Impressionen von der imm cologne: Feines Handwerk im Aufwind

Die neue Natürlichkeit

Während der etwas ruhigeren letzten 2 Jahre hat die Möbelbranche anscheinend kräftig durchgeatmet, um jetzt gut erholt in das neue Geschäftsjahr zu starten. Die imm cologne 2011 lockte viele Besucher, vor allem auch wieder ein internationales Publikum, bot neue Konzepte, eine hervorragende Mischung aus Qualität und Quantität, aber vor allem eine Rückbesinnung auf die Kernkompetenzen. Besonders erfreulich war, dass der Design-Nachwuchs neben der gewohnten Experimentierfreudigkeit und Innovationskraft bereits ein sehr gutes Gespür für Marktbedürfnisse mitbrachte, welches sich in marktreifen Produkten äußerte. Ein Teil der „Big-Player“ zeigte sich leider wenig innovativ, wohingegen Nischenanbieter zukunftsweisende Konzepte und Ideen zeigten.

Farben und Oberflächen
Ein Großteil der verwendeten Farben und Oberflächen bleibt, wie bereits in den Vorjahren, weiß. Gemäß dem Trend zu mehr Natürlichkeit gewinnen naturbelassene Oberflächen, dezente Farben und fühlbare Strukturen deutlich mehr Marktanteil. Holz, Steine und grobe Stoffe sorgen für Behaglichkeit und erzeugen „Wohlfühl“-Atmosphäre. Um diese Wirkung auch mit Farben und Flächen zu erzielen, entschieden sich die Designer vielfach für Anthrazit, Schiefer, Schwarz, Braun oder dezente Cremetöne.
Verspielte, aufwändige Verzierungen, orientalische oder barocke Muster sowie modische Auffälligkeiten findet man kaum noch, und wenn, dann nur noch als Deko-Akzent: Der Trend geht zu klarem Design und einfachen Mustern. Weiterhin unverzichtbar, und aus der Möbelgestaltung kaum mehr wegzudenken, ist Hochglanz. Metall, Chrom und Spiegelflächen kommen zum Einsatz und werden kompromisslos miteinander kombiniert. Wie bereits in Architektur und Mode zu sehen, dürfen diese auch rostig, abgenutzt, verwittert oder verbraucht aussehen. Der „Industrial-“ oder „Used-Look“ ist oft zu finden und wird in seiner Nische sicherlich an Gewicht noch zunehmen.
Licht und Glas
So individuell wie Möbel und Einrichtungen sind auch die Lichtlösungen. Licht wird weniger plakativ, sondern vorrangig unterstützend eingesetzt. Perfekt auf die Wirkung des Möbels abgestimmt betonen Leuchten und Lampen die natürliche Raumgestaltung. Dezente Lichtflächen, hinterleuchtete Schrankwände, organische Leuchten, atemberaubende Lichtermeere. In Kombination mit einer stimmigen Raumplanung erzeugen sie harmonische Stilwelten. LED-Technik macht dies energieeffizient möglich.
Seidig-matte Glasoberflächen spiegeln den Trend zu mehr Natürlichkeit wider. Ohne Spiegelungen, störende Reflektionen oder künstliche Effekte zeigen sie sich angenehm zurückhaltend. Sie erzeugen durch dezente Optik und angenehme Haptik eine angenehme Flächenwirkung. Glas wird weiterhin auch als konstruktives Element eingesetzt, das den Möbeln Leichtigkeit und Transparenz verschafft.
Möbel – „Back to the woods“
„Green-Line“-Möbel sind im Vorwärtstrend: Ökologische Materialien, ökonomischer Einsatz, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung sind wichtige Argumente, und aus dem Vokabular der Möbelentwicklung nicht mehr wegzudenken. Durch handwerkliche Perfektion, intelligente Detaillösungen und hochwertige Materialien glänzen die Möbel mit Funktionalität und Bedienfreundlichkeit. Aber auch optisch haben die aktuellen Entwicklungen viel zu bieten. Großflächige Fronten, komplexe Regalsysteme, filigrane Statikwunder, vertikal-orientierte Kastenmöbel. Deutlich war zu spüren, dass die Designer viel Spaß an neuen Entwicklungen und Innovationen hatten, und dabei haben sie eines gemeinsam, die Rückbesinnung auf Qualität. Die Möbel von morgen bieten mehr „Understatement“, verzichten auf Technikgeprotze und passen sich dem individuellen Stil der Nutzer an. Darüber hinaus sind „Used-Möbel“ auf dem Vormarsch, das heißt perfekt gearbeitete Möbel erhalten natürliche Gebrauchsspuren. Dieser Trend stellt hohe Ansprüche an die technischen Komponenten wie Beschläge. Die Materialauswahl wird bewusster vorgenommen, selten werden mehr als zwei bis drei Materialien miteinander kombiniert. Der Materialmix im Bereich Metall scheint dagegen keine Grenzen zu kennen. Abschließend lässt sich für diesen Bereich sagen, dass Multifunktionsmöbel generell rückläufig sind, ein Bett ist ein Bett, ein Schrank sieht wie ein Schrank aus und ein Tisch eben wie ein Tisch.
Helle Holzarten
Wenn der Trend in Richtung Natürlichkeit geht, rückt die Auswahl der Materialien in den Fokus der Verbraucher. Die Verwendung heimischen Holzes wird im Zusammenhang mit der allgemeinen Nachhaltigkeitsdiskussion immer wichtiger. Wie bereits angekündigt, werden im hochwertigen Möbelbereich vermehrt helle Hölzer wie Ahorn, Robinie, Rüster und Esche verwendet. Aber auch Wurzel- und Kernhölzer und die Klassiker Eiche und Nussbaum sind weiterhin im Trend. Um Natürlichkeit und Authentizität der Hölzer zu unterstreichen, werden diese aufwändig bearbeitet: gekalkte, geölte oder durch Sägeschnitt raue Oberflächen erzeugen eine besondere Wirkung. In der Holz- und Furnierverarbeitung hat es die klassische Blume zurück auf die Möbelflächen geschafft und erkämpft sich bereits dieses Jahr einen großen Marktanteil vom schlichten, streifigen Furnier zurück. Exotenhölzer dagegen waren kaum mehr zu sehen.
Küchenwelten
Mit großer Spannung erwartet, konnte der neue Bereich LivingKitchen die hochgesteckten Erwartungen leider nicht erfüllen. Sterne-Köche und gutes Essen hatten größere Magnetwirkung als die Möbel und Entwicklungen. Ohne leeren Magen hätte man diese Halle vielleicht sogar vernachlässigen können. Den Trend der Küche zum Kommunikations- und Wohnzentrum haben alle Hersteller erkannt und mehr oder weniger innovativ umgesetzt. Die Aussteller haben ihre Pflicht erfüllt, sind an der Kür leider gescheitert. Gerade in diesem spannenden Bereich hatten wir mehr Ideenreichtum und kreative Konzepte erwartet.
Resümee
Die diesjährige imm cologne bot mehr Platz und Aufmerksamkeit für die Nischenanbieter und den Nachwuchs. Auffallend war die zunehmende Handwerklichkeit der Produkte: Natürliche Oberflächen, perfekter Used Look, lebhafte, blumige Furniere bis hin zu Patchworkartigen Furnierbildern. ■

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