hier der Anschluss Griffstück/Wurfarm.
Foto: Falkenholz-Bogendesign
Auch der Blick auf die Spitze des Wurfarms zeigt: Hier zählt jedes optische und technische Detail. Wow!
Foto: Falkenholz-Bogendesign

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